Montag, 5. November 2007

Sightseeing in Bangkok will gelernt sein

So, hallo erstmal...

Hier nun ein kleiner Rückblick auf unser Wochenende, welches (als Warnung vorweg) jetzt nicht soooo ereignisreich war, wie wir es selbst gewollt hätten. :D
Aber dafür lernen wir langsam aber sicher hier mal Leute kennen :).

Freitag haben wir uns einen recht gemütlichen Tag gemacht, was mit daran lag, dass wir beide noch Kopf- bzw Nackenschmerzen von dem Unfall am Donnerstag hatten. War nichts wildes, aber mit Brummschädel will man nun mal ungern bei 30° noch groß Sightseeing-Touren machen ;).
Abends wollten wir dann aber noch ein Bierchen in einem der kleinen Restaurants die sich hier um ein anderes, noch größeres Wohnheim angesammelt haben gönnen. Dabei trafen wir dann Johannes, einen Masterstudenten der auch am SIIT derzeit ist. Er lud uns dann ein, ins Sweet Duck mizukommen, einem Club der uns auch schon von einem anderen deutschen Studenten hier empfohlen worden ist. Allerdings konnten wir diesen Club bislang nicht finden, obwohl es hieß, dass der nur 100m von unserem Wohnheim entfernt sein sollte.
Tja, mit Johannes (und 2 Thais, deren Namen ich aber schon wieder vergessen habe -.-) fanden wir ihn dann - tatsächlich auch nicht weit vom Wohnheim entfernt, mit Werbeschildern direkt an der Straße an der auch das Wohnheim liegt. Matthias und ich sind uns beide sehr sicher, dass diese Werbeschilder noch nicht da waren, als wir nach dem Sweet Duck gesucht hatten :D.
Das Sweet Duck an sich ist dann ein kleiner Club, der schon zum Teil in dem Sumpf steht, der nicht weit von der Straße entfernt anfängt. Das Gebäude besteht nur aus einem großen Raum mit Bühne, Tischen, Stühlen und einer kleinen Bar, in einem Separee geht's dann noch zu den Toiletten. Nahezu alles ist da drin besteht aus Holz. Wenn man aus dem hinteren Teil (von der Straße aus gesehen) rausschaut, sieht man zum einen eine Art Vorhang aus Wasser vom Dach hinunterplätschern. Aus einem Rohr da, wo bei uns die Regenrinne wäre wird Wasser nach unten gespritzt, was den gesamten Raum etwas kühlt. Zum anderen sieht man auch direkt in einen großen Sumpf, der sich dann über einige Kilometer bis zur nächsten Ansiedlung von großen Wohnhäusern an einem Straßenrand hinzieht.
So, aber nun zum wichtigen: Party machen mit Thais :D.
Im Sweet Duck war ab 22 Uhr recht viel los, was allerdings aufgrund der Tatsache, dass der Laden schon um 0:30 Uhr wieder schließen muss nicht weiter verwunderlich ist (ich denke, das liegt daran, dass viele Wohnheime auf dem Campus von ihren Bewohnern verlangen, um 0 Uhr wieder daheim zu sein - zum Glück wohnen wir nicht in so einem!). Was mich ein wenig verwundert hat, war dass eigentlich der gesamte große Schankraum voll mit Tischen und Stühlen stand und das obwohl auch eine Band spielte, die sogar ziemlich gut waren. Sie spielten zwar nur Thai-Rock, aber eins muss ich den Thai lassen: Thai-Rock rockt, und zwar richtig :D.
Der Meinung waren auch die anwesenden Thais, und die haben sich auch nicht an der fehlenden Tanzfläche gestört, ganz im Gegenteil: Sie tanzten einfach grüppchenweise an und um ihre Tische. War schon irgendwo ein witziger Anblick, aber laut Johannes ist das hier durchaus üblich. Die Stühle wurden dabei allerdings von den meisten Thai hinter sich gestellt, und so fand ich mich irgendwann eingekesselt in 4 oder 5 Stühlen wieder ;). Aber wie gesagt, witzig war's auf jeden Fall, die Stimmung war toll und die jungen Thais scheinen haben in den 2,5 Stunden bis der Laden dicht machte auch gut Party gemacht. Gab nur recht wenige Leute im hinteren Teil des Raums, die nicht standen und tanzten.
So gegen 0:30 - 1 Uhr war dann aber Zapfenstreich, und wir sahen manchen Thai der nur noch von Freunden gestützt heim gehen konnte - kein Wunder, bei 0,64l-Flaschen Bier für ca. 1,8€.

