Mittwoch, 12. März 2008

Das Leben in Thailand, Teil 4: Random facts



Gestern war unser letzter gemeinsamer Ausflug nach Bangkok mit den anderen Austauschstudenten, die anderen sind heute früh nach Krabi aufgebrochen, während Matthias und ich noch hier bleiben müssen, da morgen unsere letzte Klausur ist. Gestern abend waren wir im Silom State Tower, einem Hochaus mit 66 Stockwerken mitten in Bangkok, von dessen Terasse dieses Bild entstanden ist ;).

Und bevor ich mich auf meine vorerst letzte Reise in Thailand begebe, gibt es heute noch eine kleine Sammlung von Eindrücken aus Thailand.

Ich unterteile das in verschiedene Themenbereiche:

1. Verkehr:

- Der Verkehr scheint in Thailand wesentlich weniger Regeln zu folgen, als in Deutschland. Überholt wird sowohl links als auch rechts, manchmal auch aufm Standstreifen

- Ausfahrten sind hier eigentlich meist nur auf einer Spur. Wer von der anderen Spur kommt, muss warten bis der nächste U-Turn kommt (das sind U-förmige Brücken über die man von einer Spur zur anderen wechseln kann) und dann ein Stück zurück fahren bis er wieder bei der Ausfahrt ist.

- In Deutschland sieht man ja kaum Pickups. Hier hingegen sind sie einer der am häufigsten vorkommenden Autotypen und werden für den Transport von allem möglichen eingesetzt. Oft sitzen auch Menschen hinten auf der Ladefläche.


2. Thai-Küche:

- kennt keine Unterschiede zwischen Frühstück, Mittagessen und Abendbrot. Es gibt den ganzen Tag die selben Gerichte zu essen.

- besteht im wesentlichen aus Reis (selten auch mal Reis- oder Eiernudeln), dazu gibt's entweder Rind, Schwein, Hühnchen, Fisch oder Shrimps und allerhand Gemüse, besonders oft Zwiebeln.

- ist eigentlich sehr lecker, nur leider mir nicht abwechslungsreich genug, weswegen ich mich mittlerweile auch wieder auf deutsche Küche freue :D.


3. Die Thais:

- Lächeln doch viel mehr als es mein erster Eindruck war

- Sind wirklich ein verdammt höfliches Volk

- Versuchen aber auch immer wieder mal Farang auszunehmen, allerdings nicht mit Gewalt, sondern eben einfach durch völlig überhöhte Preise.

- Scheinen allgemein große Fans von Gefühlsdramen und Leben wie in Daily Soaps zu sein, zumindest die Thais die ich kennengelernt habe ^^.

- Lieben ihren König wirklich, dagegen ist der Thronfolger, sein einziger Sohn ziemlich unbeliebt, da er wohl ganz gerne mal in Bordelle geht und seine Frau wohl auch eine Ex-Prostituierte ist. Das beliebteste Kind des Königs ist Prinzessin Sirindhorn (die auch Namenspatronin unseres Instituts ist), da sie ähnlich wie der König früher viele Projekte unterstützt, Spendengelder sammelt, Patenschaften übernimmt und nebenbei auch noch bescheiden genug ist, ab und zu auch mal mit Skytrain oder U-Bahn zu fahren. Andere Mitglieder der Königsfamilie tendieren dagegen eher dazu, wenn sie von A nach B wollen einfach mal die Straßen dazwischen absperren zu lassen.

- Handeln in meinen Augen oft eher emotional denn rational.

Tjoa, diese Liste werde ich evtl. noch erweitern, wenn ich von der letzten Reise zurückgekommen bin... oder aber erst wieder in Dland, wenns mir davor noch nicht reicht.

Gestern hatten wir mit den anderen Austauschstudenten unsere Abschiedsfeier, die anderen sind heute morgen alle nach Krabi gefahren, da sie mit ihren Klausuren schon fertig waren.
Tja, und nun sitze ich hier, stelle mir einerseits vor, wie es sein wird wieder in Deutschland zu sein und was ich dort alles erstmal machen (und essen!) werde, und andererseits weiß ich schon, dass ich so einiges hier vermissen werde.

