Dienstag, 25. März 2008
Back home
Jetzt muss ich nur die letzetn Bilder hochladen, dann bin ich mit diesem Blog fertig. Ich kann aber noch nicht sagen, wann ich das machen werde, jetzt steht erstmal ankommen und mich wieder einrichten auf dem Programm ;).
Samstag, 22. März 2008
Sommer Palmen Sonnenschein
So lautete unser Motto für den letzten Ausflug in Thailand - ein Strandurlaub auf Koh Samui und Koh Phangan, weil's dort ja schon beim 1. Mal sehr schön war.
Diesmal waren wir zu dritt unterwegs, Matthias zusammen mit seiner Freundin Claudia und meine Wenigkeit.
Doch bevor wir richtig Urlaub machen konnten, wurden wir am Freitag noch von Sa und ihrem Vater eingeladen, uns einen Floating market in der Nähe von Bangkok anzusehen. Sa ist eine Studentin die mit uns einen Kurs zusammen besucht hat und die jetzt in Weingarten an unserer FH ein Praktikum macht.
Dazu mussten wir um 6 Uhr los, da der Markt eine gute Autostunde weit weg war und besonders morgens interessant sein soll. Und im Gegensatz zu dem 'Floating Market', den wir bei unserem Cultural Trip besucht haben war dies wirklich ein Schwimmender Markt. Man kann sich das ein bisschen wie Venedig vorstellen, überall Kanäle an deren Ufern auf Stelzen in den Kanal hineingebaut Stände stehen die alles mögliche verkaufen, hauptsächlich Holzschnitzereien, Bilder und allerlei Krimskram.
Danach sind wir weiter zum Royal Thai Handicraft Center - wo Schreiner alle möglichen Möbelstücke, Schmuckstücke usw. aus Holz schnitzten. Einen Teil der dort gefertigten Waren hatten wir auch schon auf dem Floating Market gesehen. Dieses Zentrum hatte auch einen großen Laden wo man allerlei wirklich sehr schön geschnitzte Möbelstücke kaufen konnte. Die meisten davon waren in der Preiskategorie von mehreren tausend Dollar inkl. Transport. In ein paar Jahren komme ich vielleicht wieder da hin und kaufe mir meine Wohnzimmermöblierung :D.
Nach dem Mittagessen sind wir dann noch zum alten Sommerpalast von Rama IV. (ja, es gibt hier so einige Sommerpaläste, die man anschauen kann). Dieser liegt auf einem Berg recht abgelegen, bietet aber einen fantastischen Ausblick über das umliegende, sehr flache Land.
Alles in allem war das ein sehr schöner Ausflug zum Schluss. Eigentlich wollten wir dann direkt weiter in Richtung Samui, doch da an diesem Wochenende die Schulferien angefangen haben, waren alle Buslinien bis Sonntag abend ausgebucht.
Sonntag nacht bin ich dann mit dem Nachtbus nach Samui gefahren, nachdem Matthias und Claudia am Morgen schon dorthin geflogen waren.
Nach einer Nacht mit sogar ein bisschen Schlaf (ich glaube, ich gewöhne mich langsam an das Reisen in Nachtbussen), durfte ich erstmal bei drückender Hitze 2 Stunden vom westlichen Ende der Insel hoch in den Norden wo Matthias und Claudia untergekommen waren.
Dort angekommen (das Örtchen hieß 'Big Buddha Beach'), ging es nach einem kleinen Nickerchen ein wenig die Gegend erkunden, wobei es außer der namensgebenden großen goldenen Buddha-Statue nicht viel zu sehen gab. Der Norden von Samui ist im Vergleich zum Süden doch einiges ruhiger und eher zum entspannen als zum Party machen. Das ist aber auch genau das was wir wollten, nach der 'anstrengenden' Klausurenphase und der Aussicht auf ein anstrengendes letztes Theorie-Semester in der Heimat (ich werde versuchen, den Stoff von 1,5 Semestern in einem unterzubringen ;)).
Am Dienstag mittag sind wir dann mit der Fähre nach Phangan, genauer nach Haad Rin, ganz im Süden der Insel. In der Nähe dieser dann doch sehr touristischen Stadt haben wir uns ein Resort am Strand gesucht und dort erstmal bis zum Abend Sonnengebadet - viel mehr konnte man aufgrund der Hitze auch kaum machen. Als die Sonne dann irgendwann mal weniger stark geschienen hat, sind wir nach Chaloklum, wo wir Jessica (die ich schon bei meinem ersten Samui und Phangan-Besuch getroffen hatte, zusammen mit ihrer Mutter) auf dem dortigen Dorffest getroffen haben. Bei ein paar Bier haben wir dann gemeinsam ein Konzert von 2 Thai-Reggae Bands angehört und sind dann wieder heim.
Am nächsten Tag ging es dann abends nach Haad Rin rein, um mal etwas vom Nachtleben dort mitzunehmen. Sonderlich gefallen hat es uns dort dann allerdings nicht, da der Ort wie schon geschrieben wirklich sehr touristisch ist, um nicht zu sagen, dass er überlaufen mit Touris ist. Die Preise sind dann meist auch entsprechend hoch, und das obwohl zumindest das Essen was wir hatten weder von Quantität noch Qualität her sein Geld wert war. Also Haad Rin kann ich definitiv nicht empfehlen - wenn man Party machen will, ist man in Pattaya, in Phuket oder im Süden von Thailand besser aufgehoben, und wenn man Backpacker-Erfahrungen sammeln oder ruhiges Inselleben erleben will, dann sollte man eher in den Norden von Koh Phangan.
Donnerstag stand dann ein Trip in einen Nationalpark an der aus 42 Inseln westlich von Koh Phangan besteht. Dort sind wir auf 2 Inseln an Land gegangen: Auf der ersten um uns eine in der Insel gelegene Bucht anzusehen, die nur durch einen Tunnel mit dem Berg verbunden ist. Außerdem gab es auf der ersten Insel noch eine Aussichtsplattform, von der aus man einige der 42 Inseln des Parks sehen konnte. Die meisten von ihnen waren im Endeffekt aus dem Meer herausragenden Berge, die meist von oben bis unten mit Bäumen bewachsen waren.
Der 2. Stopp war auf der Hauptinsel des Nationalparks, wo man am Strand schnorcheln konnte - was wir auch ausgiebig gemacht haben. Für mich war's das erste Mal schnorcheln und ich war überrascht, wieviel sogar ich ohne Brille noch erkennen konnte. Der Strand dort war wirklich sehr lebendig, überall Fische, Korallen, Seegurken und Farne.
Dummerweise hat der Trip dann aber insgesamt etwas länger gedauert als geplant, was dazu führte, dass wir unsere Fähre an's Festland verpassten, wo wir am nächsten Morgen mit dem Flieger zurück nach Bangkok wollten.
Die letzte Möglichkeit an diesem Abend (die Fähre am nächsten Tag wäre zu spät angekommen) für uns, doch noch an's Festland zu kommen bestand dann im Night Boat, einem Kutter, der nichtmal halb so schnell ist wie die reguläre Fähre.
Da dieses Boot erst um 22 Uhr ablegt hatten wir noch etwas Zeit in Thong Sala totzuschlagen. Thong Sala ist die 2. größere Hafenstadt auf Phangan und im Vergleich zu Haad Rin schon sehr viel angenehmer, wobei wir jetzt auch nicht all zu viel davon gesehen haben. Wir sind recht bald in einer genial eingerichteten Bar untergekommen, wo wir ein paar Stunden mit Essen, Trinken und Reden verbrachten.
Das Night Boat kam dann schließlich um 4:30 morgens in Surat Thani an, gut 1,5 Stunden später kamen wir dann beim Flughafen an - und hatten gute 6,5 Stunden bis zum Abflug. Auf diesem Flughafen gab es allerdings absolut nichts zu tun, weswegen das mit die längsten 6,5 Stunden meines Lebens wurden.
Naja, jetzt sind wir wieder in Bangkok, das letzte Wochenende hier ist angebrochen.
Ich weiß nicht, ob es mir noch vor dem Abflug reichen wird, die noch ausstehenden Bilder hochzuladen, zur Not werden die nach dem Rückflug noch hochgeladen.
Ansonsten bleibt mir jetzt nur noch zu sagen, dass dies wohl der letzte Bericht von mir soweit war, und außer einem 'Bin gut angekommen' werde ich hier vermutlich nichts mehr schreiben.
Deshalb hoffe ich, meine Berichte haben euch ähnlich gut gefallen, wie mir das Schreiben von ihnen. Ich weiß, ich habe sehr ausführlich geschrieben, aber dieser Blog wird mir irgendwann mal als Erinnerungsstück an mein Auslandssemester dienen, und dann will ich möglichst genaue Berichte, wenn die eigenen Erinnerungen nachlassen :D.
So viel also von mir, wenn alles gut läuft, bin ich Montag abend gegen 18 Uhr wieder in Deutschland und irgendwann gegen Mitternacht dann auch daheim.
Die meisten von euch sehe ich dann sicherlich kurz darauf entweder persönlich oder online wieder.
Bis dahin, ich freu mich darauf, euch wieder zu sehen :)!
P.S: Zum Abschluss habe ich hier noch eine Google-Earth map vom Campus. Mein Wohnheim ist das mini-Quadrat ganz unten in der Mitte mit Namen "VKP-Mansion".
Link
Mittwoch, 12. März 2008
Das Leben in Thailand, Teil 4: Random facts

Gestern war unser letzter gemeinsamer Ausflug nach Bangkok mit den anderen Austauschstudenten, die anderen sind heute früh nach Krabi aufgebrochen, während Matthias und ich noch hier bleiben müssen, da morgen unsere letzte Klausur ist. Gestern abend waren wir im Silom State Tower, einem Hochaus mit 66 Stockwerken mitten in Bangkok, von dessen Terasse dieses Bild entstanden ist ;).
Und bevor ich mich auf meine vorerst letzte Reise in Thailand begebe, gibt es heute noch eine kleine Sammlung von Eindrücken aus Thailand.
Ich unterteile das in verschiedene Themenbereiche:
1. Verkehr:
- Der Verkehr scheint in Thailand wesentlich weniger Regeln zu folgen, als in Deutschland. Überholt wird sowohl links als auch rechts, manchmal auch aufm Standstreifen
- Ausfahrten sind hier eigentlich meist nur auf einer Spur. Wer von der anderen Spur kommt, muss warten bis der nächste U-Turn kommt (das sind U-förmige Brücken über die man von einer Spur zur anderen wechseln kann) und dann ein Stück zurück fahren bis er wieder bei der Ausfahrt ist.
- In Deutschland sieht man ja kaum Pickups. Hier hingegen sind sie einer der am häufigsten vorkommenden Autotypen und werden für den Transport von allem möglichen eingesetzt. Oft sitzen auch Menschen hinten auf der Ladefläche.
2. Thai-Küche:
- kennt keine Unterschiede zwischen Frühstück, Mittagessen und Abendbrot. Es gibt den ganzen Tag die selben Gerichte zu essen.
- besteht im wesentlichen aus Reis (selten auch mal Reis- oder Eiernudeln), dazu gibt's entweder Rind, Schwein, Hühnchen, Fisch oder Shrimps und allerhand Gemüse, besonders oft Zwiebeln.
- ist eigentlich sehr lecker, nur leider mir nicht abwechslungsreich genug, weswegen ich mich mittlerweile auch wieder auf deutsche Küche freue :D.
3. Die Thais:
- Lächeln doch viel mehr als es mein erster Eindruck war
- Sind wirklich ein verdammt höfliches Volk
- Versuchen aber auch immer wieder mal Farang auszunehmen, allerdings nicht mit Gewalt, sondern eben einfach durch völlig überhöhte Preise.
- Scheinen allgemein große Fans von Gefühlsdramen und Leben wie in Daily Soaps zu sein, zumindest die Thais die ich kennengelernt habe ^^.
- Lieben ihren König wirklich, dagegen ist der Thronfolger, sein einziger Sohn ziemlich unbeliebt, da er wohl ganz gerne mal in Bordelle geht und seine Frau wohl auch eine Ex-Prostituierte ist. Das beliebteste Kind des Königs ist Prinzessin Sirindhorn (die auch Namenspatronin unseres Instituts ist), da sie ähnlich wie der König früher viele Projekte unterstützt, Spendengelder sammelt, Patenschaften übernimmt und nebenbei auch noch bescheiden genug ist, ab und zu auch mal mit Skytrain oder U-Bahn zu fahren. Andere Mitglieder der Königsfamilie tendieren dagegen eher dazu, wenn sie von A nach B wollen einfach mal die Straßen dazwischen absperren zu lassen.
- Handeln in meinen Augen oft eher emotional denn rational.
Tjoa, diese Liste werde ich evtl. noch erweitern, wenn ich von der letzten Reise zurückgekommen bin... oder aber erst wieder in Dland, wenns mir davor noch nicht reicht.
Gestern hatten wir mit den anderen Austauschstudenten unsere Abschiedsfeier, die anderen sind heute morgen alle nach Krabi gefahren, da sie mit ihren Klausuren schon fertig waren.
Tja, und nun sitze ich hier, stelle mir einerseits vor, wie es sein wird wieder in Deutschland zu sein und was ich dort alles erstmal machen (und essen!) werde, und andererseits weiß ich schon, dass ich so einiges hier vermissen werde.
Soweit so gut, die letzte Etappe dieser tollen Zeit ist angebrochen.
