Montag, 26. November 2007

Das Krathong Fest

Letzte Woche durften wir unser erstes kulturelles Highlight in Thailand erleben: Das Krathong Fest. Bei diesem Fest geht es (sehr einfach ausgedrückt) darum, den Geistern des Wassers Respekt zu zollen, ihnen zu danken und sie um Glück/Schutz/wasauchimmer zu bitten.
Dies tut man, indem man kleine Schiffchen bastelt und diese dann abends in einen Fluss oder See setzt. Diese Schiffchen bestehen meist aus einer Scheibe Bananenholz (oder einer anderen schwimmenden und runden Unterlage) und werden dann mit Bananenblättern verkleidet und anschließend mit Blumen weiter ausgeschmückt. Als Krönung muss auf jedes Krathong-Schiffchen eine (Duft-)Kerze.

Los ging's am Dienstag abend mit einem Ausflug zum Golden Mount Temple, einem Buddha-Tempel der auf einem großen Hügel mitten in Bangkok errichtet wurde (für weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Wat_Saket). Um den Tempel herum ging's zu wie auf einem Volksfest, ein riesiger Jahrmarkt voll mit Schießbuden, 'Riesenrädern' (die vielleicht 4m hoch waren ^^) , und einigen Ständen wo Mädels über einem Behälter voll mit Wasser saßen, in welche sie fielen wenn man eine Zielscheibe mit einem Ball traf. Muss ein ziemlich frustrierender Job sein, den ganzen Tag da drauf zu sitzen und zur Belustigung anderer permanent nass zu werden.
Anyway, den Markt fanden wir sowieso nicht sonderlich interessant, der Tempel auf dem Hügel dahinter war wesentlich anziehender. Denn von diesem aus hatte man, wenn man die Treppen erst einmal heraufgeklettert war, einen wirklich schönen Ausblick über das nächtliche Bangkok.
Außerdem steht auf der Dachterasse des Tempels noch eine sehr hübsche Buddha-Statue, um die herum auf sowas wie Wäscheleinen jede Menge Geldscheine hingen.
Eine Segnung in Form eines weißen Farbkleckses auf der Stirn konnte man sich bei Bedarf auch noch abholen.

Am Wochenende begann dann das eigentliche Fest, genauer gesagt am Freitag nachmittag mit einer Veranstaltung unserer Uni bei der wir unsere eigenen Krathong-Schiffchen basteln durften. Wer wie ich das handwerkliche Geschick eines Regenwurms hat, tut sich damit auch gar nicht so einfach, und ich habe schon nicht schlecht gestaunt wie prunkvoll und detailverliebt manche der Thais ihre Krathongs gestalteten. Nichtsdestotrotz gelang es auch mir nach gut 1,5 Stunden ein halbwegs ansehnliches Krathong zu kreieren. Freitag abend wäre dann eigentlich auch ein großes Fest auf dem Campus gewesen - dem ich aber fern bleiben musste, hatte mir eine schöne Magenverstimmung und dazu Kopfschmerzen eingefangen.
Samstag abend waren wir dafür aber dann auf dem Campus, wo das Krathong-Fest weiter ging. Auf einem großen Platz vor einem der Hauptgebäude der Thammasat Universität war ein halbes Volksfest für die Studenten. Von den üblichen Fressbuden abgesehen gab es Stände an denen man sich Krathong-Schiffchen kaufen konnte, jede Menge Stände mit irgendwelchen Geschicklichkeitsspielen und im Innenhof des Administration-Building der Uni gab es die Sieger-Krathongs zu diversen Krathong-Schönheitswettbewerben zu besichtigen.

A propos Schönheitswettbewerb: Das war dann auch der Hauptprogrammpunkt für diesen Abend und unsere Freundin Bow war als Teilnehmerin dabei - keine Frage also, dass ihre 2 Farang-Freunde in der ersten Reihe standen und sie moralisch unterstützten. Der Schönheitswettbewerb war jetzt aber kein 'Miss Wet-T-shirt 2007' Wettbewerb, sondern einer für thailändische Kultur. Die Teilnehmerinnen trugen alle ziemlich prunkvolle traditionelle Kleider, und in der 2. Runde (in die Bow es auch schaffte) musste jede von ihnen auch ein Stück thailändische Kultur vortragen - in Form von Tänzen oder Gesang. Das tat Bow dummerweise nicht wirklich, sie erzählte nur auf Thai und Englisch (sie war die einzige, die während des ganzen Wettbewerbs auch nur ein Wort Englisch sprach) was das Krathong-Fest ist - das war der Jury wohl nicht genug Thai-Kultur, weshalb sie dann nicht mehr auf den vorderen Plätzen landete.
Nach dem Schönheitswettbewerb war das Fest dann auch ziemlich vorbei, schön war's dennoch :).

Bilder zu dem ganzen Fest werde ich in den nächsten Tagen hochladen, sobald ich sie von Matthias habe, ich hatte an dem Abend nämlich keine Kamera dabei ;).

Ach ja, einen wichtigen Nachtrag habe ich noch zu den Studenten hier in Thailand zu sagen: Die scheinen hier wirklich stolz darauf zu sein, Studenten zu sein. Man sieht allerorten welche von ihnen mit T-shirts auf denen Dinge wie 'i love Thammasat' , 'i am a student at...' etc. rumlaufen.
Ich glaube, bevor ich zurückfliege werde ich mir auch noch solche T-Shirts zulegen :D.

Donnerstag, 22. November 2007

Das Leben in Thailand - Teil 2: Studium

Heute mal wieder ein etwas allgemeiner gehaltener Teil über das Leben hier, diesmal geht's um das, womit ich mich die letzten Wochen hauptsächlich beschäftigt habe: Dem Studium (ach?!).

Zwischen einer deutschen Hochschule oder Uni und einer thailändischen Uni (zumindest zu der an der ich bin) gibt es dann aber doch einige Unterschiede, die ich euch hier mal erklären wollte.


1. Der Campus

Wie ich schonmal erzählt habe, ist der Campus hier eine richtige kleine Stadt, ganz im Gegensatz zu den meisten deutschen Unis, die ja meist mitten in der Stadt liegen und ihre verschiedenen Institute über die ganze Stadt verteilt haben. Von der Thammasat University sind die meisten Fakultäten hier untergebracht nur ein paar sind noch auf dem alten Campus mitten in Bangkok, und vom SIIT (meiner Uni) gibt es noch einen Campus 20 Autominuten entfernt, in einem Industriegebiet. Neben den Wohnheimen und den Gebäuden der Uni gibt es dann zusätzlich noch einige kleine Supermärkte, einen Buchladen, ein Postbüro, einige Kantinen und kleine Fressbuden und einen Platz auf dem montags und donnerstags immer ein Markt stattfindet.
Dazu stehen auf dem Campusgelände wie schonmal erwähnt die Stadien der letzten Asian Games, in denen man während dem Semester alle möglichen Sportarten betreiben kann - von Badminton, Basketball, Fußball zu Schwimmen und Fitness-Training ist für alles Platz vorhanden. Zudem gibt es noch einige offene Basketball- und Fußballplätze und eine Tartanbahn zum laufen - für Sport sind also wirklich ausreichend Mittel vorhanden.
Auf dem gesamten Campusgelände fahren ca. im 5-Minutentakt Busse die die Studenten kostenlos von einem Ende zum anderen befördern. Dazu gibt es noch 2 Minivan-Stationen wo man entweder zum 2. Campus der Thammasat University (auf dem einige andere Fakultäten untergebracht sind) oder zu einer U-Bahn- und Skytrain-Station fahren kann.