Soweit so gut, die letzte Etappe dieser tollen Zeit ist angebrochen.

Freitag, 29. Februar 2008

Laos

Akt 2: Anreise
Akt 3: Vangvieng und Vientiane
Schlusswort
Ein Drama in 3 Akten.

Akt 1: Ayutthaya

Es war einmal, vor ca. 2 Wochen, dass sich 3 junge Austauschstudenten (welche auf die Namen Wego, Matthias und Thomas hörten) in Thailand auf die Reise in die legendäre Stadt Ayutthaya aufmachten.
Viel hatten sie schon von der Geschichte der ehemaligen Hauptstadt gehört: Sie war einst die Hauptstadt eines stolzen Königreiches gewesen. Es hieß, im 14. Jahrhundert sei dieses Königreich zu großer Macht über die anderen Thai-Königreiche aufgestiegen, und auch die benachbarten, auf ewig mit den Thai verfeindeten Khmer konnten dem Königreich Ayutthaya nicht standhalten - die Thai eroberten und brandschatzten vor 600 Jahren die Angkor, die Hauptstadt der Khmer. Der Überlieferung nach bestand das Königreich Ayutthaya knapp 300 Jahre lang, bis die Stadt schließlich von den benachbarten Burmesen im Jahr 1767 erobert und weitestgehend zerstört wurde.
Ein gewisser General Taksin hatte danach die überlebenden Thais und seine restlichen Truppen nach Süden geführt, gründete dort die neue Hauptstadt Bangkok und führte sein Volk erneut zu bedeutender Macht in der Region. Schließlich ernannte er sich noch zum gottgleichen König Rama I. und seine Dynastie blieb bis zum heutigen Tag an der Spitze der Thai.
All dies wussten unsere Studenten schon bevor, doch wollten sie die alten Ruinen der Tempelanlagen und Paläste selber sehen, und so begaben sie sich auf die lange Reise in das 25km entfernte Ayutthaya. Mit dem Taxi kamen sie mitten in der Stadt an, ohne so recht zu wissen, wo sie waren oder wohin sie gehen sollten. Sie standen neben einem großen Kreisverkehr. 4 Straßen gingen von diesem Kreisverkehr ab, davon 2 in Wohngebiete, eine weitere führte aus der Stadt heraus, doch parallel zur letzten war ein großer Park an dessen anderem Ende auch so etwas wie eine alte Ruine zu stehen schien. Also entschlossen sich die Studenten, dieser Straße zu folgen und kamen auch kurz darauf in 2 verschiedene Institute die Informationen für Touristen bereithielten - unter anderem eine Stadtkarte und eine Wegbeschreibung zum alten Palast und der größten Tempelruine. Einige hundert Meter später standen die Studenten dann auch an einer Wiese, auf der ein Pfad ca. 100m lang zu einem relativ großen Tempel führte. Parallel zu diesem Pfad, hinter einer Mauer an der sich viele kleine Marktstände dicht an dicht drängten war eine großes Gelände voller Gebäuderuinen und einzelnen aufragenden Chedis zu sehen. Auf dem Pfad waren viele Thais und ein paar Touristen unterwegs, alles in allem war es aber nicht so voll wie an manch anderen Tourismushochburgen. Die 3 angehenden Akademiker besichtigten zuerst den Tempel, ein ca. 10-15m hohes Gebäude, dessen Inneres zu einem großen Teil von einer liegenden