Uns war es gar nicht so unrecht, dass das Sweet Duck schon so früh dicht machte, denn wir hatten Samstag dann noch was vor: So richtig schön Touristen-mäßig wollten wir den Tag der Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Bangkoks widmen, als da wären der große Königspalast und Wat Pho, der größte Tempel des Landes, in dem zudem noch eine Massageschule ist (und ja, Massieren lassen wollten wir uns auch ;)). Gegen 11 oder 12 Uhr ging's Samstag dann auch los Richtung Bangkok Innenstadt, wie gewohnt mit Minivan-shuttle und anschließend mit U-Bahn... aber da die U-Bahn eben nur aus einer Linie besteht, waren wir damit noch lange nich am Ziel. Und was nun folgte war ein schönes Beispiel dafür, dass wir Farang für manchen Thai wohl wirklich wandelnde Geldbeutel sind.
Wir waren kaum 3 Schritte aus der U-Bahn-Station raus, noch etwas unschlüssig darüber, wie wir am besten zum Königspalast kommen sollten (zur Not mit dem Taxi, aber das machen doch nur Touris, wir haben mehr Ahnung *hust*), da sprach uns schon der erste Thai an und fragte uns wo wir hin wollten.
"Zum Königspalast? Ahja, der ist heute aber geschlossen, da ist eine wichtige Versammlung, überall Militär, da könnt ihr nicht hin, auch nicht zum Tempel...aber ich kann euch dies, und das und das auch und das sowieso empfehlen, macht eine Tour mit dem TukTuk, dahinten ist der Fahrer, kostet nicht viel... billiger als Taxi, und auch billiger als Bus"
Und so redete er auf uns ein, während er langsam aber sicher Matthias' schönen Stadtplan vollkritzelte mit Öffnungszeiten von Wat Pho, Kreisen um die Sehenswürdigkeiten und schönen Strichen, um diese miteinander zu verbinden. Die Freundlichkeit und 'Hilfsbereitschaft' von ihm, gepaart mit der Lobpreisung von TukTuks (die definitiv nicht billiger als die öffentlichen Busse sind) war uns deshalb auch suspekt, und so sagten wir ihm, wir wollten lieber mit dem Bus unser Glück versuchen. Direkt neben unserer U-Bahn Haltestelle steht dann auch ein großer Bahnhof (evtl. der Hauptbahnhof, aber da bin ich mir jetzt nicht ganz sicher), in den haben wir uns erstmal zurückgezogen, um unsere Ruhe vor Werbung für TukTuks zu haben. Eigentlich wollten wir da drin dann auch noch mal eben schauen, was Trips innerhalb Thailand mit dem Zug kosten. Allerdings war es hier das gleiche wie davor - wir waren keine 5m im Bahnhof gegangen, als wir auch schon von einer freundlichen Dame angesprochen wurde, die von uns wissen wollte, wo wir hin wollten etc. Auf unsere Erklärung, wir wollten eigentlich nur mal schauen, was inländische Reisen kosten wurden wir dann auch direkt in ein Reisebüro verfrachtet, in dem schon 2 Farang-Paare gerade Reisen buchten. Tja, nur konnte der Thai, der uns dann helfen wollte nicht wirklich helfen, da wir ihm ja nicht sagen konnten, wo wir hin wollten oder wann wir reisen wollten. Um 2 grobe Preisauskünfte reicher sind wir dann also raus aus dem Reisebüro und konnten uns in der großen Haupthalle des Bahnhofs von der Thai, die uns in das Reisebüro geschleppt hatte (bzw. von ihrem Onkel) noch die Auskunft einholen, dass der Königspalast auf jeden Fall offen sei und da auch nichts abgesperrt sei.
Die Buslinien, die dahin fahren haben sie uns auch noch verraten, und somit mussten wir eigentlich nur noch vor den bahnhof an die Haltestelle und auf den Bus warten - eigentlich.
Denn direkt vor dem Bahnhofsgebäude war die nächste Tourist-Information-Dame, die uns wieder in irgendwelche TukTuks verfrachten wollte. Die konnten wir allerdings recht höflich aber bestimmt darauf verweisen, dass wir nunmal Bus fahren wollen und so ließ sie uns dann auch in Ruhe, als wir erstmal an der Bushaltestelle waren.