2. Die Vorlesungen

Die Vorlesungen sind hier recht unterschiedlich, wie in Dland auch kommt es immer ganz auf den Professor an, der sie gibt. So haben wir z.B. 2 Vorlesungen bei einem Professor, der wirklich sehr streng gegenüber den Thais ist. 20% der Punkte die man bei ihm holen kann, sind Punkte für gutes Verhalten - und so geht er zu Beginn jeder Vorlesung erst einmal hin und schließt die Türen ab, damit kein Zuspätkommer mehr rein können. Danach kontrolliert er die Anwesenheitsliste - wer sich nicht mit lautem 'Yes' und deutlichem Handheben bemerkbar macht wird als abwesend notiert - auch wenn man nur die Hand hebt aber nicht laut genug yes sagt. Danach schaut er meist noch, ob auch alle ihre Studenten-Uniform korrekt angezogen haben. Wer sein Hemd nicht richtig in der Hose hat, bekommt Punktabzug. Und dann gibt's noch Punktabzug für alles, was stört - Reden, Schlafen, Handy etc. Wenn man gegen eine seiner Regeln verstößt zieht er Punkte von den 20% ab.
Gut, mag jetzt alles sehr streng klingen, aber andererseits: Für simples da sein und nicht einschlafen bekommt man schon 20% der Punkte - 50% braucht man zum Bestehen, er macht den Thais also meiner Meinung nach eigentlich eher ein Geschenk ;).
Noch dazu, da einigen von den Thais etwas mehr Disziplin wirklich nicht schaden könnte. In anderen Vorlesungen, in denen die Profs nicht so streng sind wird laut gelacht, sich in der Vorlesung umgesetzt, gequatscht, geschlafen und NintendoDS gezockt. Und das teilweise wirklich auf einem Lautstärkepegel der es anderen schwer bis unmöglich macht, dem was der Prof sagt zuzuhören. Ok, die Thais sind meist erst 18 wenn sie mit Studieren anfangen und damit im Schnitt 1-2 Jahre jünger als Deutsche, aber ich behaupte jetzt mal, dass wir nicht so ein Hühnerhaufen in dem Alter waren ;).
Was allerdings nahezu alle Profs machen (afaik müssen sie das sogar) ist die Anwesenheit der Studenten kontrollieren.
Tja, und wie gesagt, andere Profs nehmen es nicht so ernst mit der Anwesenheit, dem richtigen Benehmen oder der Kleidung.
Allerdings sind die meisten Vorlesungen eben wirklich nur Vorlesungen, sie sind kaum interaktiv gestaltet. Besonders der strenge Prof hält eigentlich 1,5 Stunden lang einen zwar recht interessanten Vortrag, aber eben nur einen Vortrag - man wird kaum zum Mitdenken angeregt, und das schlägt auf Dauer dann doch in mangelnde Aufmerksamkeit und v.a. Müdigkeit um ;).


3. Farang in Vorlesungen

Tja, und uns Ausländern kommt mal wieder wie so oft eine Sonder-Rolle zu - wir stehen etwas außerhalb der strengen Anwesenheitskontrollen und können es uns erlauben desöfteren mal zu fehlen (zumindest haben das die anderen Austauschstudenten die schon vor uns da waren behauptet). Für die Kleidungsvorschriften gilt das selbe: 2 der anderen Austauschstudenten, die schon seit letztem Semester hier sind haben z.B. bis heute keine richtig schwarzen Stoffhosen und auch keine rein weißen Hemden, wie sie für männliche Studenten eigentlich vorgeschrieben sind. Das stört aber offensichtlich auch keinen.
Als Ausländer genießen wir aber natürlich auch etwas mehr Aufmerksamkeit von den Thai-Studenten, besonders von den Mädels - so wurden wir in Principles of Management schon kurz nachdem die Professorin erklärte, dass wir über das Semester in Gruppenarbeit machen sollten von ein paar Thai-Mädels angesprochen und gefragt, ob wir schon eine Gruppe dafür hatten - hatten wir noch nicht, aber nun haben wir sie ;).
Ganz generell ist es hier für uns bislang absolut kein Problem, mit Mädels in's Gespräch zu kommen, im Gegenteil, die sprechen uns oft sogar zuerst an. Bei den Herren der Schöpfung gestaltet sich das etwas holpriger, aber bei dem Verhalten was manche von denen an den Tag legen haben wir auch kein Problem damit uns nur an die Mädels zu halten ;).
Aber zum Thema Frauen und Männer gibt's ein anderes Mal mehr, versprochen.

Morgen beginnt dann das Krathong-Festival, ein 2-tägiges Fest, bei dem die Thais auf allen Flüssen kleine selbstgebastelte 'Boote' schwimmen lassen - die genaue Bedeutung kann ich euch hoffentlich beim nächsten Mal erklären :D.

Montag, 19. November 2007

Statusbericht

So, es ist Zeit für ein weiteres Update.

Was ist letzte Woche alles passiert?
Zuerst einmal hat das Semester hier nun endgültig richtig für uns begonnen, wir haben derzeit 7 Kurse belegt (8 ist das Maximum) - und die Vorlesungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Aber bevor ich all die Nicht-Studenten hier langweile überspringe ich dieses Kapitel mal, zum Thema Studium in Thailand werde ich dafür bald einen extra Post machen ;).

Abseits vom Studium haben wir auch mal mit Sport begonnen - abendliche Jogging-Runden auf dem Campus und Schwimmrunden im Stadion werden jetzt regelmäßig unternommen, damit wir nicht gar so viel Fett ansetzen :D. Joggen ist hier allerdings wesentlich anstrengender als in Dland - dank Hitze und Luftfeuchtigkeit läuft uns schon nach wenigen Minuten der Schweiß in Strömen runter. Aber daran werden wir uns schon noch gewöhnen :D.

Abseits von Studium und Sport richtet sich langsam dann doch auch eine gewisse Routine ein, abends gehen wir meist gemütlich essen mit Bow, einer sehr aufgedrehten aber sehr netten Thai-Dame, die wir seit 1,5 Wochen nun kennen, oder wir gehen ins Sweet Duck mit den anderen Austauschstudenten.