Buddha-Statue eingenommen wurde, ähnlich der Statue im Grand Palace von Bangkok, wenn auch nicht ganz so groß. Um diese Statue herum waren teilweise buddhistische Statuen und Wandbilder, und in einer Ecke auch ein seltsames Gebilde bestehend aus einer Plastik-Kugel in der Mitte, um welche herum jede Menge Geldscheine festgetackert waren - die Thai-Art, einem Tempel Geld zu spenden. Sonst gab es in diesem Tempel für die 3 nicht viel zu sehen, also gingen sie weiter, vorbei an den kleinen Ständen zu einem Eingang in der Mauer und auf das Ruinengelände. Schon von außen hatten sie die 3 großen Stupas gesehen, die sie nun in der Mitte des etwa 80m langen und 40m breiten Geländes sahen. Die Studenten erfuhren, dass in diesen 3 Stupas die Gebeine dreier alter Könige des Ayutthaya Königreichs aufbewahrt worden waren. Abgesehen von den 3 Stupas in der Mitte waren auf dem Gelände die Grundrisse und Mauerrisse zahlreicher kleinerer Gebäude zu erkennen, dazu viele mehr oder minder zerfallene Chedis.
Nach einem Rundgang beschlossen die Studenten, sich noch eine weitere der zahlreichen, über das gesamte Stadtgebiet verteilten Tempelruine anzusehen.
Von dieser Ruine hieß es, dass dies der einzige Tempel gewesen sei, den die Burmesen bei ihrem Einmarsch nicht völlig zerstört hatten. Und tatsächlich stand am Eingangsbereich erst einmal ein kleiner, aber völlig intakter Tempel. Hier waren auch keine Touristen unterwegs, nur ein paar wenige Thais und Mönche. Im Inneren Tempel hingen Bilder mit der Lebensgeschichte von Buddha an der Wand, während auf der Terasse Dufkerzen brannten. Und über dieser Szenerie lag eine herrliche Stille, die den Studenten eine ungefähre Ahnung von der Atmosphäre davon gab, wie es in einem 'richtigen' Buddha Tempel der nicht von Touristen überlaufen wird ist.
Hinter dem kleinen Tempelgebäude befand sich eine weitere Ruine. Diese war in etwa quadratisch und von allen Seiten von Mauern umgeben, an deren Innenseite sich etwa 1,5m hohe Buddha-Statuen aneinanderreihten. In der Mitte dieses Hofes stand eine weitere Stupa stand - begehbar, und in ihrem Inneren, in dem man das Alter dieser Stupa an der schweren und stickigen Luft zu spüren bekam, stand in völliger Finsternis eine weitere kleine Stupa, in der eine winzige, vergoldete Buddhastatue stand. Ein Durchgang in der dem noch intakten Tempel gegenüberliegenden Mauer führte die Studenten in einen weiteren Hinterhof, auf dem wieder einige Gebäuderuinen standen, sowie eine weitere liegende Buddha-Statue. Für diese Studenten war dieser Hinterhof dennoch der Höhepunkt ihres Ausflugs, denn die Stille und ruhige Atmosphäre des Ortes verzauberten einfach. Es war für sie ein angenehmer Gegensatz zum sonst so hektischen und lauten Leben in Bangkok...bzw. zum hektischen Leben außerhalb des Tempels, als es mit einem lauten Tuktuk über unebene Straßen zur Bus-Station und von da zurück nach Hause ging.