Freitag, 29. Februar 2008
Laos
Akt 3: Vangvieng und Vientiane
Schlusswort
Ein Drama in 3 Akten.
Akt 1: Ayutthaya
Es war einmal, vor ca. 2 Wochen, dass sich 3 junge Austauschstudenten (welche auf die Namen Wego, Matthias und Thomas hörten) in Thailand auf die Reise in die legendäre Stadt Ayutthaya aufmachten.
Viel hatten sie schon von der Geschichte der ehemaligen Hauptstadt gehört: Sie war einst die Hauptstadt eines stolzen Königreiches gewesen. Es hieß, im 14. Jahrhundert sei dieses Königreich zu großer Macht über die anderen Thai-Königreiche aufgestiegen, und auch die benachbarten, auf ewig mit den Thai verfeindeten Khmer konnten dem Königreich Ayutthaya nicht standhalten - die Thai eroberten und brandschatzten vor 600 Jahren die Angkor, die Hauptstadt der Khmer. Der Überlieferung nach bestand das Königreich Ayutthaya knapp 300 Jahre lang, bis die Stadt schließlich von den benachbarten Burmesen im Jahr 1767 erobert und weitestgehend zerstört wurde.
Ein gewisser General Taksin hatte danach die überlebenden Thais und seine restlichen Truppen nach Süden geführt, gründete dort die neue Hauptstadt Bangkok und führte sein Volk erneut zu bedeutender Macht in der Region. Schließlich ernannte er sich noch zum gottgleichen König Rama I. und seine Dynastie blieb bis zum heutigen Tag an der Spitze der Thai.
All dies wussten unsere Studenten schon bevor, doch wollten sie die alten Ruinen der Tempelanlagen und Paläste selber sehen, und so begaben sie sich auf die lange Reise in das 25km entfernte Ayutthaya. Mit dem Taxi kamen sie mitten in der Stadt an, ohne so recht zu wissen, wo sie waren oder wohin sie gehen sollten. Sie standen neben einem großen Kreisverkehr. 4 Straßen gingen von diesem Kreisverkehr ab, davon 2 in Wohngebiete, eine weitere führte aus der Stadt heraus, doch parallel zur letzten war ein großer Park an dessen anderem Ende auch so etwas wie eine alte Ruine zu stehen schien. Also entschlossen sich die Studenten, dieser Straße zu folgen und kamen auch kurz darauf in 2 verschiedene Institute die Informationen für Touristen bereithielten - unter anderem eine Stadtkarte und eine Wegbeschreibung zum alten Palast und der größten Tempelruine. Einige hundert Meter später standen die Studenten dann auch an einer Wiese, auf der ein Pfad ca. 100m lang zu einem relativ großen Tempel führte. Parallel zu diesem Pfad, hinter einer Mauer an der sich viele kleine Marktstände dicht an dicht drängten war eine großes Gelände voller Gebäuderuinen und einzelnen aufragenden Chedis zu sehen. Auf dem Pfad waren viele Thais und ein paar Touristen unterwegs, alles in allem war es aber nicht so voll wie an manch anderen Tourismushochburgen. Die 3 angehenden Akademiker besichtigten zuerst den Tempel, ein ca. 10-15m hohes Gebäude, dessen Inneres zu einem großen Teil von einer liegenden Buddha-Statue eingenommen wurde, ähnlich der Statue im Grand Palace von Bangkok, wenn auch nicht ganz so groß. Um diese Statue herum waren teilweise buddhistische Statuen und Wandbilder, und in einer Ecke auch ein seltsames Gebilde bestehend aus einer Plastik-Kugel in der Mitte, um welche herum jede Menge Geldscheine festgetackert waren - die Thai-Art, einem Tempel Geld zu spenden. Sonst gab es in diesem Tempel für die 3 nicht viel zu sehen, also gingen sie weiter, vorbei an den kleinen Ständen zu einem Eingang in der Mauer und auf das Ruinengelände. Schon von außen hatten sie die 3 großen Stupas gesehen, die sie nun in der Mitte des etwa 80m langen und 40m breiten Geländes sahen. Die Studenten erfuhren, dass in diesen 3 Stupas die Gebeine dreier alter Könige des Ayutthaya Königreichs aufbewahrt worden waren. Abgesehen von den 3 Stupas in der Mitte waren auf dem Gelände die Grundrisse und Mauerrisse zahlreicher kleinerer Gebäude zu erkennen, dazu viele mehr oder minder zerfallene Chedis.
Nach einem Rundgang beschlossen die Studenten, sich noch eine weitere der zahlreichen, über das gesamte Stadtgebiet verteilten Tempelruine anzusehen.
Von dieser Ruine hieß es, dass dies der einzige Tempel gewesen sei, den die Burmesen bei ihrem Einmarsch nicht völlig zerstört hatten. Und tatsächlich stand am Eingangsbereich erst einmal ein kleiner, aber völlig intakter Tempel. Hier waren auch keine Touristen unterwegs, nur ein paar wenige Thais und Mönche. Im Inneren Tempel hingen Bilder mit der Lebensgeschichte von Buddha an der Wand, während auf der Terasse Dufkerzen brannten. Und über dieser Szenerie lag eine herrliche Stille, die den Studenten eine ungefähre Ahnung von der Atmosphäre davon gab, wie es in einem 'richtigen' Buddha Tempel der nicht von Touristen überlaufen wird ist.
Hinter dem kleinen Tempelgebäude befand sich eine weitere Ruine. Diese war in etwa quadratisch und von allen Seiten von Mauern umgeben, an deren Innenseite sich etwa 1,5m hohe Buddha-Statuen aneinanderreihten. In der Mitte dieses Hofes stand eine weitere Stupa stand - begehbar, und in ihrem Inneren, in dem man das Alter dieser Stupa an der schweren und stickigen Luft zu spüren bekam, stand in völliger Finsternis eine weitere kleine Stupa, in der eine winzige, vergoldete Buddhastatue stand. Ein Durchgang in der dem noch intakten Tempel gegenüberliegenden Mauer führte die Studenten in einen weiteren Hinterhof, auf dem wieder einige Gebäuderuinen standen, sowie eine weitere liegende Buddha-Statue. Für diese Studenten war dieser Hinterhof dennoch der Höhepunkt ihres Ausflugs, denn die Stille und ruhige Atmosphäre des Ortes verzauberten einfach. Es war für sie ein angenehmer Gegensatz zum sonst so hektischen und lauten Leben in Bangkok...bzw. zum hektischen Leben außerhalb des Tempels, als es mit einem lauten Tuktuk über unebene Straßen zur Bus-Station und von da zurück nach Hause ging.
Akt 2: Anreise
4 relativ ereignislose Tage später machten sich Matthias und Thomas auf den Weg zu einer weiteren Reise: Laos, das nördliche Nachbarland war ihnen schon von allen anderen Austauschstudenten empfohlen wurden. Dieses Land ist seit 1975 kommunistisch, nachdem es davor Jahre lang Bürgerkrieg zwischen Royalisten und Kommunisten gab. Parallel zum Vietnamkrieg kämpften in Vietnam US-amerikanische Lufteinheiten auf Seiten der Royalisten und Vietcongs auf Seiten der Kommunisten. Die Amerikaner führten massiver Luftschläge gegen die kommunistischen Truppen durch, berichteten aber nie öffentlich über ihre Operationen in diesem Land, erst nach Ende des Krieges gaben sie einige Daten und Berichte darüber Preis. Nach dem Ende ihrer Luftschläge auf Vietnam nutzten die Amerikaner einen Teil ihrer nun freigewordenen Luftmacht für noch heftigere Luftangriffe, was Laos mit einer halben Tonne Sprengstoff pro Einwohner zum heftigst bombardierten Land pro Kopf machte.
Da am Donnerstag ein Feiertag in Thailand war, machten sich die beiden kurzerhand am Mittwoch abend auf den Weg nach Laos. Mit dem Bus reisten sie über die Nacht ca. 11 Stunden lang nach Norden zur Grenze, von wo es mit einem anderen Bus über die Thailändisch-Laotische Freundschaftsbrücke ging, dem ersten Grenzübergang der 1989, als sich Laos für Touristen öffnete zwischen Thailand und Laos etabliert wurde. Nachdem die beiden aufgrund eines Stromausfalls über eine Stunde auf ihr Visum gewartet hatten, konnten sie sich dann auch endlich ins Innere des Landes aufmachen. Von der Grenze aus fuhren sie zunächst in die nur 15km von der Grenze entfernte Hauptstadt Vientiane, von wo es mit einem Minibus ins 150km Vangvieng weiterging. Und auch wenn es nur 150km Strecke waren, so dauerte die Reise doch etwas mehr als 4 Stunden in dem kleinen, engen Minibus, der randvoll besetzt war. Der Grund dafür lag in den recht schlecht ausgebauten Straßen und der Landschaft Laos' - das Land in der Nähe von Vientiane war sehr hügelig, für die Insassen des Minibus ging es eigentlich permanent auf und ab. Doch auch die längste Reise ist irgendwann vorbei, und so kamen die beiden nach insgesamt gut 18 Stunden Reise im Backpacker-Paradies Vangvieng an.
Vangvieng liegt auf einem ebenen Plateau, auf dem überall um Vangvieng herum Berge und Hügel fast senkrecht in die Höhe schießen. Am Rand der Stadt verläuft zudem ein zwar breiter, aber sehr flacher Fluss.
Der moderne Massentourismus hat Laos bislang noch ziemlich links liegen lassen, doch für Backpacker die in Südostasien herumreisen, ist dieses Land ein beliebter Tipp. Die kleine Stadt Vangvieng lebt deshalb fast vollständig vom Tourismus. Das merkten die beiden Studenten schon direkt nach dem Aussteigen an all den 'Falang' (=Ausländer) die sie auf den Straßen sahen, und an all den Restaurants, Internetcafés, Gasthäusern und Reisebüros, die nach einem ersten kleinen Rundgang durch das Stadtzentrum entdeckt worden waren. Außer diesem Rundgang und dem Einchecken in einem der Gasthäuser unternahmen die 2 an diesem ersten Abend nicht mehr viel, sie beließen es dabei, sich einen Pullover für die sehr kalten Nächte in Laos zu kaufen und danach noch ein gutes, westliches Abendessen in einer der zahlreichen TV-Bars zu sich zu nehmen. Die lange Reise verlangte ihren Tribut.
Akt 3: Vangvieng und Vientiane
Nach einer geruhsamen Nacht in einem zwar bescheiden eingerichteten, aber für umgerechnet 2€ pro Nase und Nacht sehr günstigen Zimmer machten sich Thomas und Matthias am nächsten Morgen mit einem gemieteten Fahrrad auf, die Gegend zu erkunden.
Dazu überquerten sie einfach eine der Brücken, fuhren aus der Stadt heraus und dann einfach nach Lust und Laune den wenigen Straßen folgend. Es war ein wahnsinnig schönes Landschaftsbild, dass sich den 2 in der warmen Vormittagssonne bot, links und rechts von ihnen ragten die Berge in die Höhe, die meisten von ihnen dicht bewaldet. Auf den Ebenen abseits der Straßen wechselten sich Felder und Wiesen mit Büschen ab. Und all dies wirkte noch sehr natürlich und relativ unberührt von 'moderner' Zivilisation. Als die beiden durch ein Dorf fuhren, das zu einem großen aus einfachen Häusern, teilweise auch Holzhütten bestand, lächelten die Dorfbewohner sie an und grüßten sie mit dem in Laos gebräuchlichen 'Sabaidee' (sehr ähnlich zur in Thailand üblichen Begrüßung 'Sawadee', die Sprachen beider Länger sind eng miteinander verwandt).
Auf dem Rückweg beschlossen Matthias und Thomas, noch eine der in dieser Gegend zahlreichen Höhlen zu besichtigen. Allerdings hatten sie bei der Auswahl kein großes Glück. Denn die Höhle die sie besichtigten war im wesentlichen ein enges, langgezogenes Loch im Fels.
Als nächster Punkt auf der Tagesplanung stand das absolute Highlight eines Vangvieng-Trips: Tubing.
Dabei treibt man in voll aufgepumpten Reifen liegend den Fluss der an Vangvieng vorbeifließt entlang, genießt die Nachmittagssonne und kann sich an einer der zahlreichen Bars am Flussufer ein Bierchen oder 2 gönnen.
Das Ganze fand in der immer noch atemberaubenden Kulisse der laotischen Natur statt. Doch war die Reise nicht gefahrlos. Das flache Flussbett war eine große Herausforderung besonders für Thomas, der erst einmal eine ganze Weile im Fluss laufen musste, bis dieser tief genug war, ohne dass Thomas mit dem Hintern am meist steinigen Grund entlangschrammte. Bei einem Zwischenstop, auf der eine große Menge anderer Reisender(hauptsächlich Weiße) in Badeshorts und Bikinis gerade eine große Party feierten, genossen die beiden Studenten die ausgelassene Atmosphäre ;). Einige hundert Meter und ein Gespräch mit einem Norwegen und einem Amerikaner später kamen die beiden an die letzte Bar vor einem langen Stück Fluss welches sie schließlich wieder nach Vangvieng treiben würde. Da der Sonnenuntergang allerdings nicht mehr all zu weit entfernt war und die 2 Studenten keine großen Freunde von 'im Wasser in der Kälte im Dunkeln treiben' waren, sind sie mit einer Gruppe anderer Backpacker auf einem Pickup zurück nach Vangvieng gefahren.