Tjo, und so plätscherte die Woche vor sich hin, bis zum Samstag - denn da gab es dann doch etwas wichtigeres zu tun: Der ein oder andere von euch wird wissen, dass ich am 18.11.1984 geboren worden bin - also war Samstag der perfekte Tag um mal wieder richitg feiern zu gehen :D. Wir sind also mit eigentlich allen unseren neuen Bekannten hier (ausgenommen die Finnen, von denen hatte einer noch nen Kater vom Freitag, 2 andere waren sonstwo unterwegs und der 4. war auf Phuket auf Brautschau - alles Weicheier ;)) mal wieder auf de Kao-Sarn Road. Anfangs noch in kleiner Gruppe (Matthias, Bow, ein Freund von Bow und ich) in einer Kneipe mit Live-Band und völlig überteuerten Getränken, später dann mit der gesamten Mannschaft (Max, die anderen deutschen Studenten und Toon sind noch dazugestoßen - Toon ist eine Freundin von Max, die wir beim Linkin Park Konzert kennengelernt hatten) in dem 'Irish Pub' in dem wir auch schon an Halloween waren - diesmal allerdings in einem kleinen Separee mit Billardtisch und Dart-Scheibe, und leiserer Musik, dafür umso stärker aufgedrehter Klima-Anlage (ich wette, wenn einer von uns beiden hier krank werden sollte, dann wegen diesen verdammten Klima-Anlagen).
Tja, was soll ich dazu sagen, es war ein sehr schöner Abend, Bier, Weib und Gesang oder so ähnlich :D. Da auf der Kao-Sarn Road alle Kneipen aber bereits gegen 2 Uhr schließen müssen, war der Abend ein wenig zu kurz für meinen Geschmack - gegen 3 Uhr hatte uns das Taxi dann wieder daheim abgeliefert. Reinfeiern ist aber immer noch die beste Art, Geburtstage zu feiern :D. Sonntag wollte ich dann mal wieder richtig ausschlafen - das ging aber leider nicht, da Bow mich um 10:30 anrief und fragte, ob wir nicht mit ihr in den Future Park wollten. Halb schlaftrunken haben wir mal zugesagt... und durften dann dort (nach einem 'Frühstück' bei McDonald's - ja, ich weiß das hat null Stil, aber Hunger muss gestillt werden ;)) ca. 3 Stunden darauf warten, dass ihr Laptop repariert wurde. Ok, die Zeit haben wir uns recht angenehm ausgestaltet: Haben uns eine Massage gegönnt und danach noch richtiges Thai-Food in einer der auch im Future Park zuhauf anzufindenden Fressbuden gegönnt, und ich habe mir selbst ein kleines Geschenk gemacht, indem ich mir das aktuelle Linkin Park Album gekauft habe, für etwa den halben Preis als in Deutschland, inkl. Bonustracks und der Möglichkeit, Live-Tracks ihrer Tour runterzuladen :D.
Also eigentlich alles gut, allerdings waren wir bei Shining zum Essen (sie wollte für uns Chinesisch kochen, wir hätten dafür Deutsch kochen sollen) eingeladen gewesen, deshalb war es nicht wirklich geschickt, so lange im Future Park zu bleiben. Aus einem geplanten Treffen um 16 Uhr wurde dann eines um 18:30 (Max war schon um 14 Uhr zu Shining gekommen und hat die ganze Zeit mit ihr auf uns gewartet), und mit selbst gekochtem Essen wurde es auch nichts, stattdessen gab es frisch gekaufte Hühnchenwings und eine Art indische Pfannkuchen (sehr lecker das). War aber dennoch sehr nett bei den beiden - und ganz besonders überrascht haben sie mich dann noch mit der thailändischen Version einer Schwarzwälder Kirschtorte :). Die ist zwar anders als bei uns, aber lecker und tödlich für die Figur ist sie auch hier.
Und darum gehe ich jetzt auch gleich mal wieder eine Runde joggen :D.

Montag, 12. November 2007

Party Wochenende

Um meine derzeitige Stimmung mal in einem Wort zu beschreiben: Wooooooooohoooooooo!
Dieses Wochenende war einfach klasse.

Am Donnerstag sind die anderen Austauschstudenten, die schon ein Semester vor uns hier angekommen sind von einem Trip in die Nachbarländer zurückgekommen - und deren Rückkehr mussten wir dann natürlich entsprechend feiern.
Insgesamt sind wir jetzt 10 Austauschstudenten hier - 4 Finnen (Pasi und Sauli sind mit uns hier angekommen und Robert und Joha, die schon letztes Semester hier ankamen und insgesamt 1 Jahr bleiben) und 6 Deutsche (Stefan, unser Vorgänger aus Weingarten, der das Land noch ne Weile bereist, Wego und Hussein, 2 Ägypter die in Dland studieren und verdammt gut deutsch sprechen, Johannes, auch aus Weingarten, der gerade ein Projekt am SIIT macht, Matthias und ich). Donnerstag waren wir dann erstmal im Sweet Duck feiern, zusammen mit Bow (einer netten Thai die wir am Mittwoch abend auch im Sweet Duck kennengelernt haben und die im Wohnheim gegenüber wohnt) und Johas Thai-Girlfriend.
Da die Party recht gut war und auch länger ging, haben wir deshalb auch Freitag erstmal keine Vorlesungen besucht - stattdessen ging's abends wieder ins Sweet Duck :D. Samstag wollten wir dann nicht schon wieder saufen gehen, also sind Sauli, Pasi, Matthias und ich bowlen gegangen. Bowling ist, gemessen an den doch recht westlichen Preisen hier wahrscheinlich ein absoluter Luxus-Sport ^^.
Als wir dann gerade gehen wollten wurde uns schön bewiesen, dass Thai-Mädels wirklich auf lange Nasen und blasse Haut stehen müssen: Am Tisch hinter unserer Bahn saßen auf einmal 4 Thai-Mädels, die als wir kamen da definitiv noch nicht gesessen sind. Jede von ihnen hatte ein Glas Bier neben sich und einen vollen Krug Bier zum Nachschenken hatten sie auch noch - und genau diesen Krug haben sie uns angeboten. Ich bin mir relativ sicher, dass man als Mann in Dland so gut wie nie von 4 Frauen auf ein Bier eingeladen wird :D. Wir haben uns dann noch nett mit denen unterhalten und Handynummern ausgetauscht, sind dann aber brav gegangen - wollten nicht zulange aufbleiben, da am Sonntag ja Linkin Park anstand.