Abenteuer Busfahrt:
Wir sind ja schon einmal mit einem klimatisierten Bus durch Bangkok gefahren, das war eigentlich ganz angenehmt gewesen. Diesmal sind wir aber in einem nicht klimatisierten Bus gefahren, der als Ausgleich dann auch noch die Fenster offen hatte - Hallo Smog. Die Aussage, dass 24h Stunden in Bangkoks Innenstadt so schädlich sein sollen wie 3 Schachteln Zigaretten kann ich mittlerweile gut nachvollziehen. Gerade die TukTuks ziehen teilweise echt übelste Rauchschwaden hinter sich her, die dann direkt durch die geöffneten Fenster des Busses reinkamen. Gut, wir haben wenigstens gut zurückgeschlagen, denn der Auspuff von so einem Bus ist nicht viel niedriger als die Köpfe der Leute, die in so einem TukTuk sitzen (meist weiße Touris+der Fahrer). Also man wird in TukTuks nicht nur meist um sein Geld gebracht, weil die Fahrer Weiße Touris nunmal gern versuchen auszunehmen, sondern man kann dort auch noch ungeschützt das Aroma von Bangkoks völlig überfüllter Innenstadt einatmen - ein Paradies für Kettenraucher :D.

Anyway, nach grob geschätzt 30-45 min. waren die Fahrt und meine Lungen am Ende, auch wenn wir davor noch durch Chinatown gefahren sind, welches uns wirklich den Eindruck vermittelt hatte, nicht mehr in Thailand sondern in China zu sein. Tjo, und dann standen wir endlich am Ziel, vor den Mauern des Königspalastes - und erfuhren von einem Thai, der uns hilfsbereit ansprach, dass dieser ab 14 Uhr zu machte, wegen einer wichtigen Sitzung (es war 13:30 Uhr -.-). Dazu konnte er uns noch sagen, dass Wat Pho auch gerade dicht gemacht worden ist, weill da gerade eine wichtige Zeremonie begonnen hatte, und die Mönche dabei keine Touris dabei haben wollten (was ich gut verstehen kann ;)).
Tjo, kein Palast, kein Tempel, aber hey, es stand ja noch etwas auf der to-do-Liste: Eine Thai-Massage. Und da Wat Pho eine große Schule für diese beheimatet sind in der Nähe des Tempels einige Massage-Zentren, in denen sich die ausgelernten Masseusen niedergelassen haben. Die die uns von dem hilfsbereiten Thai empfohlen wurde war allerdings leider gerade ausgebucht gewesen, wir sollten in einer Stunde nochmal wiederkommen. Die Stunde verbrachten wir dann mit einer kleinen Wanderung entlang der Mauer des Palastes, einer Besichtigung des 2. Campus der Thamassat-University, der in der Nähe des Palastes ist und von dem Shuttle-Busse zu unserem Campus fahren - sehr praktisch für die nächste Fahrt zum Palast. Außerdem haben wir mehr oder minder durch Zufall noch ein Tempelgelände am Strßenrand gesehen, in das wir uns mal ein Stück hinein getraut hatten. Das erste, was dabei auffiel war dass es innerhalb der Mauern eines Tempelgeländes wirklich angenehm ruhig ist. Dder ganze Lärm, der auf den vollbefahrenen Straßen direkt vor dem Tempel herrscht, ist nach ein paar Metern im Tempel kaum noch zu hören. In dem Tempel war dann allerdings auch Hochbetrieb, ich nehme an, die Zeremonie, die im Wat Pho abgehalten wurde, wurde auch in diesem Tempel abgehalten. Deshalb sind wir in keines der Gebäude rein und auch sonst nicht weit ins Tempelgelände rein. Was wir allerdings sahen war schon sehr beeindruckend. Die Tempelgebäude sind wahnsinnig schön verziert, besonders die Dächer und Türbogen blitzen und funkeln überall, aber auch die 'Straßenlaterne' ist eine Statue eines Vogels. Wahnsinnig schön das alles.
Tjo, und nach der Stunde Wartezeit haben wir uns dann die Massage gegönnt, und das war wirklich herrlich (auch der Preis war herrlich - eine Stunde für 5€). Wir wurden von Kopf bis Fuß einmal komplett durchgeknetet, und fühlten uns danach aber auch herrlich entspannt.