In Vangvieng stand an diesem Abend dann etwas mehr auf dem Programm: Nachdem man sich auf dem Pickup schon ein wenig angefreundet hatte, trafen Matthias und Thomas die anderen Reisenden in einem Restaurant wieder, und nach einem gemeinsamen Abendessen mit vielen netten Gesprächen machte sich die Gruppe auf in die Smile-Bar, einer kleinen 'Bar' auf einer Insel im Fluss. Diese Bar bestand letztendlich nur aus einer kleinen Hütte in der es die Drinks gab, einigen Bänken unter freiem Himmel und 2 großen Lagerfeuern inmitten dieser Bänke - und natürlich aus einigen guten Lautsprechern für Musik. Auch hier war die Stimmung sehr ausgelassen und es wurde viel gelacht, getanzt und mit Reisenden aus aller Welt geredet. In Vangvieng war es wirklich sehr einfach, andere Leute kennenzulernen. Leider war die Party allerdings schon gegen Mitternacht vorbei, da es nach laotischem Gesetz nicht erlaubt ist, nach Mitternacht noch Musik laut zu spielen oder Alkohol auszuschenken. Unterhaltungen waren jedoch nicht verboten und so redete man noch zuerst mit einem isländischen Pärchen udn danach einem Holländer, seiner schwedischen Freundin und einem Israeli auf dem Balkon des Gasthauses.
Am nächsten Tag mussten die beiden sich aber wieder auf den Weg nach Vientiane machen, um von der Hauptstadt Laos' noch etwas sehen zu können. Nach einer weiteren langen Fahrt in einer engen Rostlaube von Minibus und einem italienischen Mittagessen in der Hauptstadt begaben sich die Studenten dann auf einen Spaziergang durch das Zentrum vo Vientiane. Und im Gegensatz zur sonst sehr arm wirkenden ländlichen Gegend hat das Stadtzentrum einen recht wohlhabenden Eindruck gemacht. Manche Straßen erinnerten dann auch schon fast an eine Stadt in Deutschland, und im Gegensatz zum lauten und völlig überfüllten Bangkok umfing die beiden im wesentlich kleineren Vientiane eine angenehme Ruhe. Da die meisten Sightseeing-Highlights in Vientiane gegen 16 Uhr ihre Pforten schließen, blieb keine Zeit mehr um diese noch am selben Tag anzusehen, dafür trafen sie aber auf ein Pärchen aus der Schweiz, mit dem sie bis in den späten Abend hinein quatschten. Dummerweise verschliefen die beiden am nächsten Morgen direkt und verpassten somit ihre einzige Gelegenheit, doch noch ein bisschen Sightseeing zu betreiben, sodass sie schweren Herzens nach dem Frühstück sich direkt auf den Heimweg machen mussten (der Minibus der sie über die Grenze zum nächsten Flughafen brachte kam um 11:30, der Flug nach Bangkok war bereits gebucht).
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Schlusswort:
So, damit ist mein Blog wieder up-to-date. Diese Woche war die letzte Vorlesungswoche, mir stehen jetzt noch 2 Wochen Klausurzeit bevor (6 Klausuren in der ersten Woche, 1 in der 2. Woche, yay *rolleyes*), danach bleiben noch 10 Tage und dann fliege ich auch schon wieder zurück nach Deutschland. Die Zeit hier ist im Nachhinein fast schon wie im Flug vergangen, andererseits hat sich mittlerweile auch wieder eine gute Portion Vorfreude auf good ol'Germany breitgemacht. In den nächsten 2 Wochen wird es aber wegen den Klausuren keine Updates geben, außer den Bildern von Laos und Ayutthaya, die ich wie immer in ein paar Tagen hochladen werde. In den 10 Tagen am Ende werden wir noch so viel wie möglich herumreisen, davon wird es dann sicher auch noch einen Bericht geben, aber es könnte sein, dass ich den dann erst in Deutschland schreibe. Langer Rede kurzer Sinn: Erstmal keine weiteren Posts mehr, und ein Ende meiner Berichte ist mittlerweile auch abzusehen.
Bis bald!
Mittwoch, 13. Februar 2008
Update
Die Galerien 6 zu Kambodscha und 7 zu Koh Samui und Koh Phangan sind online, außerdem sind in der Galerie 5 von Hua Hin nun die Bilder von unserem Kultur-Trip vor 2 Wochen.
Ich habe die Galerien dann auch gleich umgeräumt, in Zukunft ist die aktuellste Galerie immer oben.
Dazu habe ich eine Karte von Thailand eingebaut (*protz*), damit ihr auch mal eine Vorstellung davon habt, wo ich so rumreise ;).
Hua Hin fehlt auf der Karte leider, das ist etwa zwischen Bangkok und Surat Thani an diesem dünnen Südarm Thailand.
Montag, 11. Februar 2008
Wochenendausflüge
Inselwochenende: Koh Samui und Koh Phangan
Preisfrage: Was macht ein Student mit zuviel Kaffee im Blut nach einer fast schlaflosen Nacht in der Uni, nachdem er gerade erfahren hat, dass die Vorlesung am Morgen ausfällt und er jetzt 4 Stunden Zeit totzuschlagen hat?
Richtig: Er schreibt die Vorgeschichte dazu ins Netz.
Aber dazu später, erst einmal gibt's einen Bericht über die letzten 2 Wochen:
Internationale Woche
Unsere Uni versucht desöfteren mit kleinen Events den Studenten etwas mehr als nur Studium zu bieten - und so sollte am Dienstag vor 2 Wochen eine 'International Night' stattfinden. Und bei so einer Veranstaltung dürfen die Austauschstudenten natürlich nicht fehlen. Unsere Aufgabe war es, einen kleinen Stand zu Finnland und Deutschland zu bauen, mit irgendwelchen Spielen zur Unterhaltung.
Da wir jetzt allesamt keine großen Freunde von Basteleien oder selbst entworfenem Info-Material sind (im Gegensatz zu den Thais, die zu allem möglichen Info-Wände selbst basteln), sind wir am Montag morgen zu unseren Botschaften gefahren und haben uns von denen etwas Info-Material in die Hände drücken lassen. Interessant war hierbei der Unterschied zwischen den Botschaften an sich: Die finnische Botschaft ist in einem großen Hochhaus untergebracht, in dem auch noch ein Kaufhaus und zig andere Büros untergebracht sind und etwa so groß wie ein 4-Zimmer Appartement (zumindest soweit wir das sehen konnten). Die deutsche dagegen besteht aus 2 getrennten Gebäuden, die umgegeben sind von einer 2,5m hohen Stahlmauer an deren Spitze Stacheln und Stacheldraht sind. Beim Eintreten muss man erst mal Handy und Kameras abgeben und bekommt dann eine Wartenummer für einen der 15 Schalter, die im ersten Gebäude sind. Das 2. Gebäude, zun dem man nur kommt, wenn einem einer der Mitarbeiter hinter den Schaltern eine Tür die zu einem schönen Garten führt aufmacht, ist ein typisches deutsches Amtsgebäude, mit zig Büros.
Spendabel waren beide Botschaften, wir sind mit weit mehr Material heimgekommen als wir jemals loswerden konnten.
Bei unserem Stand am Dienstag konnten die Thais dann eine Art 'Wer wird Millionär' spielen, mit Preisen die von Haribo über finnische Süßigkeiten bis zur deutschen Bratwurst als Hauptgewinn reichten :D. Das Interesse der Thais war dann auch erstaunlicherweise recht hoch, von den anwesenden Studenten haben doch recht viele mitgemacht. Allerdings waren dank äußerst mangelhafter Werbung (DIN A4 Aushänge an sonst völlig überfüllten Pinwänden, mehr nicht) für diese Veranstaltung nicht viel mehr als vielleicht 100 Studenten da. Alles in allem ein netter Abend, aber nichts besonderes ;).
Den Rest der Woche haben wir (sprich: wir Austauschstudenten) dann abwechselnd mit Party (Mittwoch), CounterStrike und Fußball zugebracht - wenn wir uns nicht schon beim Spielen zu fünft völlig kaputtlaufen haben wir auch durchaus Chancen gegen die Thais, die meist gleich in Mannschaften auf den Plätzen anrücken und immer wahnsinnig professionell auftreten wollen... die laufen sich warm, dehnen sich, haben anständige Kick-Schuhe + Schienbeinschoner + Stulpen + Trikots und Hosen, während wir meist in normaler Sportklamotte und bestenfalls Laufschuhen antreten.
Am Samstag abend sind wir dann noch gemeinsam auf Initiative von Hussein und Wego ägyptisch Essen gewesen. Ich muss schon sagen, ägyptisches Essen kann sich sehen lassen, sehr lecker das. Wego und Hussein haben danach glaube ich eine kleine Heimwehattacke bekommen ;).
Sonntag stand dann ein Cultural Trip mit der Belegschaft des International Office an... ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung mehr, wie die Städte hießen die wir besucht haben, ich weiß nur noch dass es in der Nähe von Hua Hin war, deshalb werden in dieser Galerie auch die Bilder dazu landen.
Besucht haben wir bei diesem Trip einen für diese Region scheinbar wichtigen Tempel - der allerdings nun wirklich kein schöner Anblick war, hatte baulich absolut nichts zu bieten. Aber es waren jede Menge Leute dort beten - so viele, dass die meisten sich nur ein paar Sekunden vor einer der Buddha-Statuen hinknien und beten konnten und dann dem nächsten Platz machen mussten. Schlange stehen zum Beten quasi.
Danach ging's zu einem 'Railway market', einem Markt wie jeder andere in Thailand auch, mit einem Unterschied: die Stände sind an oder auf einer Schiene, auf der auch noch alle paar Stunden mal ein Zug lang fährt. Wenn das passiert, packen die Ladenbesitzer immer ihr Zeug ganz schnell zusammen, warten bis der Zug vorbei ist und bauen dann ihren Stand wieder auf. Gesehen haben wir dieses Schauspiel leider nicht, aber wen's interessiert, für den gibt es hier ein youtube-Video dazu: www.youtube.com/watch?v=6IhOsPNGrdE.
Danach haben wir noch ein Haus in dem siamesische Katzen gezüchtet werden besucht und einen Tempel aus Teakholz besichtigt. Dieser Tempel hatte dann immerhin was zu bieten, nämlich einen Boden der aus gerade mal 7 Teakholz-'Brettern' bestand und Wände und Decke die mit sehr aufwändigen und schönen Schnitzereien versehen waren.
Anschließend haben wir noch einen Sommerpalast eines Thai-Königs besucht (fragt mich nicht welcher), der allerdings nicht so schön und eindrucksvoll war wie der in Hua Hin.
Zum Schluss sind wir noch auf einen 'floating market', ein Markt direkt an einem Fluss, auf dem die Händler teilweise direkt aus ihren Booten heraus verkaufen. Soooo super spannend war aber auch der nicht und da wir allesamt nicht so viel geschlafen hatten waren wir dann auch recht froh als es heimging.
Alles in allem war der Ausflug nicht soooo berauschend, aber besser als daheim rumhocken alle mal ;).
Die nächste Woche kann ich kurz zusammenfassen, da ist nichts großartiges passiert, bis Donnerstag abend, denn:
Inselwochenende: Koh Samui und Koh Phangan
Donnerstag abend bin ich (ja, ich und nur ich ganz allein in der großen weiten Welt ;)) mit dem Bus nach Koh Samui gefahren. Koh Samui ist eine Insel im Süden Thailands, die ein beliebtes Ziel für Massentourismus ist. Die Fahrt ging um 20 Uhr in Bangkok los, dauerte ca. 10 (schlaflose -.-) Stunden dann kam der Bus in Donsak (ist auf der Karte etwa dort, wo auch Surat Thani ist) an, von wo es mit der Fähre nach Koh Samui weiter ging. Dort angekommen gab es erst einmal einen 'Guten-Morgen-Schock' in Form der Taxipreise, die in etwa 5 mal so hoch sind wie in Bangkok sind. Nach dem ich beim ersten Taxifahrer dann auch gleich mal 33% Rabatt ausgehandelt hatte, bin ich dann aber dennoch mit dem Taxi in den Südwesten gefahren - nach der langen Fahrt wollte ich nur noch schnell in Lamai ankommen. Denn in Lamai war ich mit Jörg verabredet (den WoWlern unter euch besser bekannt als Ahmed von den Strandstürmern ;)). Jörg fährt seid über 20 Jahren regelmäßig nach Thailand in den Urlaub und war auch schon so freundlich gewesen, mir einen kleinen Bungalow und, noch wichtiger, einen Platz am Frühstücksbuffet eines großen Hotels in Lamai zu reservieren. Nachdem ich zum ersten Mal seit Pattaya wieder anständiges Brot gegessen hatte, haben wir uns dann an den Strand gelegt, relaxt und gequatscht - was direkt am Meer unter dem Schatten einer Palme schon sehr angenehm ist. Tjo, nach einigen Stunden bin ich dann aber mit der Absicht noch etwas Schlaf nachzuholen in meinen kleinen schmucken Bungalow gegangen. Viel schlafen konnte ich da dann aber auch nicht, denn nach ca. einer Stunde bekam ich einen Anruf von Jutta und ihrer Tochter Jessica, die mich auch noch auf Koh Samui treffen wollten. Jutta wohnt in der Wohnung über uns in Deutschland und ihre Tochter Jessica lebt seit 2 Jahren auf Koh Phangan (Nachbarinsel zu Koh Samui), wo sie als Tauch-Lehrerin arbeitet.