Tja, und dann kommen wir zum Höhepunkt dieses Wochenendes: Linkin Park, live in Bangkok und wir mitten drin.
Wir waren insgesamt zu neunt - Pasi, Matthias, meine Wenigkeit, Shining, Max und je 2 Freunde (2 Freundinnen von Max und 2 Freunde von Shining) von beiden waren dabei. Die Show ging irgendwann zwischen 17 und 18 Uhr mit der ersten Vorband los, eine japanische Band die etwas merkwürdigen Rock gespielt hat. Die waren nicht so der Brüller, waren aber auch recht bald wieder verschwunden. Danach kamen 3 hier recht bekannte Thai-Bands, die die Stimmung schon ziemlich anheizten. Danach kam erst einmal eine längere Umbaupause in der einige Spots über Umweltschutz etc. liefen - das Konzert lief unter dem Motto 'Help stop global warming', und auf dem Gelände waren auch Stände von Greenpeace und ein paar kleineren Umweltschutzorganisationen.
Tja und nach der Umbaupause, ca. gegen 21:30 begannen Linkin Park dann endlich zu spielen.
Zuerst einmal sollte ich sagen, dass das mein erstes Konzert in dieser Größenordnung war und ich zudem ein ziemlicher Fan von Linkin Park bin - meine Meinung über das Konzert wird also alles andere als objektiv sein ;).
Aber kurz gesagt: Ich fands genial, nur leider zu kurz - ca. 1,5 Stunden ging das Konzert.

Allen, die die Band nicht kennen oder nicht mögen würde ich nun empfehlen, den nächsten Abschnitt zu überspringen, denn das wird der etwas genauere Bericht inkl. einer Liste der Tracks:
Los gings mit One Step Closer, und entsprechend ging die Stimmung auch gleich richtig hoch - das Lied reißt einfach mit :D.
Danach folgten hauptsächlich ihre älteren Singles von Hybrid Theory und Meteora, z.B. Faint (welches Mike mit der ersten Strophe von einem seiner Fort Minor-Songs einleitete) und From the Inside. Danach gab es eine kurze Umbaupause, nach der man nur noch Mike und Chester auf der Bühne sah - Mike am Klavier. Die beiden spielten eine alternative Version von pushing me away, als Ballade nur mit Klavierbegleitung - wunderschön. Danach folgten noch ihre anderen Balladen (shadow of the day, leave out all the rest), und Stück für Stück kamen die anderen Bandmitglieder wieder zurück auf die Bühne. Höhepunkt der Balladen war dann Breaking the habit - und direkt danach haben sie wieder Vollgas gegeben, mit Numb und Bleed it out. Bleed it out war dann auch der absolute Höhepunkt des Konzerts. Sie spielten den Song erst 'normal' bis zum letzten Refrain und dann legte Rob ein mind. 1-minütiges absolut geniales Drumsolo hin - gefolgt vom Refrain, den das Publikum dann selbst gröhlte. Als der Song dann eigentlich vorbei war, haben sie ein kurzes Zwischenspiel eingelegt, bei dem man nicht wirklich wusste, zu welchem Song das nun gehörte - bis man am gitarrensound wieder bleed it out erkennen konnte, diesmal nur wesentlich rockiger und immer schneller werdend, mit immer lauter werdenden Drums dazu. Klang einfach nur genial.
Nach dem Song gab's nochmal eine Umbaupause und dann ging's mit In the End, Numb und What I've done in die Vollen. Papercut war dann leider auch schon der letzte Song, alles in allem waren's ca, 17 Songs, darunter auch noch das Intro von Minutes to Midnight, welches live echt genial klingt.

Also jedem, der Linkin Park mag kann ich nur empfehlen da hinzugehen ;).

Nach dem Konzert hatten wir nur noch ein Problem: Heimkommen. Denn irgendwie schien niemand in dieser Stadt irgendetwas an Transportmitteln für die tausenden Konzertbesucher organisiert zu haben - es waren kaum Taxis da und noch weniger Busse. Bis wir endlich ein Taxi hatten, war bestimmt nochmal gut eine halbe Stunde vergangen. Und der Taxifahrer wollte dann auch noch 50 Baht (ziemlcih genau 1€) nur für's uns aufsammeln haben.

Damit war das Wochenende dann auch schon wieder rum, und diese Woche fangen dann auch die Vorlesungen an - die ersten beiden hatte ich heute schon, und die Profs könnten unterschiedlicher nicht sein. Aber dazu ein ander Mal mehr :).

Ach ja, Bilder vom Konzert kann ich erstmal nicht liefern, auf unserer Karte stand nämlich eigentlich, dass Kameras dort verboten seien - und wir, die wir so blöd waren und geglaubt hatten, das würde auch streng kontrolliert werden, nahmen deshalb auch keine mit. Shining hatte aber eine dabei und auch ein paar Fotos gemacht, evtl. kann ich mir die per e-mail zukommen lassen und dann auch hier hochladen.

edit: für alle die das Konzert interessiert: Unter http://www.youtube.com/watch?v=lgE584Dw528 gibts ein recht gutes Video von bleed it out, allerdings nicht in Bangkok ;)

Mittwoch, 7. November 2007

Sightseeing in Bangkok, diesmal aber richtig.

Hallo ihr Lieben, damit euch da drüben nicht langweilig wird hier der nächste Bericht aus dem schönen Thailand.