Akt 2: Anreise

4 relativ ereignislose Tage später machten sich Matthias und Thomas auf den Weg zu einer weiteren Reise: Laos, das nördliche Nachbarland war ihnen schon von allen anderen Austauschstudenten empfohlen wurden. Dieses Land ist seit 1975 kommunistisch, nachdem es davor Jahre lang Bürgerkrieg zwischen Royalisten und Kommunisten gab. Parallel zum Vietnamkrieg kämpften in Vietnam US-amerikanische Lufteinheiten auf Seiten der Royalisten und Vietcongs auf Seiten der Kommunisten. Die Amerikaner führten massiver Luftschläge gegen die kommunistischen Truppen durch, berichteten aber nie öffentlich über ihre Operationen in diesem Land, erst nach Ende des Krieges gaben sie einige Daten und Berichte darüber Preis. Nach dem Ende ihrer Luftschläge auf Vietnam nutzten die Amerikaner einen Teil ihrer nun freigewordenen Luftmacht für noch heftigere Luftangriffe, was Laos mit einer halben Tonne Sprengstoff pro Einwohner zum heftigst bombardierten Land pro Kopf machte.
Da am Donnerstag ein Feiertag in Thailand war, machten sich die beiden kurzerhand am Mittwoch abend auf den Weg nach Laos. Mit dem Bus reisten sie über die Nacht ca. 11 Stunden lang nach Norden zur Grenze, von wo es mit einem anderen Bus über die Thailändisch-Laotische Freundschaftsbrücke ging, dem ersten Grenzübergang der 1989, als sich Laos für Touristen öffnete zwischen Thailand und Laos etabliert wurde. Nachdem die beiden aufgrund eines Stromausfalls über eine Stunde auf ihr Visum gewartet hatten, konnten sie sich dann auch endlich ins Innere des Landes aufmachen. Von der Grenze aus fuhren sie zunächst in die nur 15km von der Grenze entfernte Hauptstadt Vientiane, von wo es mit einem Minibus ins 150km Vangvieng weiterging. Und auch wenn es nur 150km Strecke waren, so dauerte die Reise doch etwas mehr als 4 Stunden in dem kleinen, engen Minibus, der randvoll besetzt war. Der Grund dafür lag in den recht schlecht ausgebauten Straßen und der Landschaft Laos' - das Land in der Nähe von Vientiane war sehr hügelig, für die Insassen des Minibus ging es eigentlich permanent auf und ab. Doch auch die längste Reise ist irgendwann vorbei, und so kamen die beiden nach insgesamt gut 18 Stunden Reise im Backpacker-Paradies Vangvieng an.
Vangvieng liegt auf einem ebenen Plateau, auf dem überall um Vangvieng herum Berge und Hügel fast senkrecht in die Höhe schießen. Am Rand der Stadt verläuft zudem ein zwar breiter, aber sehr flacher Fluss.
Der moderne Massentourismus hat Laos bislang noch ziemlich links liegen lassen, doch für Backpacker die in Südostasien herumreisen, ist dieses Land ein beliebter Tipp. Die kleine Stadt Vangvieng lebt deshalb fast vollständig vom Tourismus. Das merkten die beiden Studenten schon direkt nach dem Aussteigen an all den 'Falang' (=Ausländer) die sie auf den Straßen sahen, und an all den Restaurants, Internetcafés, Gasthäusern und Reisebüros, die nach einem ersten kleinen Rundgang durch das Stadtzentrum entdeckt worden waren. Außer diesem Rundgang und dem Einchecken in einem der Gasthäuser unternahmen die 2 an diesem ersten Abend nicht mehr viel, sie beließen es dabei, sich einen Pullover für die sehr kalten Nächte in Laos zu kaufen und danach noch ein gutes, westliches Abendessen in einer der zahlreichen TV-Bars zu sich zu nehmen. Die lange Reise verlangte ihren Tribut.