Zu dritt sind wir dann eine kleine Runde durch das Touri-Örtchen Lamai gelaufen, bevor wir uns abends dann mit Jörg wieder getroffen in einer Bar wieder getroffen haben. Jörg war dort zum allwöchentlichen Billiard-Turnier angemeldet und hatte mit uns dann einen äh... fleißigen Fanclub ;), was ihm sicherlich dabei half, bis ins Finale zu kommen (auch wenn's mich schon vorher ins Bett gezogen hat).
Trotz meiner Müdigkeit war das aber dennoch ein toller Abend gewesen - danke nochmal für alles Jörg, hoffe wir sehen uns in Bangkok nochmal, ansonsten halt in WoW oder beim Gildentreffen :).
Am Samstag habe ich dann mehr oder minder spontan beschlossen mit Jutta und Jessica nach Koh Phangan zu fahren, nachdem sie mir am Freitag die ganze Zeit davon vorgeschwärmt hatten. Und ja, sie hatten nicht zu viel versprochen: Koh Phangan ist die klassische einsame Tropeninsel. Die Hauptstadt ist das einzige auf der Insel, was auch nur ansatzweise was mit moderner Zivilisation zu tun hat, der Rest der Insel besteht aus kleinen Dörfern die größtenteils aus kleinen Holzhütten bestehen. Die Leute dort können noch wirklich einfach leben, alle scheinen entspannt zu sein und lächeln den ganzen Tag. Mit dem Roller sind wir von der Hauptstadt einmal quer über die Insel (was etwa 15 min dauert) zum Haus der beiden Damen, über wirklich abenteuerliche Straßen, die mit Schlaglöcher überwuchert sind und teils Steigungen haben die einer Achterbahn alle Ehre machen würden. Das Häuschen erreicht man, nachdem man eben eine solche Steigung hochfährt, fast am Gipfel eines kleinen Berges. Von dort hat man dann aber einen wahnsinnig schönen Ausblick über einen großen Teil der Insel und auf das Meer. Besser wird das dann nur noch beim Swimming-Pool der Ferienanlage, zu dem das Haus gehört - von dem kann man direkt in's Meer hinunterschauen. Absolut genial.
Für viel mehr war aber dummerweise keine Zeit mehr, wir sind dann nur noch essen gewesen und danach abends in die 'Woodstock Bar', die von einem sehr netten Thai geführt wird. Diese Bar ist zwar relativ groß, wird aber selten voll. Solange wir da waren waren vielleicht max. 10 Leute in der Bar - so kommt man dann auch leicht ins Gespräch mit den anderen Gästen. Nach dem 2. schönen Bar-Abend an diesem Wochenende ging's am Sonntag dann heimwärts. Mit der Fähre erst nach Koh Samui und dann nach Surat Thani, von dort mit dem Bus nach Bangkok. Koh Phangan will ich aber auf jeden Fall nochmal besuchen. Die Insel ist einfach herrlich schön, um es mit den Worten eines bayrischen Freundes von mir zu sagen: A Draum is des. Und für jeden, der mal der 'Zivilisation' in Europa entkommen will ist diese Insel genau das Richtige. Danke an dieser Stelle auch nochmal an Jutta und Jessica für die Unterkunft, war echt schön bei euch :).
Auf der Heimreise war ich insgesamt von 12:30 morgens bis 5 Uhr unterwegs - inkl. einer 2-Stündigen Wartezeit auf den Bus nach Bangkok (schlafen konnte ich im Bus wieder nur sehr wenig, das geht bei mir einfach nicht) mitten im Nirgendwo.
Tja, und da die Heimfahrt von der Endhaltestelle mit dem Taxi zum Wohnheim nochmal eine gute Stunde gedauert hat (und fast soviel gekostet hat wie die ganze Fahrt nach Bangkok) bin ich dann um 6 daheim angekommen. Um 7 hätte ich wieder raus gemusst, also bin ich gar nicht erst ins Bett, sondern habe ordentlich Kaffee getrunken, mich gerichtet und dann mit dem Bus um 8 zur Vorlesung... um dann eben festzustellen, dass diese ausfällt - und da sind wir wieder beim Anfang der Geschichte ;).
Bilder zu den 2 Inseln gibt's wie so oft später, dann aber in einer neuen Galerie. Zum Cultural Trip werde ich die Bilder nachher noch in die Hua Hin Galerie hochladen.
Bis zum nächsten Mal.
Donnerstag, 24. Januar 2008
Kambodscha: Phnom Penh
Tag 2: Grand Palace und National Museum
Tag 3: Killing Fields und Station 21
Tag 4: Russian Market, Abreise und Schlusswort
Das Tolle an so einem 1-Jahres Visa für Thailand ist, dass man immer nur eine Aufenthaltserlaubnis für 3 Monate bekommt, danach muss man aus dem Land raus und kann wieder einreisen.
Für mich und Matthias war es deshalb letztes Wochenende an der Zeit, eben einen solchen Ausflug aus Thailand heraus zu machen. Pasi hatte auch nichts besseres zu tun, deshalb kam er kurzerhand mit. Und nachdem wir einen Abend lang Flugpreise und Alternativen verglichen haben, fiel auf unsere Wahl auf Phnom Penh, die Hauptstadt von Kambodscha.
Kambodscha wird dem ein oder anderen hier vielleicht etwas sagen - Angkor Wat, die weltberühmte Tempelstadt steht dort, und von 1975-79 war das Land unter dem Regime der Roten Khmer stand. Dieses Regime hat in seiner doch recht kurzen Herrschaft wahrlich beispielloses Leid geschaffen, rund 1,5 Millionen der damals 8 Millionen Einwohner Kambodschas sind damals angeblich gestorben, an Hunger, Folter oder Krieg.
Kambodscha war bis 1953 auch eine französische Kolonie gewesen.
All diese Einflüsse bekommt man schnell zu sehen, wenn man den recht kleinen und nicht gerade sonderlich geschäftigen Flughafen von Phnom Penh verlässt und sich von einem Taxi in Richtung des Ufers des Mekong-Flusses, der mitten durch die Stadt verläuft fahren lässt.
Dass dieses Land noch recht arm ist und sich erst noch entwickeln muss, erkennt man schnell an den zahlenlosen Müllhaufen die überall an den Straßen herumliegen. Eine funktionierende Müllabfuhr gibt es wohl noch nicht. Andererseits bietet die Stadt gerade im Vergleich zu Bangkok sehr viele Grünflächen, die auch gut gepflegt sind und zusammen mit den Villen im französischen Stil die Stadt wirklich schön erscheinen lassen.
Pasi war schonmal für eine Nacht in Phnom Penh gewesen und kannte daher noch ein Guest House, welches recht gut sein sollte - das Okay Guest House. Und was soll ich dazu sagen, der Name ist Programm - ein sauberes Zimmer mit 3 bequemen Betten, Fernseher, Klima-Anlage und Badezimmer für zusammen 15$ pro Nacht, da kann man echt nicht meckern.
Nachdem wir uns einquartiert hatten, haben wir uns ein Abendessen im Speisesaal des Guest Houses gegönnt - dort gab es zu unserer Freude viel westliches Essen zur Auswahl und auf dem Fernseher lief ein guter Film auf DVD nach dem anderen. Abends sind wir dann noch ein wenig an der Straße am Flussufer entlang gelaufen, auf der Suche nach einer Bar oder irgendwas ähnlichem wo noch etwas los ist. Doch in dieser Stadt werden scheinbar schon gegen 23 Uhr die Bordsteine hochgeklappt. Die wenigen Bars die um diese Zeit noch offen hatten waren recht verlassen. Auf den Straßen sieht man um diese Zeit dann auch nicht mehr viele Leute - außer den Obdachlosen und den TukTuk-Fahrern die in ihren TukTuks übernachten.
Tag 2: Royal Palace und National Museum
Am 2. Tag wollten wir die großen kulturellen Highlights von Phnom Penh besichtigen, deshalb sind wir zum National Museum und anschließend zum Royal Palace. Das National Museum stellt eine Vielzahl alter Khmer-Schätze aus, in einem sehr schönen, alten Gebäude mit 4 Flügeln und einem echt paradiesischem Garten in der Mitte. Die Khmer hatten vor 600-700 Jahren ein recht großes Imperium aufgebaut, und aus dieser Zeit sind viele der dort ausgestellten Statuen, teilweise noch älter - und in einem entsprechenden Zustand sind viele dieser Stücke eben auch. Und so kann man dort wirklich zig, gleich aussehende und ähnlich verfallene Buddhastatuen ansehen... nebst einigen wesentlich interessanteren Vasen, alten Messern, Schmuckstücken etc.
Danach sind wir dann zum Royal Palace gegangen, der direkt neben dem Museum liegt. Zu dem gibt's jetzt aber nicht so viel zu sagen, der Palast sieht nämlich insgesamt dem in Bangkok sehr ähnlich. Das Einzige was wirklich herausstach war die Silver Pagoda, das ist ein großer Raum, dessen Boden ursprünglich mal komplett mit Silberplatten ausgelegt war - sehen kann man von diesen Platten allerdings nur noch ein paar wenige, über dem restlichen Boden liegen Teppiche. In diesem Raum steht außerdem ein Jade-Buddha, ähnlich dem in Bangkok auch auf einer Pyramide aus Gold und Edelsteinen thronend. Vor dieser Pyramide steht eine mannshohe Statue eines Heiligen, wie ein Wächter für den Buddha hinter ihr.
Nachdem wir mit dem Palast durch waren, sind wir noch eine Weile durch die Stadt gelaufen, haben im Guest house was gegessen und sind dann zum Foreign Correspondence Club, eine Bar/Restaurant/Hotel in einem und ein Treffpunkt für Ausländer in Kambodscha noch dazu. Wir hatten noch nicht einmal das erste Bier leergetrunken als wir dort auch schon von einem Schweden und einer Rumänin eingeladen uns an deren Tisch zu setzen. Die beiden arbeiten für Ericsson und halfen dabei mit, ein Mobilfunknetz in Kambodscha aufzubauen. Gerade der Schwede scheint mit diesem Job schon viel rumgekommen zu sein, klang sehr interessant, was er zu erzählen hatte. Mit den beiden hatten wir viel Spaß an diesem Abend ;).
Tag 3: Killing Fields und Station 21
Am 3. Tag stand ein sehr ernstes Programm an. Denn es gibt in Phnom Penh noch genug Orte, die an das Regime der Roten Khmer erinnern. 2 davon haben wir uns am Montag angeschaut. Zuerst sind wir zu den Killing Fields, dem Ort, an dem die Roten Khmer tagtäglich Gefangene exekutiert haben. Die Killing Fields sind ca. 15km außerhalb von Phnom Penh, deshalb sind wir mit dem TukTuk dahin gefahren.
Die Fahrt dahin war sehr interessant, da wir einen großen Teil Phnom Penhs dabei sehen konnten. Ganz besonders ins Auge stach eine mehrere Kilometer lange Straße am Stadtrand. Links dieser Straße lag ein kleiner aber steiler Hang und kurz dahinter fingen die ersten Reisfelder an. An diesem Hang nun reihten sich, auf Holz- oder Betonpfeilern stehend, jede Menge Häuser aneinander, von den ärmsten Holz- und Wellblechhütten bis hin zu modernen, in sanften Gelb- oder Orangetönen gehaltenen großen Wohnhäusern. In vielen der Holzhäuser waren Handwerker an der Arbeit, viele schweißten oder hämmerten Stahl, manche arbeiteten mit Holz. So ein Bild kann man sich in einer deutschen Stadt kaum vorstellen, eine kleine offene Werkstatt neben der anderen, dazwischen immer wieder schöne Wohnhäuser und dann wieder eine halb zerfallene Blechhütte. Das liegt hier alles direkt nebeneinander.
Die Killing Fields sind aber nunmal auch ein Ort zu dem viele Touristen kommen, und so trafen wir auf einem Pfad der am Rand der Felder verläuft auf ein paar Kinder, die ein paar Doller von uns haben wollten, allerdings auf eine sehr aggressive Art. Die forderten von uns direkt 5$ und wurden ziemlich aggressiv, wenn man ihnen weniger gab.
Nun ja, die Killing Fields sind kein Ort, an dem man sich gerne länger aufhält, wenn man mal alles gesehen hat, also ging's mit dem TukTuk direkt weiter zum nächsten Ort an dem die Roten Khmer gewütet haben: Station 21 (kurz S:21, in Khmer Tuol Sleng), einem Gefängnis mitten inPhnom Penh und das zum Symbol wurde für die unglaublichen Qualen die die Roten Khmer ihren Gefangenen zuteil kommen ließen. Diesmal heuerten wir uns auch eine Führerin an die uns etwas mehr Details zu diesem Gefängnis erzählen konnte. Tuol Sleng war früher einmal eine Schule gewesen und bestand im Wesentlichen aus 3 zentralen Gefängnishäusern, A,B, und C. Im A-Gebäude waren die 'ranghöheren' Gefangenen untergebracht: Ehemalige einflussreiche Politiker, Geschäftsleute und ehemalige Funktionäre der Roten Khmer (dieses Regime war so paranoid, dass viele der eigenen Leute auch früher oder später in Gefängnissen und letzendlich auf den Killing Fields landeten). Die Gefangenen im A-Gebäude hatten ein Bett mit einem Rost aus Stahl und ein Kissen, und immerhin eine recht geräumige Zelle für sich selbst. Im unteren Teil des B-Gebäudes waren die weniger wichtigen Gefangenen untergebracht, immer noch in Einzelzellen, allerdings waren diese nicht größer als 2m², es gab keine Türen (und alle Fenster im Gebäude waren permanent geschlossen) und keine Möbel. Im oberen Teil des B-Gebäudes waren die Massenzellen für Kinder und sonstige unwichtige Gefangene. Alle Gefangenen, egal ob in A oder B-Gebäude waren permanent an ihren Füßen angekettet. In den Massenzellen wurden sie an lange Stahlstangen gegekettet und dann einfach in Reihen auf den Boden gelegt.