Der eine oder andere wird's schon gemerkt haben: Ich habe gestern jede Menge Bilder hochgeladen, und zwar vom Wat Pho, einem der 9 großen Tempel (in dem auch eine berühmte Massage-Schule untergebracht ist), dazu vom Königspalast und vom Wat Pha Khraeo, dem nächsten der 9 großen Tempel in Bangkok.
Es ist uns nämlich gestern endlich gelungen, diese endlich mal zu besichtigen, nachdem wir am Samstag ja kläglich gescheitert waren.
Los ging's mit dem Grand Palace und dem Wat Pha Khraeo, die beide auf dem selben Gelände liegen. Am Eingang mussten wir uns erstmal an einer Horde Touri-Führern vorbeikämpfen, weil wir lieber auf eigene Faust das Gelände besichtigen wollten.
Und was soll ich sagen, das ganze Gelände ist einfach der Wahnsinn. Allerdings werde ich euch hier jetzt nicht das ganze Gelände beschreiben, das können die Bilder viel besser ;). Was auf den Bildern aber leider überhaupt nicht rauskommt, ist das Gefunkel all der goldenen, roten und grünen Plättchen auf den Dächern. Bei manchen der Gebäude strahlte das gesamte Dach in der Sonne. Aber am beeindruckendsten war der Emerald-Buddha, eine ca. 50cm hohe Buddha-Statue aus Smaragd (oder Jade, bin kein Experte für sowas - auf jeden Fall grün, und Emerald heißt mWn nunmal Smaragd :D), die auf einem 2,5m hohen Thron sitzt. Die Statue ist (davon abgesehen, dass sie eben aus einem verdammt wertvollen Material besteht gar nicht mal soooo beeindruckend - das war eher der Thron auf dem sie sitzt. Das Ganze ist im einzigen Raum eines großen Tempelgebäudes, welches innen an allen Wänden, Boden und Decke komplett dunkelrot ist, verziert mit Stickereien in Gold an der Decke und Bildern buddhistischer Mythen und Geschichten an der Wand. Die Statue selbst steht wie gesagt auf einem Thron, der ein Berg von Gold zu sein scheint - oder besser eine Pyramide, denn so ist in etwa die Form des Throns. Davor stehen noch einmal 2 2m hohe 'Wächterstatuen' und auf den einzelnen Stufen stehen links und rechts auch noch einmal je 3 Statuen. Und überall Verzierungen, Schnörkel, kleine Bilder und noch eine Vielzahl kleinerer Statuen, verteilt über die einzelnen Stufen des Throns, auf dessen höchster Stufe auf einer art Sitzkissen der Emerald Buddha sitzt. Das Ganze ist einfach ein wahnsinnig schöner und beeindruckender Anblick.
Der Königspalast war dann schon etwas nüchterner, da gab es einige kleine Museen zu besichtigen (Ein Museum mit 'mittelalterlichen' Schwertern, Speeren etc - asiatischer Machart versteht sich, ein Museum mit alten Schusswaffen, eins mit alten thailändischen Münzen und eins mit Überresten alter Bauteile von Tempel und Palast, die in der Zwischenzeit ersetzt worden sind), dazu waren an einige Ecken das thailändische Equivalent zur Schweizer Garde zu sehen (die armen Jungs wurden von allen Seiten von Touris belagert und fotografiert, ganz besonders gern schienen dicke Europäerinnen neben ihnen posieren zu wollen). Dem König und seiner Familie sind wir aber nicht begegnet, auch wenn wir einige Bilder von der Königsfamilie sehen konnten (vom König findet man in BKK aber sowieso an vielen großen Straßen Bilder).
Danach ging's noch zum Wat Pho, wo die nächste wirklich gigantische Buddha-Statue zu sehen war - der liegende Buddha. Hierbei handelt es sich um eine vergoldete Statue eines liegenden Buddha (in einem der Museen war nachzulesen, dass es für Buddhastatuen 7 Haltungen gibt, die alle eine bestimmte Aussage und Wirkung mit sich bringen sollen), ca. 30m lang und gut 10m hoch. Absolut gigantisch!
Aber für die weitere Beschreibung lasse ich Bilder sprechen ,von denen werde ich evtl. auch noch ein paar hochladen ;).

Heute haben wir dann übrigens noch die anderen Austauschstudenten, die mit uns dieses Semester hier 'anfangen' kennengelernt. Sind 2 Finnen, mit denen wir uns jetzt auf Anhieb gut verstanden haben, auch wenn einer von beiden recht ruhig ist. Mal sehen ob sich das heute abend im Sweet Duck ändert :D.
Morgen beginnen hier dann übrigens auch die Vorlesungen, allerdings haben wir noch das Problem, dass wir uns jetzt erst noch Kurse raussuchen müssen, denn von den 8 die wir uns aus dem Hochschulprogramm von Dland rausgesucht hatten, werden 5 dieses Semester nicht angeboten - und für die müssen wir jetzt erstmal Ersatz-Fächer finden, die uns daheim auch angerechnet werden, denn ein reines Urlaubssemester soll das hier nicht werden.

Bilder vom Campus werde ich übrigens auch noch in der Gallerie 1 einfügen, die ersten paar habe ich davon schon gemacht und die nächsten Tage werden wohl noch ein paar folgen.

So, das war's erstmal wieder, ich denke ich melde mich Montag wieder und schwärm euch von dem Linkin Park-Konzert vor :D.

Montag, 5. November 2007

Sightseeing in Bangkok will gelernt sein

So, hallo erstmal...

Hier nun ein kleiner Rückblick auf unser Wochenende, welches (als Warnung vorweg) jetzt nicht soooo ereignisreich war, wie wir es selbst gewollt hätten. :D
Aber dafür lernen wir langsam aber sicher hier mal Leute kennen :).

Freitag haben wir uns einen recht gemütlichen Tag gemacht, was mit daran lag, dass wir beide noch Kopf- bzw Nackenschmerzen von dem Unfall am Donnerstag hatten. War nichts wildes, aber mit Brummschädel will man nun mal ungern bei 30° noch groß Sightseeing-Touren machen ;).
Abends wollten wir dann aber noch ein Bierchen in einem der kleinen Restaurants die sich hier um ein anderes, noch größeres Wohnheim angesammelt haben gönnen. Dabei trafen wir dann Johannes, einen Masterstudenten der auch am SIIT derzeit ist. Er lud uns dann ein, ins Sweet Duck mizukommen, einem Club der uns auch schon von einem anderen deutschen Studenten hier empfohlen worden ist. Allerdings konnten wir diesen Club bislang nicht finden, obwohl es hieß, dass der nur 100m von unserem Wohnheim entfernt sein sollte.
Tja, mit Johannes (und 2 Thais, deren Namen ich aber schon wieder vergessen habe -.-) fanden wir ihn dann - tatsächlich auch nicht weit vom Wohnheim entfernt, mit Werbeschildern direkt an der Straße an der auch das Wohnheim liegt. Matthias und ich sind uns beide sehr sicher, dass diese Werbeschilder noch nicht da waren, als wir nach dem Sweet Duck gesucht hatten :D.
Das Sweet Duck an sich ist dann ein kleiner Club, der schon zum Teil in dem Sumpf steht, der nicht weit von der Straße entfernt anfängt. Das Gebäude besteht nur aus einem großen Raum mit Bühne, Tischen, Stühlen und einer kleinen Bar, in einem Separee geht's dann noch zu den Toiletten. Nahezu alles ist da drin besteht aus Holz. Wenn man aus dem hinteren Teil (von der Straße aus gesehen) rausschaut, sieht man zum einen eine Art Vorhang aus Wasser vom Dach hinunterplätschern. Aus einem Rohr da, wo bei uns die Regenrinne wäre wird Wasser nach unten gespritzt, was den gesamten Raum etwas kühlt. Zum anderen sieht man auch direkt in einen großen Sumpf, der sich dann über einige Kilometer bis zur nächsten Ansiedlung von großen Wohnhäusern an einem Straßenrand hinzieht.
So, aber nun zum wichtigen: Party machen mit Thais :D.
Im Sweet Duck war ab 22 Uhr recht viel los, was allerdings aufgrund der Tatsache, dass der Laden schon um 0:30 Uhr wieder schließen muss nicht weiter verwunderlich ist (ich denke, das liegt daran, dass viele Wohnheime auf dem Campus von ihren Bewohnern verlangen, um 0 Uhr wieder daheim zu sein - zum Glück wohnen wir nicht in so einem!). Was mich ein wenig verwundert hat, war dass eigentlich der gesamte große Schankraum voll mit Tischen und Stühlen stand und das obwohl auch eine Band spielte, die sogar ziemlich gut waren. Sie spielten zwar nur Thai-Rock, aber eins muss ich den Thai lassen: Thai-Rock rockt, und zwar richtig :D.
Der Meinung waren auch die anwesenden Thais, und die haben sich auch nicht an der fehlenden Tanzfläche gestört, ganz im Gegenteil: Sie tanzten einfach grüppchenweise an und um ihre Tische. War schon irgendwo ein witziger Anblick, aber laut Johannes ist das hier durchaus üblich. Die Stühle wurden dabei allerdings von den meisten Thai hinter sich gestellt, und so fand ich mich irgendwann eingekesselt in 4 oder 5 Stühlen wieder ;). Aber wie gesagt, witzig war's auf jeden Fall, die Stimmung war toll und die jungen Thais scheinen haben in den 2,5 Stunden bis der Laden dicht machte auch gut Party gemacht. Gab nur recht wenige Leute im hinteren Teil des Raums, die nicht standen und tanzten.
So gegen 0:30 - 1 Uhr war dann aber Zapfenstreich, und wir sahen manchen Thai der nur noch von Freunden gestützt heim gehen konnte - kein Wunder, bei 0,64l-Flaschen Bier für ca. 1,8€.