Akt 3: Vangvieng und Vientiane

Nach einer geruhsamen Nacht in einem zwar bescheiden eingerichteten, aber für umgerechnet 2€ pro Nase und Nacht sehr günstigen Zimmer machten sich Thomas und Matthias am nächsten Morgen mit einem gemieteten Fahrrad auf, die Gegend zu erkunden.
Dazu überquerten sie einfach eine der Brücken, fuhren aus der Stadt heraus und dann einfach nach Lust und Laune den wenigen Straßen folgend. Es war ein wahnsinnig schönes Landschaftsbild, dass sich den 2 in der warmen Vormittagssonne bot, links und rechts von ihnen ragten die Berge in die Höhe, die meisten von ihnen dicht bewaldet. Auf den Ebenen abseits der Straßen wechselten sich Felder und Wiesen mit Büschen ab. Und all dies wirkte noch sehr natürlich und relativ unberührt von 'moderner' Zivilisation. Als die beiden durch ein Dorf fuhren, das zu einem großen aus einfachen Häusern, teilweise auch Holzhütten bestand, lächelten die Dorfbewohner sie an und grüßten sie mit dem in Laos gebräuchlichen 'Sabaidee' (sehr ähnlich zur in Thailand üblichen Begrüßung 'Sawadee', die Sprachen beider Länger sind eng miteinander verwandt).
Auf dem Rückweg beschlossen Matthias und Thomas, noch eine der in dieser Gegend zahlreichen Höhlen zu besichtigen. Allerdings hatten sie bei der Auswahl kein großes Glück. Denn die Höhle die sie besichtigten war im wesentlichen ein enges, langgezogenes Loch im Fels.
Als nächster Punkt auf der Tagesplanung stand das absolute Highlight eines Vangvieng-Trips: Tubing.
Dabei treibt man in voll aufgepumpten Reifen liegend den Fluss der an Vangvieng vorbeifließt entlang, genießt die Nachmittagssonne und kann sich an einer der zahlreichen Bars am Flussufer ein Bierchen oder 2 gönnen.
Das Ganze fand in der immer noch atemberaubenden Kulisse der laotischen Natur statt. Doch war die Reise nicht gefahrlos. Das flache Flussbett war eine große Herausforderung besonders für Thomas, der erst einmal eine ganze Weile im Fluss laufen musste, bis dieser tief genug war, ohne dass Thomas mit dem Hintern am meist steinigen Grund entlangschrammte. Bei einem Zwischenstop, auf der eine große Menge anderer Reisender(hauptsächlich Weiße) in Badeshorts und Bikinis gerade eine große Party feierten, genossen die beiden Studenten die ausgelassene Atmosphäre ;). Einige hundert Meter und ein Gespräch mit einem Norwegen und einem Amerikaner später kamen die beiden an die letzte Bar vor einem langen Stück Fluss welches sie schließlich wieder nach Vangvieng treiben würde. Da der Sonnenuntergang allerdings nicht mehr all zu weit entfernt war und die 2 Studenten keine großen Freunde von 'im Wasser in der Kälte im Dunkeln treiben' waren, sind sie mit einer Gruppe anderer Backpacker auf einem Pickup zurück nach Vangvieng gefahren.
In Vangvieng stand an diesem Abend dann etwas mehr auf dem Programm: Nachdem man sich auf dem Pickup schon ein wenig angefreundet hatte, trafen Matthias und Thomas die anderen Reisenden in einem Restaurant wieder, und nach einem gemeinsamen Abendessen mit vielen netten Gesprächen machte sich die Gruppe auf in die Smile-Bar, einer kleinen 'Bar' auf einer Insel im Fluss. Diese Bar bestand letztendlich nur aus einer kleinen Hütte in der es die Drinks gab, einigen Bänken unter freiem Himmel und 2 großen Lagerfeuern inmitten dieser Bänke - und natürlich aus einigen guten Lautsprechern für Musik. Auch hier war die Stimmung sehr ausgelassen und es wurde viel gelacht, getanzt und mit Reisenden aus aller Welt geredet. In Vangvieng war es wirklich sehr einfach, andere Leute kennenzulernen. Leider war die Party allerdings schon gegen Mitternacht vorbei, da es nach laotischem Gesetz nicht erlaubt ist, nach Mitternacht noch Musik laut zu spielen oder Alkohol auszuschenken. Unterhaltungen waren jedoch nicht verboten und so redete man noch zuerst mit einem isländischen Pärchen udn danach einem Holländer, seiner schwedischen Freundin und einem Israeli auf dem Balkon des Gasthauses.
Am nächsten Tag mussten die beiden sich aber wieder auf den Weg nach Vientiane machen, um von der Hauptstadt Laos' noch etwas sehen zu können. Nach einer weiteren langen Fahrt in einer engen Rostlaube von Minibus und einem italienischen Mittagessen in der Hauptstadt begaben sich die Studenten dann auf einen Spaziergang durch das Zentrum vo Vientiane. Und im Gegensatz zur sonst sehr arm wirkenden ländlichen Gegend hat das Stadtzentrum einen recht wohlhabenden Eindruck gemacht. Manche Straßen erinnerten dann auch schon fast an eine Stadt in Deutschland, und im Gegensatz zum lauten und völlig überfüllten Bangkok umfing die beiden im wesentlich kleineren Vientiane eine angenehme Ruhe. Da die meisten Sightseeing-Highlights in Vientiane gegen 16 Uhr ihre Pforten schließen, blieb keine Zeit mehr um diese noch am selben Tag anzusehen, dafür trafen sie aber auf ein Pärchen aus der Schweiz, mit dem sie bis in den späten Abend hinein quatschten. Dummerweise verschliefen die beiden am nächsten Morgen direkt und verpassten somit ihre einzige Gelegenheit, doch noch ein bisschen Sightseeing zu betreiben, sodass sie schweren Herzens nach dem Frühstück sich direkt auf den Heimweg machen mussten (der Minibus der sie über die Grenze zum nächsten Flughafen brachte kam um 11:30, der Flug nach Bangkok war bereits gebucht).