Im C-Gebäude fanden dann die meisten Folterungen statt, wenn ich das richtig verstanden hatte. Ich werde jetzt hier nicht näher auf die Foltermethoden dort eingehen, ich denke es reicht zu sagen, dass sie barbarisch und brutal waren. Die Folterungen hatten angeblich das Ziel, Informationen zu erlangen und so saß immer ein Schreiber diesen bei und verfasste ein Protokoll des 'Verhörs'.
Wer nach Tuol Sleng ging, der verließ dieses eigentlich nur lebend, wenn er auf einem Laster auf dem Weg zu den Killing Fields war um dort umgebracht zu werden. Von 20.000 Insassen in 4 Jahren haben die Gefangenschaft dort nur 7 Leute überlebt und die hatten das geschafft weil sie sich nützlich machen konnten. So waren 2 der Überlebenden, die die Vietnamesische Armee dann schließlich befreite Maler gewesen, die das Gefängnis verschönern sollten.
Dieses Gefängnis legt ein wirklich bedrückendes Zeugnis davon ab, wie grausam die Menschheit zu sich selbst sein kann.
Manch einer fragt sich jetzt vielleicht, wie man so ein Gefängnis mitten in der Hauptstadt bauen kann, ohne dass die Bevölkerung viel davon mitbekommt. Nun, das war in diesem Fall recht einfach: Die Roten Khmer haben Phnom Penh nahezu völlig entvölkert. Nur wenige Stunden nach ihrem Einmarsch in die Stadt haben sie die Bevölkerung aufgeteilt und in verschiedene Teile des Landes gebracht. Während der Herrschaft der Roten Khmer lebten nie mehr als 50.000 Menschen in der Hauptstadt.
Nach unserer Rückkehr von den Killing Fields waren wir dann noch in einem Irish Pub essen (bestes Essen seit langem ;)) und haben im Guest House ein Gute-Nacht-Bier getrunken.
Tag 4: Russian Market, Abreise und Schlusswort
Alles neigt sich mal dem Ende zu, so auch unser Trip nach Kambodscha. Am Dienstag mussten wir zurückfliegen, doch davor sind wir noch auf den Russian Market, um ein paar Souvenirs zu kaufen. Der Russian Market hat seinen Namen aus Sowjet-Zeiten, als viele Russen oft nach Phnom Penh kamen um dort billig einzukaufen. Heute findet man dort allerlei Markenklamotten, die andernorts in Kambodscha billig produziert werden, außerdem kambodschanische Seide, Kleidung im ostasiatischen Stil (z.B. Kimonos), allerlei Handwerkswaren, DVDs und nahezu alle Einzelteile eines Mopeds.
Nachdem ich dort gut eingekauft hatte, sind wir dann zum Flughafen und ab in den Flieger nach Bangkok.
Und bei der Rückkehr hat man auch direkt gemerkt, wie entwickelt Thailand im Vergleich zu einigen seiner Nachbarländer eigentlich ist - der Flughafen ist hier doch einige Dimensionen größer als der in Phnom Penh, hier gibt es eine Müllabfuhr und öffentliche Verkehrsmittel und Straßen in einem annehmbaren Zustand ;). Dennoch ist Phnom Penh mMn für Jeden, der mal in die Gegend kommt eine Reise wert. Es ist trotz der Armut auf jeden Fall eine schöne Stadt, auch dank der vielen Grünflächen und den vielen noch erhaltenen Gebäuden aus der Kolonialzeit. Viele Kambodschaner können auch recht gut Englisch, gerade im Vergleich zu den Thais, wo außer Studenten nicht viele Leute groß Englisch können.
Bilder des Trips gibt's in den nächsten Tagen, wenn ich die mal alle durchgegangen bin und sortiert habe ;).
So long :).
Mittwoch, 16. Januar 2008
Das Leben in Thailand, Teil 3: Politik
So, meine Klausuren habe ich überstanden - bis auf eine, die am Tag an dem sie stattfinden sollte mal eben verlegt wurde und zwar auf diesen Samstag. Das Schöne daran ist, dass wir den Professor der diese Klausur stellt am selben Tag noch auf dem Campus trafen, der war also nicht krank oder sonstwie verhindert -.-.
Sonst gibt es noch nicht viel zu berichten, ich habe die letzten 2 Wochen eben hauptsächlich mit Klausuren schreiben, lernen und gammeln verbracht.
Und deshalb schreibe ich euch heute mal ein wenig was über die Politik hier in Thailand - soll ja niemand sagen können, dass ich hier nur wilde Partyberichte poste :D.
Ach ja, Bilder von Hua Hin gibt's nun auch, ich hoffe sie gefallen euch :).
Sooooo, dann mal zum Thema:
Der ein oder andere hat's vielleicht mitbekommen - am 23. Dezember fanden in Thailand Wahlen statt. Thailand hat aber gleichzeitig einen König als Staatsoberhaupt, das Land ist also ähnlich wie Groß-Britannien eine konstitutionelle Monarchie. Allerdings spielte in der Geschichte des Landes das Militär besonders im vergangenen Jahrhundert eine sehr starke Rolle und hat auch jetzt noch Einfluss auf die Politik. Angefangen hat diese Macht des Militärs in den 1930er Jahren. 1932 kam es zu einer unblutigen Revolution, die Thailands erste Verfassung hervorbrachte (bis dahin hatten die Könige allein geherrscht). Der König dankte kurz danach ab. Das Militär wollte eine Rückkehr der Royalisten verhindern und stellte sich deshalb auf die Seite Revolutionäre, und wurde deshalb im Laufe der kommenden Jahre immer stärker. Im Jahr 1938 riss das Militär dann die Kontrolle im Land an sich und führte das Land an der Seite Japans in den 2. Weltkrieg. Bis 1973 war Thailand dann mehr oder minder eine Militärdiktatur gewesen. Allerdings wurden die Forderungen nach mehr Demokratie immer lauter, bis sich 1973 eine Massenprotestbewegung in Bangkok und Umgebung bildete, angeführt von Studenten. Als Folge dieser Proteste gab das Militär die Macht wieder ans Volk zurück. Allerdings konnte die neue Regierung keine Probleme anpacken und versank in Streitereien, während gleichzeitig die Kommunisten im Land immer stärker wurden. Deshalb übernahm das Militär schon 1976 wieder die Kontrolle, arbeitete diesmal allerdings mit dem Parlament zusammen und ließ mehr oder minder freie Wahlen zu. Bis in die 1990er Jahre hinein war es dann relativ ruhig, doch dann kam es wieder zu Unruhen, da die damalige Regierung als korrupt galt - das Militär setzte sie deshalb ab. 1992 gab es dann neue Wahlen und dann mW keien weiteren Militärputsche mehr, bis...
2006 - Das Ende von Thaksins Regentschaft.
Thaksin war bis 2006 Ministerpräsident gewesen, und auch sehr beliebt bei den armen Leuten auf dem Land, da er für sie kostenlose Arztbesuche einmal im Jahr und andere Vorteile schaffte. Gleichzeitig stopfte er sich aber die eigenen Taschen voll, hinterzog Steuern etc. Deshalb setzte das Militär ihn postwendend ab, als er sich im September 2006 auf einer UN-Versammlung in New York befand. Seit dem hat er das Land nicht mehr betreten, da ihm hier ein Gerichtsverfahren droht.
Das Militär setzte eine Übergangsregierung ein, die bis zu den Wahlen im vergangenen Dezember regierte.
Bei den Wahlen am 23.12. gab es 2 große Volksparteien die um die Macht rangen: Die PPP (=People's Power Party) und die Demokraten. Die PPP besteht zu einem großen Teil aus Leuten, die in Thaksins alter, mittlerweile verbotenen Partei waren und die Thaksins Kurs fortführen will, ihn sogar begnadigen will, wenn sie kann. Die Demokraten sind gegen Thaksins alten Kurs und wollen Veränderung.
Gewonnen hat die Wahl jedoch die PPP die gut 45% der Sitze im Parlament holte. Der Grund dafür: Auf dem Land ist Thaksin immer noch sehr beliebt, da dort die meisten Menschen arm sind und diese von Thaksins Steuerhinterziehungen nichs mitbekommen haben. In Bangkok haben die Demokraten einen deutlichen Vorsprung eingefahren. Allerdings gilt sowohl auf dem Land als auch in Bangkok, dass sich die Parteien gegenseitig Stimmenkauf vorwerfen... so ganz sauber wird die Wahl denke ich auch nicht gewesen sein.
Es gibt hier ein Sprichwort, das lautet:"Das Volk auf dem Land wählt die Regierung, das Volk in Bangkok setzt sie wieder ab"... genau dies ist jetzt wohl wieder passiert.
Die Thais die wir hier in Bangkok kennengelernt haben scheinen zu einem großen Teil aber eh kein Vertrauen und kein Interesse an ihren Politikern zu haben... Toon hat z.b. auf ihrem Wahlzettel keinen Kandidaten gewählt.
So, das soll dann erstmal reichen.
Am Wochenende fliegen wir wahrscheinlich nach Singapur, da kann ich euch dann hoffentlich nächste Woche etwas mehr berichten ;).
Mittwoch, 2. Januar 2008
Sylvester am Meer
Nun habe ich mein erstes Sylvester am Strand verbracht und es war mal eine angenehme Abwechslung zum klassischen Schneematsch-Sylvester in Deutschland.
Los ging der kleine Sylvester-Strand Trip letzten Samstag, mit dem Auto sind Toon, Max und dessen Freundin, Shining, Macky (ein Freund von Toon), Jane und Cherry (2 Thai-Freundinnen von Max und Toon), Maria (eine Dänin) und Costa (Australier, Freund von Jane) nach Hua Hin gefahren.
Hua Hin ist ein kleiner Badeort im Süden Thailands, der dafür bekannt ist, Urlaubsort der Reichen und Schönen zu sein. In einem der Hotels waren z.B. die Beckhams mal zu Besuch. Das merkt man auch am Stadtbild, denn Hua Hin ist die mit Abstand sauberste Stadt die ich bisher hier in Thailand gesehen habe. Und außerdem sieht man dort überall Anzeigen für Grundstücke und Villen ab 30.000€ aufwärts.
Viel gesehen habe ich sonst von der Stadt jedoch nicht, da es am ersten Abend gleich wieder aus der Stadt raus in eine Bungalow-Siedlung außerhalb am Strand ging. Dort verbrachten wir einen echt gemütlichen Abend am Strand mit Musik, Gelächter und Jack Daniel's unter einem echt schönen Sternenhimmel (sowas sieht man in Bangkok so gut wie nie ;)).
Am nächsten Morgen ging's dann zu Mackys Eltern, wo wir die nächsten 2 Nächte übernachten konnten. Mackys Eltern wohnen ca. eine Autostunde außerhalb von Hua Hin an einer Straße die mitten durch eine Mischung aus Wald und Steppe verläuft - und außer einigen anderen Häusern an der Straße hat man dort weit und breit nur Natur um sich herum. Das Haus sah von außen auch nicht sehr einladend aus, war von innen dann aber doch sehr gemütlich und modern eingerichtet; lediglich das Bad war für mich alles andere als angenehm eingerichtet.
Nunja, nachdem wir uns bei Macky eingerichtet hatten wurden wir von den Eltern bekocht. Es gab wie so oft Reis mit verschiedenen Beilagen - z.B. Fisch, Fleisch, Vogel. Einige der Beilagen waren selbst den anderen Thais in unserer Gruppe zu scharf, davon habe ich dann lieber die Finger gelassen. Danach sind wir dann zu einem Tempel in der Gegend gefahren, der auf einem kleinen Berg direkt an einer halbkreisförmigen Bucht steht. An diesem Tempel treiben sich auch viele Affen herum, die absolut keine Scheu vor Menschen haben, ganz im Gegenteil, diese Affen fordern einen teilweise schon dazu auf ihnen was zu Essen zu geben. Nachdem wir unseren Wegezoll an die Affen in Form von Erdnüssen und Bananen gezahlt hatten sind wir die Treppen zum Tempel hoch und haben dort dann die Aussicht über die Bucht genossen. Es war zwar etwas bewölkt und ziemlich zugig, aber die Aussicht auf das offene Meer war dennoch herrlich.
Danach sind wir dann zu einer anderen Bucht in der Nähe gefahren, an der es einen langen Badestrand gibt. Dort ging's dann auch sehr gemütlich zu und nach einem ausführlichen Abendessen mit viel Seafood ging's für Jane, Cherry, Costa und Maria wieder nach Bangkok. Die übrigen (Max, Max' Freundin, Shining, Toon, Macky und ich) sind zu Mackys Eltern, haben sich umgezogen und dann sind wir nach Hua Hin rein um dort das Nachtleben zu besichtigen. Neben dem ersten Besuch einer richtigen Disco seit ich hier in Thailand ankam gab es an diesem Abend viel zu lachen, viel zu reden und viel zu trinken ;).