Uns war es gar nicht so unrecht, dass das Sweet Duck schon so früh dicht machte, denn wir hatten Samstag dann noch was vor: So richtig schön Touristen-mäßig wollten wir den Tag der Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Bangkoks widmen, als da wären der große Königspalast und Wat Pho, der größte Tempel des Landes, in dem zudem noch eine Massageschule ist (und ja, Massieren lassen wollten wir uns auch ;)). Gegen 11 oder 12 Uhr ging's Samstag dann auch los Richtung Bangkok Innenstadt, wie gewohnt mit Minivan-shuttle und anschließend mit U-Bahn... aber da die U-Bahn eben nur aus einer Linie besteht, waren wir damit noch lange nich am Ziel. Und was nun folgte war ein schönes Beispiel dafür, dass wir Farang für manchen Thai wohl wirklich wandelnde Geldbeutel sind.
Wir waren kaum 3 Schritte aus der U-Bahn-Station raus, noch etwas unschlüssig darüber, wie wir am besten zum Königspalast kommen sollten (zur Not mit dem Taxi, aber das machen doch nur Touris, wir haben mehr Ahnung *hust*), da sprach uns schon der erste Thai an und fragte uns wo wir hin wollten.
"Zum Königspalast? Ahja, der ist heute aber geschlossen, da ist eine wichtige Versammlung, überall Militär, da könnt ihr nicht hin, auch nicht zum Tempel...aber ich kann euch dies, und das und das auch und das sowieso empfehlen, macht eine Tour mit dem TukTuk, dahinten ist der Fahrer, kostet nicht viel... billiger als Taxi, und auch billiger als Bus"
Und so redete er auf uns ein, während er langsam aber sicher Matthias' schönen Stadtplan vollkritzelte mit Öffnungszeiten von Wat Pho, Kreisen um die Sehenswürdigkeiten und schönen Strichen, um diese miteinander zu verbinden. Die Freundlichkeit und 'Hilfsbereitschaft' von ihm, gepaart mit der Lobpreisung von TukTuks (die definitiv nicht billiger als die öffentlichen Busse sind) war uns deshalb auch suspekt, und so sagten wir ihm, wir wollten lieber mit dem Bus unser Glück versuchen. Direkt neben unserer U-Bahn Haltestelle steht dann auch ein großer Bahnhof (evtl. der Hauptbahnhof, aber da bin ich mir jetzt nicht ganz sicher), in den haben wir uns erstmal zurückgezogen, um unsere Ruhe vor Werbung für TukTuks zu haben. Eigentlich wollten wir da drin dann auch noch mal eben schauen, was Trips innerhalb Thailand mit dem Zug kosten. Allerdings war es hier das gleiche wie davor - wir waren keine 5m im Bahnhof gegangen, als wir auch schon von einer freundlichen Dame angesprochen wurde, die von uns wissen wollte, wo wir hin wollten etc. Auf unsere Erklärung, wir wollten eigentlich nur mal schauen, was inländische Reisen kosten wurden wir dann auch direkt in ein Reisebüro verfrachtet, in dem schon 2 Farang-Paare gerade Reisen buchten. Tja, nur konnte der Thai, der uns dann helfen wollte nicht wirklich helfen, da wir ihm ja nicht sagen konnten, wo wir hin wollten oder wann wir reisen wollten. Um 2 grobe Preisauskünfte reicher sind wir dann also raus aus dem Reisebüro und konnten uns in der großen Haupthalle des Bahnhofs von der Thai, die uns in das Reisebüro geschleppt hatte (bzw. von ihrem Onkel) noch die Auskunft einholen, dass der Königspalast auf jeden Fall offen sei und da auch nichts abgesperrt sei.
Die Buslinien, die dahin fahren haben sie uns auch noch verraten, und somit mussten wir eigentlich nur noch vor den bahnhof an die Haltestelle und auf den Bus warten - eigentlich.
Denn direkt vor dem Bahnhofsgebäude war die nächste Tourist-Information-Dame, die uns wieder in irgendwelche TukTuks verfrachten wollte. Die konnten wir allerdings recht höflich aber bestimmt darauf verweisen, dass wir nunmal Bus fahren wollen und so ließ sie uns dann auch in Ruhe, als wir erstmal an der Bushaltestelle waren.

Abenteuer Busfahrt:
Wir sind ja schon einmal mit einem klimatisierten Bus durch Bangkok gefahren, das war eigentlich ganz angenehmt gewesen. Diesmal sind wir aber in einem nicht klimatisierten Bus gefahren, der als Ausgleich dann auch noch die Fenster offen hatte - Hallo Smog. Die Aussage, dass 24h Stunden in Bangkoks Innenstadt so schädlich sein sollen wie 3 Schachteln Zigaretten kann ich mittlerweile gut nachvollziehen. Gerade die TukTuks ziehen teilweise echt übelste Rauchschwaden hinter sich her, die dann direkt durch die geöffneten Fenster des Busses reinkamen. Gut, wir haben wenigstens gut zurückgeschlagen, denn der Auspuff von so einem Bus ist nicht viel niedriger als die Köpfe der Leute, die in so einem TukTuk sitzen (meist weiße Touris+der Fahrer). Also man wird in TukTuks nicht nur meist um sein Geld gebracht, weil die Fahrer Weiße Touris nunmal gern versuchen auszunehmen, sondern man kann dort auch noch ungeschützt das Aroma von Bangkoks völlig überfüllter Innenstadt einatmen - ein Paradies für Kettenraucher :D.