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Schlusswort:
So, damit ist mein Blog wieder up-to-date. Diese Woche war die letzte Vorlesungswoche, mir stehen jetzt noch 2 Wochen Klausurzeit bevor (6 Klausuren in der ersten Woche, 1 in der 2. Woche, yay *rolleyes*), danach bleiben noch 10 Tage und dann fliege ich auch schon wieder zurück nach Deutschland. Die Zeit hier ist im Nachhinein fast schon wie im Flug vergangen, andererseits hat sich mittlerweile auch wieder eine gute Portion Vorfreude auf good ol'Germany breitgemacht. In den nächsten 2 Wochen wird es aber wegen den Klausuren keine Updates geben, außer den Bildern von Laos und Ayutthaya, die ich wie immer in ein paar Tagen hochladen werde. In den 10 Tagen am Ende werden wir noch so viel wie möglich herumreisen, davon wird es dann sicher auch noch einen Bericht geben, aber es könnte sein, dass ich den dann erst in Deutschland schreibe. Langer Rede kurzer Sinn: Erstmal keine weiteren Posts mehr, und ein Ende meiner Berichte ist mittlerweile auch abzusehen.
Bis bald!

Mittwoch, 13. Februar 2008

Update

So, wie versprochen gibt's jetzt jede Menge Bilder:
Die Galerien 6 zu Kambodscha und 7 zu Koh Samui und Koh Phangan sind online, außerdem sind in der Galerie 5 von Hua Hin nun die Bilder von unserem Kultur-Trip vor 2 Wochen.
Ich habe die Galerien dann auch gleich umgeräumt, in Zukunft ist die aktuellste Galerie immer oben.

Dazu habe ich eine Karte von Thailand eingebaut (*protz*), damit ihr auch mal eine Vorstellung davon habt, wo ich so rumreise ;).
Hua Hin fehlt auf der Karte leider, das ist etwa zwischen Bangkok und Surat Thani an diesem dünnen Südarm Thailand.

Montag, 11. Februar 2008

Wochenendausflüge

Internationale Woche
Inselwochenende: Koh Samui und Koh Phangan

Preisfrage: Was macht ein Student mit zuviel Kaffee im Blut nach einer fast schlaflosen Nacht in der Uni, nachdem er gerade erfahren hat, dass die Vorlesung am Morgen ausfällt und er jetzt 4 Stunden Zeit totzuschlagen hat?
Richtig: Er schreibt die Vorgeschichte dazu ins Netz.