Dementsprechend spät sind wir dann an Silvester aus dem Bett gekommen. Was aber auch halb so wild war, denn außer der Besichtigung einer berühmten Höhle in der Nähe stand tagsüber nichts mehr auf dem Programm. Zu der Höhle lasse ich dann die Fotos sprechen, sobald ich sie online habe ;).
Als wir von der Höhle zurückkamen sind wir dann wieder nach Hua Hin auf den Straßenmarkt, wo es mal wieder Seafood als Abendessen gab - und danach sind wir Richtung Strand marschiert, wo wir zusammen mit vielen anderen am Meer saßen und das Jahr ausklingen ließen.
Das Hilton Hotel in unserem Rücken hat es sich dann auch nicht nehmen lassen, ein zwar kurzes aber eindrucksvolles Feuerwerk über dem Meer abzufeuern.
Am nächsten Tag stand die Rückreise nach BKK an, aber zuerst wollten wir noch den alten Sommerpalast von König Rama VI. anschauen, den dieser Anfang des 20. Jahrhunderts direkt am Meer bauen ließ. Das Gebäude liegt auch wirklich schön nur ein paar Meter hinter dem Strand und steht komplett auf ca. 2,5 m hohen Stelzen. Interessant daran fand ich dann besonders, dass es zwar in thailändischem Stil gebaut worden war, die Einrichtung dafür aber fast ausschließlich aus westlichen Möbeln bestand, besonders Esszimmer und Badezimmer waren genau so eingerichtet wie man sie sich in einem der Adelshäuser der damaligen Zeit vorstellen würde.
Nach der Besichtigung des Palasts sind wir dann auch weiter nach Bangkok gefahren, dank einem Stau hat das auch lange genug gedauert. Gut 7 Stunden dauerte die Rückfahrt insgesamt, die Hinfahrt hat nur knapp 3 gedauert. Dafür sah ich dann auch eine mir etwas unsinnige Einrichtung der Thais bei Stau: Alle paar 100 meter standen nämlich Verkehrspolizisten die mit roten Leuchtstäben die Autos zum Weiterfahren aufforderten... was man solange es der Verkehr zuließ auch von selbst tat. Ich habe keine Ahnung, zu was diese Polizisten eigentlich gut waren, aber sie haben echt motiviert gewirkt mit ihren Leuchtstäben.
Sooo, das war's dann erst einmal wieder von mir, diese Woche muss ich lernen da wir in der nächsten Woche unsere Zwischenprüfungen schreiben dürfen. Dementsprechend werdet ihr außer den Bildern, die ich die nächsten Tage hochladen werde und evtl. einem kleinen Kommentar über Politik und Regierungsbildung die nächsten 2-3 Wochen hier nichts mehr von mir hören.
Bis dahin hoffe ich dass ihr auch alle gut in's neue Jahr gekommen seid!
Dienstag, 25. Dezember 2007
Frohe Weihnachten!

Das wichtigste zuerst:
Frohe Weihnachten euch allen! :)
Eigentlich bin ich ja einen Tag zu spät, aber gestern kam ich nicht wirklich zum Schreiben.
Ich hoffe, euch geht es allen gut und ich wünsche euch eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit.
Weihnachten in Thailand war definitiv ungewöhnlich, aber dazu komme ich später. Erst einmal gibt's was über vergangene Woche zu erzählen:
Letzte Woche war nämlich Besuchswoche - wir wurden von anderen Deutschen, die sich derzeit in Asien aufhalten besucht.
Den Anfang machte Andy, ein Freund von Matthias, der letzten Samstag aus Hong Kong ankam und bis Donnerstag hier Urlaub machte.
Matthias hat ihm dann dementsprechend Bangkok gezeigt und abends ging's dann noch einige Male in die nächsten Clubs ;).
Freitag abend kam dann direkt der nächste Besuch - Christian (dessen Blog hier auch verlinkt ist) kam aus HongKong mit 2 anderen Deutschen die er in Taiwan kennengelernt hat für 3 Tage zu Besuch. Die 3 haben sich das perfekte Wochenende für Partys in Thailand ausgesucht denn: Dieses Wochenende waren in Thailand Wahlen, und das ging einher mit einem landesweiten Alkohol-Ausschankverbot.
Nachdem Christian, Mika und Michael sich am Samstag abend auch selbst davon überzeugt hatten, dass dieses Verbot auch umgesetzt wird und von einer ausgestorbenen Kao-San Road zurückkamen, sind wir am Sonntag abend (nachdem wir ihnen davor den Chattuchak Markt und das Schwimmbad unserer Uni gezeigt hatten) in die einzige Gegend, wo trotz Alkohol-Ausschankverbot immer was los ist: Soi Cowboy, eine Straße voller Gogo-Bars, wie in Pattaya.
Wir sind allerdings alle brav geblieben, aber in diesen Clubs nahmen sie es mit dem Alkohol-Verbot nicht ganz so genau und so kamen wir noch zu ein paar Bier und ein paar netten Tanzeinlagen ;). Für den Fall, dass uns eins der Mädels zu nahe rücken wollte hatten wir auch Bow dabei, die dann immer so getan hat, als ob sie die Freundin desjenigen wäre (sie muss damit einen ziemlich seltsamen Eindruck auf Außenstehende gemacht haben - ein Thai-Mädel, das mit 5 Deutschen zusammen ist? :D).
Montag morgen haben sich Christian, Mika und Michael dann auch schon wieder auf den Weg gemacht. Waren 3 tolle Tage Jungs, ich hoffe wir sehen uns dann in Taiwan nochmal ;).
Tjo, und gestern haben wir dann also noch versucht, etwas weihnachtliche Stimmung einzufangen. Dazu ging's zuerst einmal einkaufen (kleine Geschenke für die Weihnachtsparty heute abend), Haare schneiden für das anschließende Skype-Webcam Gespräch mit der Familie etc... der Tag ging eigentlich schneller vorüber als mir lieb war, ohne dass ich genau sagen kann, wo die ganze Zeit geblieben ist - bis zum späten Abend dann, als Bow zu uns kam und uns beiden einen kleinen Karton mit Süßigkeiten und kommentierten Bildern von uns geschenkt hat. Matthias hat dann noch seinen Vorrat an Spekulatius, Christ-Stollen und Lebkuchen angebrochen, und zusammen mit einem kleinen Papp-Christbaum, ein paar Kerzen und Stille Nacht als youtube-Video hatten wir's dann fast weihnachtlich in meinem Zimmer.
War aber ein sehr schöner Abend, doch nächstes Jahr bin ich hoffentlich wieder bei meiner Familie über Weihnachten :).
Heute haben wir dann noch schön sehen können, wie gut sich Weihnachten mittlerweile auch nach Thailand verbreitet hat - 2 unserer Profs, die beide in den USA studiert haben, haben sich gegenseitig beschenkt, dazu standen im Sekretariat jede Menge Wichtel-Geschenke herum und vor dem Uni Gebäude hat der Chor eine Plakatwand mit Infos über Weihnachten aufgebaut. Weihnachtlich kann's also selbst hier werden.
Heute abend machen wir dann eine Weihnachtsparty mit den anderen Austauschstudenten und ein paar Thais (die wird aber wahrscheinlich weniger besinnlich und dafür eher berauschend ;)).
Neujahr werden wir in Hua Hin verbringen, dorthin wurden wir von Max, Toon und Shining eingeladen, zusammen mit ein paar anderen ihrer Freunde werden wir dort in's neue Jahr feiern. Sylvester am Meer wird sicher auch witzig :D.
Evtl. schreibe ich die nächsten Tage dann noch was über die Wahl hier, ansonsten werdet ihr mich im neuen Jahr dann wieder lesen können.
Einen Guten Rutsch euch allen :)!
Ein paar Bildchen von gestern abend gibts auch in meiner Campus&Wohnheim Galerie
Montag, 17. Dezember 2007
Eine fast normale Woche
Also wie gesagt, diese Woche eine 'deutsche' Studienwoche: Man feiert unter der Woche, schleppt sich danach in die Vorlesungen und kann am Wochenende nicht viel machen, weil alle Kneipen etc. zu sind (in Weingarten war's genauso weil am WE viele Studenten zu Mami und Papi heimgefahren sind ;)).
Grund für die Feiern unter der Woche war dass Stefan, einer der 2 Austauschstudenten aus Weingarten die letztes Semester hier waren am Donnerstag nach Dland zurückgeflogen ist (nachdem er fast 2 Monate noch im Land rumgereist war). Dienstag abend sind wir (in diesem Fall waren das die 2 Deutsch-Ägypter, alle 4 Finnen, 3 Thai-Mädels und Matthias und ich) deshalb nach Bangkok, zuerst ging's auf den Nana Plaza, das ist ein großer Platz in einem Hotelviertel mit entsprechend vielen Bars und Clubs, von denen viele leicht bekleidete Tänzerinnen anfzubieten haben - und Musik in einer Lautstärke in der man sich tatsächlich noch unterhalten kann (was eindeutig eine Ausnahme darstellt, normalerweise ist es in thailändischen Bars und Lokalen mind. so laut dass man sich höchstens noch schreiend unterhalten kann), weswegen mir diese Bars gar nicht mal so unsympathisch sind ;).
Danach wollten wir in so einen typischen Schicki-Micki Club, in dem allerdings kein einziger Gast war - deswegen sind wir dann woanders hingefahren zu einem Platz um den mehrere kleinere Bars herumstehen. In der Bar in der wir dann waren gab es gute, aber unglaublich laute Thai-Rockmusik und danach immer noch viel zu laute HipHop- und Tanzmusik (habe ich bereits erwähnt, dass es mir da drin viel zu laut war?). Zum Glück müssen in Thailand die Lokale alle zwischen 1 und 2 Uhr nachts dicht machen, da sie sonst eine extra Steuer zahlen müssten, weswegen wir dann alle vor den ersten ernsten Gehörschäden gehen mussten.
Am Mittwoch ging es dann gerade weiter, allerdings sind wir dann nur in's Kashong, das ist eine Bar ca. 3km von unserem Wohnheim entfernt. Das Programm dort war in etwa das selbe wie in der letzten Bar vom Tag davor, nur dass die Musik nicht ganz so extrem laut war und dass dieser Laden über die wohl ekelhafteste Herrentoilette verfügt die ich je gesehen habe. Man denke an den ersten Werner-Film, die Szene in der Meister Röhrich ein verstopftes Klo wieder freimachen will und was danach passiert, das gibt dann schon einen recht guten Eindruck von diesem Klo *würg*.
War dennoch ein sehr netter Abend, die Besetzung war wieder fast die selbe wie vom Tag davor, nur Pasi, einer der Finnen konnte nicht mit.
Donnerstag haben wir dann versucht ein wenig Schlaf nachzuholen und sonst nicht viel gemacht. Und als wir am Freitag dann eigentlich einen gemütlichen Bier-und-Scrubs Abend einlegen wollten wurden wir von dem allgemeinen Alkohol-Verbot überrascht.
Ein paar der anderen Austauschstudenten sind an dem Abend dann noch nach Bangkok rein und haben uns erzählt, dass aufgrund dieses Verbots nahezu alle Lokale die man abends besuchen kann geschlossen waren. Einzige Ausnahme seien wohl Strip-Clubs und sowas gewesen ;).
Und da sich das auch am Samstag nicht änderte, sind wir an dem Abend im Wohnheim geblieben, allerdings im Zimmer von Sauli (ja, auch einer der Finnen). Und Finnen trinken wohl noch lieber Bier als wir, denn die haben scheinbar immer Vorräte an Heineken, dazu einen laotischen Schnaps und finnischer Wodka... war also wieder ein lustiger Abend.
Gestern haben wir dann noch eine kleine Sightseeing und Shopping-Tour durch Bangkok gemacht, denn am Samstag kam ein Freund von Matthias hierher, um uns zu besuchen.
Mit auf dem Programm stand auch wieder das Siam Paragon, das große Luxus-Einkaufszentrum mitten in Bangkok. Dorthin zu gehen war auch absolut kein Fehler, denn dort konnte man schön sehen, wie kommerzialisiert Weihnachten mittlerweile ist - denn auch hier in einem Land, für das Weihnachten mitnichten irgendeine kulturelle Bedeutung hat stehen in den Einkaufszentren Weihnachtsbäume, -Männer, Rentiere etc... ich lade davon noch ein paar Bilder hoch.
Interessanter als die Weihnachtsverzierung im Siam Paragon war dann auch die Muay Thai Vorführung die es davor gab - für mich als Möchtegern-Kampfsportler auf jeden Fall ein Must-see, auch wenn mir Muay Thai viel zu brachial ist. Aber effektiv sieht's dennoch aus, wenn die eigenen Knochen dann irgendwann mal so hart sind dass ihnen die Schienbein-gegen-Schienbein Treffer nicht mehr viel ausmachen ^^.
Alles in allem also eine schöne, gemütliche Woche. Mit reisen wird's jetzt auch erstmal bis mind. Neujahr nichts mehr, da wir bis Weihnachten fast durchgehend Besuch haben werden ;).
Ein paar Bilder gibt's aber dennoch von diesem WE, besonders vom weihnachtlich eingerichteten MBK und Siam Paragon
Montag, 10. Dezember 2007
Der Geburtstag des Königs und Pattaya
So, zurück aus dem Wochenende kommt jetzt das versprochene größere Update.