Anyway, nach grob geschätzt 30-45 min. waren die Fahrt und meine Lungen am Ende, auch wenn wir davor noch durch Chinatown gefahren sind, welches uns wirklich den Eindruck vermittelt hatte, nicht mehr in Thailand sondern in China zu sein. Tjo, und dann standen wir endlich am Ziel, vor den Mauern des Königspalastes - und erfuhren von einem Thai, der uns hilfsbereit ansprach, dass dieser ab 14 Uhr zu machte, wegen einer wichtigen Sitzung (es war 13:30 Uhr -.-). Dazu konnte er uns noch sagen, dass Wat Pho auch gerade dicht gemacht worden ist, weill da gerade eine wichtige Zeremonie begonnen hatte, und die Mönche dabei keine Touris dabei haben wollten (was ich gut verstehen kann ;)).
Tjo, kein Palast, kein Tempel, aber hey, es stand ja noch etwas auf der to-do-Liste: Eine Thai-Massage. Und da Wat Pho eine große Schule für diese beheimatet sind in der Nähe des Tempels einige Massage-Zentren, in denen sich die ausgelernten Masseusen niedergelassen haben. Die die uns von dem hilfsbereiten Thai empfohlen wurde war allerdings leider gerade ausgebucht gewesen, wir sollten in einer Stunde nochmal wiederkommen. Die Stunde verbrachten wir dann mit einer kleinen Wanderung entlang der Mauer des Palastes, einer Besichtigung des 2. Campus der Thamassat-University, der in der Nähe des Palastes ist und von dem Shuttle-Busse zu unserem Campus fahren - sehr praktisch für die nächste Fahrt zum Palast. Außerdem haben wir mehr oder minder durch Zufall noch ein Tempelgelände am Strßenrand gesehen, in das wir uns mal ein Stück hinein getraut hatten. Das erste, was dabei auffiel war dass es innerhalb der Mauern eines Tempelgeländes wirklich angenehm ruhig ist. Dder ganze Lärm, der auf den vollbefahrenen Straßen direkt vor dem Tempel herrscht, ist nach ein paar Metern im Tempel kaum noch zu hören. In dem Tempel war dann allerdings auch Hochbetrieb, ich nehme an, die Zeremonie, die im Wat Pho abgehalten wurde, wurde auch in diesem Tempel abgehalten. Deshalb sind wir in keines der Gebäude rein und auch sonst nicht weit ins Tempelgelände rein. Was wir allerdings sahen war schon sehr beeindruckend. Die Tempelgebäude sind wahnsinnig schön verziert, besonders die Dächer und Türbogen blitzen und funkeln überall, aber auch die 'Straßenlaterne' ist eine Statue eines Vogels. Wahnsinnig schön das alles.
Tjo, und nach der Stunde Wartezeit haben wir uns dann die Massage gegönnt, und das war wirklich herrlich (auch der Preis war herrlich - eine Stunde für 5€). Wir wurden von Kopf bis Fuß einmal komplett durchgeknetet, und fühlten uns danach aber auch herrlich entspannt.

So entspannt ging es dann an die Rückfahrt und abends noch zu einem Fest das von der Uni, an der Shining stuidiert organisiert wurde. Das nannte sich Food Festival und dementsprechend gab's einige Stände mit Essen aus anderen Südostasiatischen Ländern. Dabei haben wir auch noch ein paar andere Deutsche kennengelernt, die mit Shining zusammen studierten - alles in allem war's ein sehr netter Abend gewesen :), auch wenn es einige technische Pannen seitens der Organisatoren gab. So ging während eines Tanzauftritts von ein paar kleinen Mädchen mal eben das Licht auf der Bühne aus und die Musik war nur noch verzerrt zu hören. Die E-Gitarre von der Band, die danach gespielt hat, klang die meiste Zeit einfach nur grauenhaft metallisch etc.
Sonntag waren wir dann zu faul für irgendwelche größeren Tätigkeiten, da sind wir abends nur nochmal ins Sweet Duck.
Heute haben wir dann noch einige kleinere Besorgungen im MBK erledigt, und morgen wollen wir dafür früh raus und endlich mal den Königspalast und Wat Pho besichtigen.

So, und zu guter Letzt noch 2 kleine Anmerkungen:
1. Die Namen Shining und Max sind englisch - Shining scheint also wie die Sonne, und Max ist die Kurzform von Maxso - die Thai sprechen sich meist nur mit Spitznamen an, und ich denke, Shining macht es uns mit dieser englischen Übersetzung ihres Namens wesentlich einfacher, ihren Namen überhaupt auszusprechen :D.

2. Vielen Dank für die Kommentare, ich lese die alle immer gern - ein Stück weit motivieren sie auch. Also schreibt ruhig weiter mehr davon :).

*Ächz* Schon wieder mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte^^.

Donnerstag, 1. November 2007

Ereignisreiche Tage

Zugegeben, die Überschrift ist so richtig schön kreativ, aber eine bessere Beschreibung des gestrigen Tages und heute ist mir nicht eingefallen.