So entspannt ging es dann an die Rückfahrt und abends noch zu einem Fest das von der Uni, an der Shining stuidiert organisiert wurde. Das nannte sich Food Festival und dementsprechend gab's einige Stände mit Essen aus anderen Südostasiatischen Ländern. Dabei haben wir auch noch ein paar andere Deutsche kennengelernt, die mit Shining zusammen studierten - alles in allem war's ein sehr netter Abend gewesen :), auch wenn es einige technische Pannen seitens der Organisatoren gab. So ging während eines Tanzauftritts von ein paar kleinen Mädchen mal eben das Licht auf der Bühne aus und die Musik war nur noch verzerrt zu hören. Die E-Gitarre von der Band, die danach gespielt hat, klang die meiste Zeit einfach nur grauenhaft metallisch etc.
Sonntag waren wir dann zu faul für irgendwelche größeren Tätigkeiten, da sind wir abends nur nochmal ins Sweet Duck.
Heute haben wir dann noch einige kleinere Besorgungen im MBK erledigt, und morgen wollen wir dafür früh raus und endlich mal den Königspalast und Wat Pho besichtigen.

So, und zu guter Letzt noch 2 kleine Anmerkungen:
1. Die Namen Shining und Max sind englisch - Shining scheint also wie die Sonne, und Max ist die Kurzform von Maxso - die Thai sprechen sich meist nur mit Spitznamen an, und ich denke, Shining macht es uns mit dieser englischen Übersetzung ihres Namens wesentlich einfacher, ihren Namen überhaupt auszusprechen :D.

2. Vielen Dank für die Kommentare, ich lese die alle immer gern - ein Stück weit motivieren sie auch. Also schreibt ruhig weiter mehr davon :).

*Ächz* Schon wieder mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte^^.

2 Kommentare:

<$T$>ACE hat gesagt…

geht doch langen :-)

macht echt Spass alle Tage mal mitzulesen was du so erlebst, je mehr ich else , desto mehr Respekt habe ich vor deiner Entscheidung sowas dutrch zu ziehen, wie ich mich kenne wär ich schon durchgedreht^^
Kein deutsches Bier,kein Fussball, nur suspekte Menschen *grins*

Wann fängt denn nu endlich mal dein Ernst des lebens da unten so an?

Gruesse aus dem Zentrum des Lebens^^

Anonym hat gesagt…

Bin gespannt wann sich bei Euch ein wenig "Routine" einschleichen wird ^^ Am Anfang sind solch wirklich fremde Länder extrem aufregend und spannend (und wenn man viel Zeit zum Reisen hat, bleiben sie das meist auch) aber nach einer Weile stellt sich doch eine gewissen Routine ein, und man bekommt das Gefühl, obwohl man selbst Ausländer ist, dass man irgendwie dazu gehört ;) So ist es mir zumindest bisher bei meinen Auslandsaufenthalten gegangen ^^

Gruß

Jürgen