Mittwoch abend war wie schonmal erwähnt der 80. Geburtstag von König Rama IX., und damit Nationalfeiertag in Thailand und auch gleichzeitig noch Vatertag.
Für die Thais also ein Anlass zum Feiern und für uns ein Grund, abends nach Bangkok zu gehen und die Feierlichkeiten anzuschauen.
Mit 2 einheimischen Thais (Toon, einer Freundin von Max, die wir vom Linkin Park Konzert kannten und ein absolut schwuler Freund von ihr) ging's mit dem Taxi direkt ins Zentrum von Bangkok, genauer gesagt nach Sanam Luang, wo die eigentliche Residenz des Königs steht. Um diese Residenz herum war die komplette Straße ein einziges Lichtermeer, jeder Baum, jeder Strauch, jede Straßenlaterne behangen mit Lichterketten. Sah gigantisch aus - ich habe nur leider aus dem Taxi heraus keine Fotos gemacht.
Nach einem Abendessen bei Pizza Hut wollten wir dann in den Palast zur eigentlichen Zeremonie gehen. Dummerweise waren wir dann aber schon zu spät dran und so blieben wir bei einem kleinen Buddha-Schrein am Ufer des Chao Praya (= der Fluss der durch Bangkok fließt ;)), wo sich bereits vielleicht 100 Leute versammelt hatten, um hier den Geburtstag des Königs zu feiern. Jeder der Anwesenden bekam eine Kerze in die Hand gedrückt, und nahezu alle Anwesenden trugen eins der gelben 'Königs'-T-Shirts (auf denen meist das Wappen der königlichen Familie und Aufdrücke wie 'Long live the king' stehen - wir haben auch welche ;)). Kurz nach 20 Uhr begann die eigentliche Zeremonie, wir zündeten alle unsere Kerzen an und hörten dann einem alten Mann zu, der wohll irgendeine Rede auf Thai hielt. Danach stimmte er (ich schätze mal) die thailändische Nationalhymne an und alle Anwesenden Thais sangen mit. Danach kamen noch 1 oder 2 Lieder die ebenfalls von allen Anwesenden mitgesungen wurden.
Danach verteilte sich die Menge wieder und wir beschlossen, dass wir zum Palast gehen würden und uns dort die weiteren Feierlichkeiten anschauen würden.
Doch diese Idee hatten wohl einige 100.000 Thais, und so waren die Straßen völlig überfüllt von einer Armee gelb angezogener Leute, die teilweise den Verkehr komplett lahmlegten. Zum Palast war jedenfalls kein Durchkommen mehr, und es hat uns auch einiges an Zeit gekostet, überhaupt wieder aus der Gegend rauszukommen. Und da wir am nächsten Morgen endlich mal einen größeren Ausflug machen wollten, haben wir's dabei dann belassen und sind nur noch heimgefahren.
So, und am Donnerstag war dann eben verreisen angesagt, erstes Ziel war Pattaya.
Pattaya ist eine absolute Touristenhochburg und auch gleichzeitig der Grund dafür, warum Thailand den Ruf als Sex-Tourismus Land genießt. Im Vietnam-Krieg hatten die Amerikaner hier ein Erholungslager für ihre Truppen aufgebaut, und das hat dann aus dem kleinen Fischerdorf eine große Stadt mit entsprechend vielen Nachtclubs, Go-Go-Bars etc. gemacht. Aber anschauen wollten wir's uns dennoch mal :D. Nach gut 2 Stunden Überlandbusfahrt waren wir auch schon da, und nach einem kurzen Besuch bei der Tourist Information hatten wir auch ein Hotel und einen Ausflug nach Kho Larm, eine kleine Badeinsel in der Nähe von Bangkok gebucht.
Nach kurzem Einrichten in unserem Hotel ging es dann direkt ins Herz des Vergnügungsviertels von Pattaya, der Walking Street. Diese Straße ist im Endeffekt nur eine riesige Ansammlung von Bars, Go-Go-Clubs und Restaurants. Nachdem wir uns eine der Bars mal von innen angesehen haben beschlossen wir anständige Studenten zu sein und in einem der ruhigeren Restaurants auf ein Bier den Abend ausklingen zu lassen.
Freitag sind wir dann nach einem Frühstück in einem deutschen Restaurant (von denen es hier eine ganze Menge gibt) nach Jomtien Beach, das ist im Süden von Pattaya, abseits der Vergnügungs-Viertel - und hier versucht die Stadt wohl von ihrem Image als Sex-Tourismus-Stadt wegzukommen, denn hier ist's wesentlich ruhiger und es ist wohl alles auch etwas familienfreundlicher eingerichtet - und dementsprechend ist der Strand auch etwas ruhiger und sauberer... so zumindest die Tourist-Information, wir haben uns nicht die Zeit genommen, alle Strände genau zu evaluieren ^^. Auf jeden Fall ist der Strand recht nett, allerdings wird man alle 5 minuten von einem vorbeilaufenden Verkäufer genervt, deren Angebot von einer Tüte Eis bis zu Tätowierungen reicht. Am Strand sind wir dann noch mit einem deutschen Touristen ins Gespräch gekommen und so waren das dann einige nette Stunden. Nach dem Abendessen (wieder in einem deutschen Restaurant - nach gut 1,5 Monaten Thai-food wollten wir mal wieder deutsches Essen kosten ;)) sind wir dann wieder auf Kneipentour gegangen, wobei die nicht ganz so lange wurde, denn am Samstag stand der Ausflug nach Koh Larm an ;).
Der Ausflug nach Koh Larm war dann auch recht angenehm, ist eine nette kleine Insel, ca. 45 min mit dem Boot von Pattaya entfernt, verfügt über einen schönen Sandstrand, Korallenküste, und grünblaues, herrliches Meerwasser. Und bei dem Ausflug haben wir noch eine echte Berühmtheit getroffen: Homer J. Simpson! oder besser die indische Version von ihm. Er fiel uns schon auf als sich die Gruppe gerade noch sammelte und die Touri-Führer uns ersteinmal vorlasen, was es alles an Beschäftigungsmöglichkeiten den Tag über gäbe. Da meinte Homer schon, einfach mal alles inkl. seiner Familie mitmachen zu müssen, während seine Frau im Geldbeutel nach dem Geld suchte. Auf der Fahrt zur Insel meinte Homer dann wohl, dass es keine bessere Entsorgung für leere Bierdosen gibt als das Meer. Und nachdem er dann 3-4 Bierdosen intus hatte, stolperte er dann über den Strand und ein Stück weit im Meer, bis ihn dann irgendwann eine Welle umwarf und er halb im Wasser wie ein gestrandetes Walross am Strand rumlag, unfähig wieder aufzustehen. Nachdem wir und einige der anderen Touris ihm wieder aufhalfen war er immer noch so begeistert vom Meer dass er direkt wieder reinmarschierte, nichtmal sein Sohn konnte ihn davon überzeugen, dass das in dem angetrunkenen Zustand keine gute Idee war. Erst als er dann ein 2. Mal umgeworfen wurde konnte ihn seine Frau dann endlich überzeugen, dass es für ihn besser wäre, sich hinzuliegen. Nunja, Idioten gibt's halt echt mit jeder Hautfarbe und Herkunft ;).
Sonst ist auf der Insel nicht viel passiert, wir haben den Sonnenschein genossen und waren ein wenig im Wasser, ich habe mir noch einen Sonnenbrand zugelegt und dann ging's auch wieder heimwärts. Abends gab's noch einmal eine kleine Kneipentour durch die Innenstadt, wieder nicht so lange, weil wir ein stück weit einfach übermüdet waren und weil am Sonntag die Rückreise nach Bangkok anstand. Und hier bin ich nun, und zu guter Letzt noch mein Eindruck von Pattaya und dem ältesten Gewerbe der Menschheit hier: Es gibt hier wie gesagt eine große Anzahl an Bars, und in den allermeisten arbeiten eben junge Mädels. Dem vorbeilaufenden Touri wird dann meist auch von der Bar aus hinterhergelächelt oder zugewunken, in der Hoffnung dass er bleibt. Und wenn er das tun sollte, wird sich schon nach kurzer Zeit ein Mädchen zu ihm setzen, die mit ihm dann ein nettes Gespräch anfängt und dann hofft, auf einen Drink eingeladen zu werden. Diese sog. Lady Drinks sind mit einem guten Aufschlag zu den anderen Getränken versehen, ein Teil dieses Zuschlags geht dann an das Mädchen, ein Teil an die Bar. Nachdem man dann eine Weile mit dem Mädchen geredet hat, wird sie einen irgendwann fragen, ob man sie denn mit zum Hotel nehmen wolle. Sollte man das tun wollen, muss man zunächst einmal bei der Bar eine Gebühr für das Auslösen des Mädels zahlen und danach vereinbart man mit dem Mädchen selbst noch einen Preis für die Nacht.
Warum ich das alles weiß? Nun wie gesagt, wir saßen in mehreren Bars, und da lief's so ab - wobei wir nicht mehr als Drinks spendiert haben.Was mir in Pattaya auch aufgefallen ist war die große Anzahl an Deutschen, die sich dort wohl einen gemütlichen Lebensabend machen. War schon krass, wie oft man deutsche Restaurants oder allgemein Deutsche Aufschriften auf Läden etc. gesehen hat.
Nunja, soviel für's erste. Ich habe auf der Rückfahrt noch einige Bilder von Bangkok gemacht und die auch schon zur Bangkok-Gallerie hochgeladen. Die Bilder von Pattaya und dem Kratong-Fest folgen hoffentlich morgen ;).
Bis demnächst :).
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Ja, ich lebe noch...
Erst gestern war's damit dann um, denn gestern war der Geburtstag des Königs und damit auch ein nationaler Feiertag. Was genau gestern aber alles passiert ist, schreibe ich euch ein anderes Mal, denn: Wir fahren heute (Vorlesungen fallen aus^^) ans Meer, werden dort wohl bis Sonntag oder Montag bleiben. Wenn wir davon dann wieder zurück sind, gibt's mit Sicherheit wieder einiges zu erzählen und viele Bilder, bis dahin müsst ihr euch aber noch gedulden ;).
Euch allen ein schönes Wochenende!
Montag, 26. November 2007
Das Krathong Fest
Dies tut man, indem man kleine Schiffchen bastelt und diese dann abends in einen Fluss oder See setzt. Diese Schiffchen bestehen meist aus einer Scheibe Bananenholz (oder einer anderen schwimmenden und runden Unterlage) und werden dann mit Bananenblättern verkleidet und anschließend mit Blumen weiter ausgeschmückt. Als Krönung muss auf jedes Krathong-Schiffchen eine (Duft-)Kerze.
Los ging's am Dienstag abend mit einem Ausflug zum Golden Mount Temple, einem Buddha-Tempel der auf einem großen Hügel mitten in Bangkok errichtet wurde (für weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Wat_Saket). Um den Tempel herum ging's zu wie auf einem Volksfest, ein riesiger Jahrmarkt voll mit Schießbuden, 'Riesenrädern' (die vielleicht 4m hoch waren ^^) , und einigen Ständen wo Mädels über einem Behälter voll mit Wasser saßen, in welche sie fielen wenn man eine Zielscheibe mit einem Ball traf. Muss ein ziemlich frustrierender Job sein, den ganzen Tag da drauf zu sitzen und zur Belustigung anderer permanent nass zu werden.
Anyway, den Markt fanden wir sowieso nicht sonderlich interessant, der Tempel auf dem Hügel dahinter war wesentlich anziehender. Denn von diesem aus hatte man, wenn man die Treppen erst einmal heraufgeklettert war, einen wirklich schönen Ausblick über das nächtliche Bangkok.
Außerdem steht auf der Dachterasse des Tempels noch eine sehr hübsche Buddha-Statue, um die herum auf sowas wie Wäscheleinen jede Menge Geldscheine hingen.
Eine Segnung in Form eines weißen Farbkleckses auf der Stirn konnte man sich bei Bedarf auch noch abholen.
Am Wochenende begann dann das eigentliche Fest, genauer gesagt am Freitag nachmittag mit einer Veranstaltung unserer Uni bei der wir unsere eigenen Krathong-Schiffchen basteln durften. Wer wie ich das handwerkliche Geschick eines Regenwurms hat, tut sich damit auch gar nicht so einfach, und ich habe schon nicht schlecht gestaunt wie prunkvoll und detailverliebt manche der Thais ihre Krathongs gestalteten. Nichtsdestotrotz gelang es auch mir nach gut 1,5 Stunden ein halbwegs ansehnliches Krathong zu kreieren. Freitag abend wäre dann eigentlich auch ein großes Fest auf dem Campus gewesen - dem ich aber fern bleiben musste, hatte mir eine schöne Magenverstimmung und dazu Kopfschmerzen eingefangen.
Samstag abend waren wir dafür aber dann auf dem Campus, wo das Krathong-Fest weiter ging. Auf einem großen Platz vor einem der Hauptgebäude der Thammasat Universität war ein halbes Volksfest für die Studenten. Von den üblichen Fressbuden abgesehen gab es Stände an denen man sich Krathong-Schiffchen kaufen konnte, jede Menge Stände mit irgendwelchen Geschicklichkeitsspielen und im Innenhof des Administration-Building der Uni gab es die Sieger-Krathongs zu diversen Krathong-Schönheitswettbewerben zu besichtigen.