Die letzten Tage haben wir nicht mehr viel unternommen hatten, weil ich erstmal auf mein restliches Gehalt von meinem Ferienjob warten wollte, bevor ich noch mehr Geld ausgebe.
Montag abend waren wir noch auf einem Markt auf dem Campusgelände (welches im übrigen so groß ist, dass hier Shuttle-Busse von einem Ende zum anderen fahren, die Fahrt dauert ca. 15 min.) , wo man neben Kullis und zu allen Arten von Klamotten vor allem alle möglichen Snacks kaufen konnte.
Das kam dann auch am Dienstag und da Mittwoch Halloween war, was von den Thais ja als schöne Möglichkeit zum Party machen und extra Veranstaltungen zu schmeißen erkannt worden ist, war das eine gute Gelegenheit, mal wieder nach Bangkok zu reisen.
Am Mittwoch stand aber zuerst noch ein Termin bei unserer Auslandsbeauftragten an, die uns mal den Campus vom SIIT (Sirindhorn International Institute of Technology= unsere Uni) zeigen wollte. Angesetzt war 9 - 9:15 Uhr, und so standen wir auch um kurz nach 9 vor ihrem Büro - wo sie uns dann mitteilte, dass wir eine Stunde zu früh seien, auf ihrer Uhr war erst kurz nach 8... Wir mussten also feststellen, dass eine Woche lang unsere Uhren eine Stunde vor gingen. Und das obwohl ich meinen Laptop und mein Handy die Uhrzeit aus dem Internet bzw. Handynetz beziehen ließ... mir ist immer noch schleierhaft, was da schief lief. Auf jeden Fall müssen wir in ihren Augen jetzt ziemlich verplant wirken ;).
Anyway, wir haben uns mit ihr dann also unseren Campus angeschaut (der liegt ca. 15 min mit dem Shuttle-Bus von dem großen Campusgelände entfernt) - 2 nette, recht große Gebäude in die wohl knapp die Hälfte der 2500 Studenten des SIIT liegen. Und wer sich jetzt wundert, warum man für 2500 Studenten Shuttlebusse auf dem Campusgelände braucht: Das SIIT ist eine 'Tochter-Universität' der Thammasat University, und das ist die große Uni mit dem riesigen Campus - ca 35.000 Studenten studieren an Thammasat.
Gegen nachmittag sind wir dann wieder Richtung Bangkok gefahren, mit dem Ziel uns mal die typischen Touristen-Ziele anzuschauen, als da wären der Königspalast und der Wat Phra Kheo - der größte Tempel des Landes afaik. Aber wie das so schön ist, erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Wir sind mit unserem Minivan nämlich mitten in der rush hour gelandet. Und so dauerte die Fahrt für uns und die anderen ca 10 Insassen statt einer halben Stunde eben über 1,5 Stunden. Als wir dann endlich da waren, war es auch schon dunkel (etwas, an das wir uns acuh erst noch gewöhnen müssen - es ist zwar warm wie im Hochsommer in Dland, die Tage sind aber nicht viel länger als bei uns im Winter). Als wir dann gerade in der U-Bahn-Station standen und überlegten, wie wir am besten zum Königspalast kommen könnten (naja, eigentlich wollten wir zum Massage-Zentrum ein paar Straßen weiter, den Königspalast wollten wir im Dunkeln auch nicht ansehen ^^), sprach uns eine der Thais an, die mit uns im Minivan war und fragte uns einfach mal, ob wir nicht Lust hätten, mit ihr und einem Freund von ihr zur Kao-San Road zu kommen um dort Halloween zu feiern. Tja, wer könnte so einem Angebot widerstehen?
Also ab in die einzige U-Bahn Linie, die es in BKK gibt (die Stadt sollte dringend daran arbeiten, mehr Linien zu bauen, sonst erstickt sie im Smog) und Richtung Kao-San-Road gefahren. Auf der Fahrt haben wir dann schon recht viel mit ihr gequatscht, so haben wir dann u.a. erfahren, dass sie eigentlich Chinesin ist, Shining heißt und schon seit 6 (oder warens 9?) Jahren in Thailand lebt, arbeitet und studiert - gerade ist sie an ihrem MBA (=Master of Business Administration, der klassische Abschluss für angehene Manager). Ihr Freund, Max, war dann eigentlich genauso sympathisch wie sie und führte uns vor allem in ein recht gutes Restaurant. Ach ja, das erste, was wir feststellen durften, als wir aus dem Taxi stiegen, mit welchem wir nach der U-Bahn weitergefahren sidn, war übrigens, dass wir letztes Mal offensichtlich nicht auf der Kao-San-Road, sondern irgendwo anders waren, denn sonst hätten wir ja irgendeine der Kneipen wiedererkennen müssen - also keine Ahnung, wo uns der Taxifahrer vor gut einer Woche rausgeschmissen hat, aber die Kao-San Road war's nicht gewesen.
Bei gutem, aber sehr scharfem Thai-Essen und Bier (wir fühlten uns ein Stück weit in der Pflicht, ein paar Klischees zu erfüllen :D) hatten wir dann einen echt schönen Abend - und haben unter anderem festgestellt, dass Max und Shining auch vorhaben, auf das Linkin Park Konzert am 11.11. in Bangkok zu gehen - ich habe mir schon seit einigen Tagen überlegt gehabt, dorthin zu gehen, aber nachdem ich nun 2 Leute kannte, mit denen man da auf jeden Fall hingehen konnte, war die Entscheidung, eine Karte für das Konzert zu kaufen schon gefallen.
Nach dem Essen hat uns Max noch in einen 'Irish Pub' geführt, welcher aber außer dem Namen nicht viel mit einem Pub gemein hatte, denn die Musik die aus den Lautsprechern kam war a) viel zu laut und b) HipHop -.-. Naja, nach kurzer Zeit begann dann aber eine Rock-Cover-Band zu spielen, die sogar ein ziemlich gutes Programm hatten (von Oasis bis Green Day und Linkin Park war eigentlich alles dabei, was rockt). Leider waren die Boxen die diese Band benutzte ziemlicher Müll - die Sängerin und einer der 3 Sänger klangen einfach nur fürchterlich scheppernd jedes Mal wenn sie in etwas höhere Tonlagen gingen. Sonst wäre das vermutlich ein ziemlich gutes Konzert geworden, denn musikalisch waren die sonst echt recht gut imho.
Da Shining heute morgen um 8 Uhr allerdings noch eine Klausur schreiben musste, sind wir dann gegen 0 Uhr aber auch schon wieder heim gefahren. Und auch wenn's jetzt nicht so spät wurde, fand ich den abend auch echt genial.
Handynummern haben wir mit den beiden auch noch ausgetauscht und am Wochenende werden wir mal schauen, ob wir nicht wieder was gemeinsam unternehmen :).

Tja, und heute stand dann natürlich der Kauf einer Karte für das Konzert ganz oben auf der todo-Liste. Dazu mussten wir wieder zum Future Park, dem großen Einkaufszentrum nicht weit von unserem Wohnheim. Also ab in's Taxi.
Und an dieser Stelle ein kleiner Exkurs über die thailändischen Straßen: Um Tempolimits Nachdruck zu verleihen gibt es hier sehr oft schön markierte Bodenwellen, über die man wohl nicht mit mehr als 10-20km/h fahren sollte, wenn einem die Stoßdämpfer was wert sind.
Nachdem wir gerade über so eine Welle kurz vor'm Future Park gefahren sind, hat es auf einmal einen lauten Knall und gleichzeitig einen kräftigen Ruck von hinten gegeben. Zuerst dachte ich noch, dass wir irgendwie auf der Bodenwelle aufgesessen sind, obwohl wir eigentlich schon drüber waren... als ich dann nach hinten sah, konnte ich aber einen Pickup direkt hinter uns sehen, mit leicht eingebeulter Front. Ich weiß nicht, wie der das geschafft hat, auf gerader Strecke, auf der niemand deutlich schneller als 30km/h fährt uns hinten drauf zu fahren, noch dazu eben direkt nach einer Bodenwelle. Vielleicht war der Fahrer (ein recht junger Thai) beim Fahren auch zu sehr von seiner Freundin abgelenkt worden, auf jeden Fall ist der Kerl uns schön hinten drauf gefahren und hat mir und Matthias damit einen leicht steifen Nacken bzw. schöne Kopfschmerzen beschert - und die Rückseite des Taxis ist Schrott. Das Schöne an den Taxis hier ist übrigens, dass man sich nur auf dem Beifahrersitz anschnallen kann, deshalb wurde Matthias hinten recht gut durchgeschüttelt.
Nunja, auch von solchen Schocks erholt man sich, und die Konzertkarten zu kaufen war dann auch kein großes Problem mehr ;).
Und nun sitze ich hier, habe die ersten Bekanntschaften in Thailand geschlossen und noch dazu eine Karte zum Konzert einer meiner absoluten Lieblingsbands - der gestrige Abend und heute hätten nicht viel besser laufen können (ok, den Unfall hätten wir uns sparen können, aber hey...:D).
Ihr seht also, mir geht's prima, bis zum nächsten Mal dann :).

P.S: Sollte ich es in den nächsten Tagen tatsächlich mal schaffen, den Königspalast und den Tempel zu besichtigen, werde ich wohl auch die erste Fuhre Postkarten losschicken können ;).