Heute mal wieder ein etwas allgemeiner gehaltener Teil über das Leben hier, diesmal geht's um das, womit ich mich die letzten Wochen hauptsächlich beschäftigt habe: Dem Studium (ach?!).
Zwischen einer deutschen Hochschule oder Uni und einer thailändischen Uni (zumindest zu der an der ich bin) gibt es dann aber doch einige Unterschiede, die ich euch hier mal erklären wollte.
1. Der Campus
Wie ich schonmal erzählt habe, ist der Campus hier eine richtige kleine Stadt, ganz im Gegensatz zu den meisten deutschen Unis, die ja meist mitten in der Stadt liegen und ihre verschiedenen Institute über die ganze Stadt verteilt haben. Von der Thammasat University sind die meisten Fakultäten hier untergebracht nur ein paar sind noch auf dem alten Campus mitten in Bangkok, und vom SIIT (meiner Uni) gibt es noch einen Campus 20 Autominuten entfernt, in einem Industriegebiet. Neben den Wohnheimen und den Gebäuden der Uni gibt es dann zusätzlich noch einige kleine Supermärkte, einen Buchladen, ein Postbüro, einige Kantinen und kleine Fressbuden und einen Platz auf dem montags und donnerstags immer ein Markt stattfindet.
Dazu stehen auf dem Campusgelände wie schonmal erwähnt die Stadien der letzten Asian Games, in denen man während dem Semester alle möglichen Sportarten betreiben kann - von Badminton, Basketball, Fußball zu Schwimmen und Fitness-Training ist für alles Platz vorhanden. Zudem gibt es noch einige offene Basketball- und Fußballplätze und eine Tartanbahn zum laufen - für Sport sind also wirklich ausreichend Mittel vorhanden.
Auf dem gesamten Campusgelände fahren ca. im 5-Minutentakt Busse die die Studenten kostenlos von einem Ende zum anderen befördern. Dazu gibt es noch 2 Minivan-Stationen wo man entweder zum 2. Campus der Thammasat University (auf dem einige andere Fakultäten untergebracht sind) oder zu einer U-Bahn- und Skytrain-Station fahren kann.
2. Die Vorlesungen
Die Vorlesungen sind hier recht unterschiedlich, wie in Dland auch kommt es immer ganz auf den Professor an, der sie gibt. So haben wir z.B. 2 Vorlesungen bei einem Professor, der wirklich sehr streng gegenüber den Thais ist. 20% der Punkte die man bei ihm holen kann, sind Punkte für gutes Verhalten - und so geht er zu Beginn jeder Vorlesung erst einmal hin und schließt die Türen ab, damit kein Zuspätkommer mehr rein können. Danach kontrolliert er die Anwesenheitsliste - wer sich nicht mit lautem 'Yes' und deutlichem Handheben bemerkbar macht wird als abwesend notiert - auch wenn man nur die Hand hebt aber nicht laut genug yes sagt. Danach schaut er meist noch, ob auch alle ihre Studenten-Uniform korrekt angezogen haben. Wer sein Hemd nicht richtig in der Hose hat, bekommt Punktabzug. Und dann gibt's noch Punktabzug für alles, was stört - Reden, Schlafen, Handy etc. Wenn man gegen eine seiner Regeln verstößt zieht er Punkte von den 20% ab.
Gut, mag jetzt alles sehr streng klingen, aber andererseits: Für simples da sein und nicht einschlafen bekommt man schon 20% der Punkte - 50% braucht man zum Bestehen, er macht den Thais also meiner Meinung nach eigentlich eher ein Geschenk ;).
Noch dazu, da einigen von den Thais etwas mehr Disziplin wirklich nicht schaden könnte. In anderen Vorlesungen, in denen die Profs nicht so streng sind wird laut gelacht, sich in der Vorlesung umgesetzt, gequatscht, geschlafen und NintendoDS gezockt. Und das teilweise wirklich auf einem Lautstärkepegel der es anderen schwer bis unmöglich macht, dem was der Prof sagt zuzuhören. Ok, die Thais sind meist erst 18 wenn sie mit Studieren anfangen und damit im Schnitt 1-2 Jahre jünger als Deutsche, aber ich behaupte jetzt mal, dass wir nicht so ein Hühnerhaufen in dem Alter waren ;).
Was allerdings nahezu alle Profs machen (afaik müssen sie das sogar) ist die Anwesenheit der Studenten kontrollieren.
Tja, und wie gesagt, andere Profs nehmen es nicht so ernst mit der Anwesenheit, dem richtigen Benehmen oder der Kleidung.
Allerdings sind die meisten Vorlesungen eben wirklich nur Vorlesungen, sie sind kaum interaktiv gestaltet. Besonders der strenge Prof hält eigentlich 1,5 Stunden lang einen zwar recht interessanten Vortrag, aber eben nur einen Vortrag - man wird kaum zum Mitdenken angeregt, und das schlägt auf Dauer dann doch in mangelnde Aufmerksamkeit und v.a. Müdigkeit um ;).
3. Farang in Vorlesungen
Tja, und uns Ausländern kommt mal wieder wie so oft eine Sonder-Rolle zu - wir stehen etwas außerhalb der strengen Anwesenheitskontrollen und können es uns erlauben desöfteren mal zu fehlen (zumindest haben das die anderen Austauschstudenten die schon vor uns da waren behauptet). Für die Kleidungsvorschriften gilt das selbe: 2 der anderen Austauschstudenten, die schon seit letztem Semester hier sind haben z.B. bis heute keine richtig schwarzen Stoffhosen und auch keine rein weißen Hemden, wie sie für männliche Studenten eigentlich vorgeschrieben sind. Das stört aber offensichtlich auch keinen.
Als Ausländer genießen wir aber natürlich auch etwas mehr Aufmerksamkeit von den Thai-Studenten, besonders von den Mädels - so wurden wir in Principles of Management schon kurz nachdem die Professorin erklärte, dass wir über das Semester in Gruppenarbeit machen sollten von ein paar Thai-Mädels angesprochen und gefragt, ob wir schon eine Gruppe dafür hatten - hatten wir noch nicht, aber nun haben wir sie ;).
Ganz generell ist es hier für uns bislang absolut kein Problem, mit Mädels in's Gespräch zu kommen, im Gegenteil, die sprechen uns oft sogar zuerst an. Bei den Herren der Schöpfung gestaltet sich das etwas holpriger, aber bei dem Verhalten was manche von denen an den Tag legen haben wir auch kein Problem damit uns nur an die Mädels zu halten ;).
Aber zum Thema Frauen und Männer gibt's ein anderes Mal mehr, versprochen.
Morgen beginnt dann das Krathong-Festival, ein 2-tägiges Fest, bei dem die Thais auf allen Flüssen kleine selbstgebastelte 'Boote' schwimmen lassen - die genaue Bedeutung kann ich euch hoffentlich beim nächsten Mal erklären :D.
Donnerstag, 22. November 2007
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1 Kommentar:
Zucht und Ordnung gehört sich nun mal und das nicht nur in DLand ;O),
Gespannt verfolge ich deine weiteren Ausführungen und hinterlasse Grüsse aus dem kaltem Deutschland.
Grüsse Skopas
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