A propos Schönheitswettbewerb: Das war dann auch der Hauptprogrammpunkt für diesen Abend und unsere Freundin Bow war als Teilnehmerin dabei - keine Frage also, dass ihre 2 Farang-Freunde in der ersten Reihe standen und sie moralisch unterstützten. Der Schönheitswettbewerb war jetzt aber kein 'Miss Wet-T-shirt 2007' Wettbewerb, sondern einer für thailändische Kultur. Die Teilnehmerinnen trugen alle ziemlich prunkvolle traditionelle Kleider, und in der 2. Runde (in die Bow es auch schaffte) musste jede von ihnen auch ein Stück thailändische Kultur vortragen - in Form von Tänzen oder Gesang. Das tat Bow dummerweise nicht wirklich, sie erzählte nur auf Thai und Englisch (sie war die einzige, die während des ganzen Wettbewerbs auch nur ein Wort Englisch sprach) was das Krathong-Fest ist - das war der Jury wohl nicht genug Thai-Kultur, weshalb sie dann nicht mehr auf den vorderen Plätzen landete.
Nach dem Schönheitswettbewerb war das Fest dann auch ziemlich vorbei, schön war's dennoch :).
Bilder zu dem ganzen Fest werde ich in den nächsten Tagen hochladen, sobald ich sie von Matthias habe, ich hatte an dem Abend nämlich keine Kamera dabei ;).
Ach ja, einen wichtigen Nachtrag habe ich noch zu den Studenten hier in Thailand zu sagen: Die scheinen hier wirklich stolz darauf zu sein, Studenten zu sein. Man sieht allerorten welche von ihnen mit T-shirts auf denen Dinge wie 'i love Thammasat' , 'i am a student at...' etc. rumlaufen.
Ich glaube, bevor ich zurückfliege werde ich mir auch noch solche T-Shirts zulegen :D.
Donnerstag, 22. November 2007
Das Leben in Thailand - Teil 2: Studium
Zwischen einer deutschen Hochschule oder Uni und einer thailändischen Uni (zumindest zu der an der ich bin) gibt es dann aber doch einige Unterschiede, die ich euch hier mal erklären wollte.
1. Der Campus
Wie ich schonmal erzählt habe, ist der Campus hier eine richtige kleine Stadt, ganz im Gegensatz zu den meisten deutschen Unis, die ja meist mitten in der Stadt liegen und ihre verschiedenen Institute über die ganze Stadt verteilt haben. Von der Thammasat University sind die meisten Fakultäten hier untergebracht nur ein paar sind noch auf dem alten Campus mitten in Bangkok, und vom SIIT (meiner Uni) gibt es noch einen Campus 20 Autominuten entfernt, in einem Industriegebiet. Neben den Wohnheimen und den Gebäuden der Uni gibt es dann zusätzlich noch einige kleine Supermärkte, einen Buchladen, ein Postbüro, einige Kantinen und kleine Fressbuden und einen Platz auf dem montags und donnerstags immer ein Markt stattfindet.
Dazu stehen auf dem Campusgelände wie schonmal erwähnt die Stadien der letzten Asian Games, in denen man während dem Semester alle möglichen Sportarten betreiben kann - von Badminton, Basketball, Fußball zu Schwimmen und Fitness-Training ist für alles Platz vorhanden. Zudem gibt es noch einige offene Basketball- und Fußballplätze und eine Tartanbahn zum laufen - für Sport sind also wirklich ausreichend Mittel vorhanden.
Auf dem gesamten Campusgelände fahren ca. im 5-Minutentakt Busse die die Studenten kostenlos von einem Ende zum anderen befördern. Dazu gibt es noch 2 Minivan-Stationen wo man entweder zum 2. Campus der Thammasat University (auf dem einige andere Fakultäten untergebracht sind) oder zu einer U-Bahn- und Skytrain-Station fahren kann.
2. Die Vorlesungen
Die Vorlesungen sind hier recht unterschiedlich, wie in Dland auch kommt es immer ganz auf den Professor an, der sie gibt. So haben wir z.B. 2 Vorlesungen bei einem Professor, der wirklich sehr streng gegenüber den Thais ist. 20% der Punkte die man bei ihm holen kann, sind Punkte für gutes Verhalten - und so geht er zu Beginn jeder Vorlesung erst einmal hin und schließt die Türen ab, damit kein Zuspätkommer mehr rein können. Danach kontrolliert er die Anwesenheitsliste - wer sich nicht mit lautem 'Yes' und deutlichem Handheben bemerkbar macht wird als abwesend notiert - auch wenn man nur die Hand hebt aber nicht laut genug yes sagt. Danach schaut er meist noch, ob auch alle ihre Studenten-Uniform korrekt angezogen haben. Wer sein Hemd nicht richtig in der Hose hat, bekommt Punktabzug. Und dann gibt's noch Punktabzug für alles, was stört - Reden, Schlafen, Handy etc. Wenn man gegen eine seiner Regeln verstößt zieht er Punkte von den 20% ab.
Gut, mag jetzt alles sehr streng klingen, aber andererseits: Für simples da sein und nicht einschlafen bekommt man schon 20% der Punkte - 50% braucht man zum Bestehen, er macht den Thais also meiner Meinung nach eigentlich eher ein Geschenk ;).
Noch dazu, da einigen von den Thais etwas mehr Disziplin wirklich nicht schaden könnte. In anderen Vorlesungen, in denen die Profs nicht so streng sind wird laut gelacht, sich in der Vorlesung umgesetzt, gequatscht, geschlafen und NintendoDS gezockt. Und das teilweise wirklich auf einem Lautstärkepegel der es anderen schwer bis unmöglich macht, dem was der Prof sagt zuzuhören. Ok, die Thais sind meist erst 18 wenn sie mit Studieren anfangen und damit im Schnitt 1-2 Jahre jünger als Deutsche, aber ich behaupte jetzt mal, dass wir nicht so ein Hühnerhaufen in dem Alter waren ;).
Was allerdings nahezu alle Profs machen (afaik müssen sie das sogar) ist die Anwesenheit der Studenten kontrollieren.
Tja, und wie gesagt, andere Profs nehmen es nicht so ernst mit der Anwesenheit, dem richtigen Benehmen oder der Kleidung.
Allerdings sind die meisten Vorlesungen eben wirklich nur Vorlesungen, sie sind kaum interaktiv gestaltet. Besonders der strenge Prof hält eigentlich 1,5 Stunden lang einen zwar recht interessanten Vortrag, aber eben nur einen Vortrag - man wird kaum zum Mitdenken angeregt, und das schlägt auf Dauer dann doch in mangelnde Aufmerksamkeit und v.a. Müdigkeit um ;).
3. Farang in Vorlesungen
Tja, und uns Ausländern kommt mal wieder wie so oft eine Sonder-Rolle zu - wir stehen etwas außerhalb der strengen Anwesenheitskontrollen und können es uns erlauben desöfteren mal zu fehlen (zumindest haben das die anderen Austauschstudenten die schon vor uns da waren behauptet). Für die Kleidungsvorschriften gilt das selbe: 2 der anderen Austauschstudenten, die schon seit letztem Semester hier sind haben z.B. bis heute keine richtig schwarzen Stoffhosen und auch keine rein weißen Hemden, wie sie für männliche Studenten eigentlich vorgeschrieben sind. Das stört aber offensichtlich auch keinen.
Als Ausländer genießen wir aber natürlich auch etwas mehr Aufmerksamkeit von den Thai-Studenten, besonders von den Mädels - so wurden wir in Principles of Management schon kurz nachdem die Professorin erklärte, dass wir über das Semester in Gruppenarbeit machen sollten von ein paar Thai-Mädels angesprochen und gefragt, ob wir schon eine Gruppe dafür hatten - hatten wir noch nicht, aber nun haben wir sie ;).
Ganz generell ist es hier für uns bislang absolut kein Problem, mit Mädels in's Gespräch zu kommen, im Gegenteil, die sprechen uns oft sogar zuerst an. Bei den Herren der Schöpfung gestaltet sich das etwas holpriger, aber bei dem Verhalten was manche von denen an den Tag legen haben wir auch kein Problem damit uns nur an die Mädels zu halten ;).
Aber zum Thema Frauen und Männer gibt's ein anderes Mal mehr, versprochen.
Morgen beginnt dann das Krathong-Festival, ein 2-tägiges Fest, bei dem die Thais auf allen Flüssen kleine selbstgebastelte 'Boote' schwimmen lassen - die genaue Bedeutung kann ich euch hoffentlich beim nächsten Mal erklären :D.
Montag, 19. November 2007
Statusbericht
Was ist letzte Woche alles passiert?
Zuerst einmal hat das Semester hier nun endgültig richtig für uns begonnen, wir haben derzeit 7 Kurse belegt (8 ist das Maximum) - und die Vorlesungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Aber bevor ich all die Nicht-Studenten hier langweile überspringe ich dieses Kapitel mal, zum Thema Studium in Thailand werde ich dafür bald einen extra Post machen ;).
Abseits vom Studium haben wir auch mal mit Sport begonnen - abendliche Jogging-Runden auf dem Campus und Schwimmrunden im Stadion werden jetzt regelmäßig unternommen, damit wir nicht gar so viel Fett ansetzen :D. Joggen ist hier allerdings wesentlich anstrengender als in Dland - dank Hitze und Luftfeuchtigkeit läuft uns schon nach wenigen Minuten der Schweiß in Strömen runter. Aber daran werden wir uns schon noch gewöhnen :D.
Abseits von Studium und Sport richtet sich langsam dann doch auch eine gewisse Routine ein, abends gehen wir meist gemütlich essen mit Bow, einer sehr aufgedrehten aber sehr netten Thai-Dame, die wir seit 1,5 Wochen nun kennen, oder wir gehen ins Sweet Duck mit den anderen Austauschstudenten.
Tjo, und so plätscherte die Woche vor sich hin, bis zum Samstag - denn da gab es dann doch etwas wichtigeres zu tun: Der ein oder andere von euch wird wissen, dass ich am 18.11.1984 geboren worden bin - also war Samstag der perfekte Tag um mal wieder richitg feiern zu gehen :D. Wir sind also mit eigentlich allen unseren neuen Bekannten hier (ausgenommen die Finnen, von denen hatte einer noch nen Kater vom Freitag, 2 andere waren sonstwo unterwegs und der 4. war auf Phuket auf Brautschau - alles Weicheier ;)) mal wieder auf de Kao-Sarn Road. Anfangs noch in kleiner Gruppe (Matthias, Bow, ein Freund von Bow und ich) in einer Kneipe mit Live-Band und völlig überteuerten Getränken, später dann mit der gesamten Mannschaft (Max, die anderen deutschen Studenten und Toon sind noch dazugestoßen - Toon ist eine Freundin von Max, die wir beim Linkin Park Konzert kennengelernt hatten) in dem 'Irish Pub' in dem wir auch schon an Halloween waren - diesmal allerdings in einem kleinen Separee mit Billardtisch und Dart-Scheibe, und leiserer Musik, dafür umso stärker aufgedrehter Klima-Anlage (ich wette, wenn einer von uns beiden hier krank werden sollte, dann wegen diesen verdammten Klima-Anlagen).
Tja, was soll ich dazu sagen, es war ein sehr schöner Abend, Bier, Weib und Gesang oder so ähnlich :D. Da auf der Kao-Sarn Road alle Kneipen aber bereits gegen 2 Uhr schließen müssen, war der Abend ein wenig zu kurz für meinen Geschmack - gegen 3 Uhr hatte uns das Taxi dann wieder daheim abgeliefert. Reinfeiern ist aber immer noch die beste Art, Geburtstage zu feiern :D. Sonntag wollte ich dann mal wieder richtig ausschlafen - das ging aber leider nicht, da Bow mich um 10:30 anrief und fragte, ob wir nicht mit ihr in den Future Park wollten. Halb schlaftrunken haben wir mal zugesagt... und durften dann dort (nach einem 'Frühstück' bei McDonald's - ja, ich weiß das hat null Stil, aber Hunger muss gestillt werden ;)) ca. 3 Stunden darauf warten, dass ihr Laptop repariert wurde. Ok, die Zeit haben wir uns recht angenehm ausgestaltet: Haben uns eine Massage gegönnt und danach noch richtiges Thai-Food in einer der auch im Future Park zuhauf anzufindenden Fressbuden gegönnt, und ich habe mir selbst ein kleines Geschenk gemacht, indem ich mir das aktuelle Linkin Park Album gekauft habe, für etwa den halben Preis als in Deutschland, inkl. Bonustracks und der Möglichkeit, Live-Tracks ihrer Tour runterzuladen :D.
Also eigentlich alles gut, allerdings waren wir bei Shining zum Essen (sie wollte für uns Chinesisch kochen, wir hätten dafür Deutsch kochen sollen) eingeladen gewesen, deshalb war es nicht wirklich geschickt, so lange im Future Park zu bleiben. Aus einem geplanten Treffen um 16 Uhr wurde dann eines um 18:30 (Max war schon um 14 Uhr zu Shining gekommen und hat die ganze Zeit mit ihr auf uns gewartet), und mit selbst gekochtem Essen wurde es auch nichts, stattdessen gab es frisch gekaufte Hühnchenwings und eine Art indische Pfannkuchen (sehr lecker das). War aber dennoch sehr nett bei den beiden - und ganz besonders überrascht haben sie mich dann noch mit der thailändischen Version einer Schwarzwälder Kirschtorte :). Die ist zwar anders als bei uns, aber lecker und tödlich für die Figur ist sie auch hier.
Und darum gehe ich jetzt auch gleich mal wieder eine Runde joggen :D.