Aber dazu später, erst einmal gibt's einen Bericht über die letzten 2 Wochen:

Internationale Woche

Unsere Uni versucht desöfteren mit kleinen Events den Studenten etwas mehr als nur Studium zu bieten - und so sollte am Dienstag vor 2 Wochen eine 'International Night' stattfinden. Und bei so einer Veranstaltung dürfen die Austauschstudenten natürlich nicht fehlen. Unsere Aufgabe war es, einen kleinen Stand zu Finnland und Deutschland zu bauen, mit irgendwelchen Spielen zur Unterhaltung.
Da wir jetzt allesamt keine großen Freunde von Basteleien oder selbst entworfenem Info-Material sind (im Gegensatz zu den Thais, die zu allem möglichen Info-Wände selbst basteln), sind wir am Montag morgen zu unseren Botschaften gefahren und haben uns von denen etwas Info-Material in die Hände drücken lassen. Interessant war hierbei der Unterschied zwischen den Botschaften an sich: Die finnische Botschaft ist in einem großen Hochhaus untergebracht, in dem auch noch ein Kaufhaus und zig andere Büros untergebracht sind und etwa so groß wie ein 4-Zimmer Appartement (zumindest soweit wir das sehen konnten). Die deutsche dagegen besteht aus 2 getrennten Gebäuden, die umgegeben sind von einer 2,5m hohen Stahlmauer an deren Spitze Stacheln und Stacheldraht sind. Beim Eintreten muss man erst mal Handy und Kameras abgeben und bekommt dann eine Wartenummer für einen der 15 Schalter, die im ersten Gebäude sind. Das 2. Gebäude, zun dem man nur kommt, wenn einem einer der Mitarbeiter hinter den Schaltern eine Tür die zu einem schönen Garten führt aufmacht, ist ein typisches deutsches Amtsgebäude, mit zig Büros.
Spendabel waren beide Botschaften, wir sind mit weit mehr Material heimgekommen als wir jemals loswerden konnten.
Bei unserem Stand am Dienstag konnten die Thais dann eine Art 'Wer wird Millionär' spielen, mit Preisen die von Haribo über finnische Süßigkeiten bis zur deutschen Bratwurst als Hauptgewinn reichten :D. Das Interesse der Thais war dann auch erstaunlicherweise recht hoch, von den anwesenden Studenten haben doch recht viele mitgemacht. Allerdings waren dank äußerst mangelhafter Werbung (DIN A4 Aushänge an sonst völlig überfüllten Pinwänden, mehr nicht) für diese Veranstaltung nicht viel mehr als vielleicht 100 Studenten da. Alles in allem ein netter Abend, aber nichts besonderes ;).
Den Rest der Woche haben wir (sprich: wir Austauschstudenten) dann abwechselnd mit Party (Mittwoch), CounterStrike und Fußball zugebracht - wenn wir uns nicht schon beim Spielen zu fünft völlig kaputtlaufen haben wir auch durchaus Chancen gegen die Thais, die meist gleich in Mannschaften auf den Plätzen anrücken und immer wahnsinnig professionell auftreten wollen... die laufen sich warm, dehnen sich, haben anständige Kick-Schuhe + Schienbeinschoner + Stulpen + Trikots und Hosen, während wir meist in normaler Sportklamotte und bestenfalls Laufschuhen antreten.
Am Samstag abend sind wir dann noch gemeinsam auf Initiative von Hussein und Wego ägyptisch Essen gewesen. Ich muss schon sagen, ägyptisches Essen kann sich sehen lassen, sehr lecker das. Wego und Hussein haben danach glaube ich eine kleine Heimwehattacke bekommen ;).

Sonntag stand dann ein Cultural Trip mit der Belegschaft des International Office an... ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung mehr, wie die Städte hießen die wir besucht haben, ich weiß nur noch dass es in der Nähe von Hua Hin war, deshalb werden in dieser Galerie auch die Bilder dazu landen.
Besucht haben wir bei diesem Trip einen für diese Region scheinbar wichtigen Tempel - der allerdings nun wirklich kein schöner Anblick war, hatte baulich absolut nichts zu bieten. Aber es waren jede Menge Leute dort beten - so viele, dass die meisten sich nur ein paar Sekunden vor einer der Buddha-Statuen hinknien und beten konnten und dann dem nächsten Platz machen mussten. Schlange stehen zum Beten quasi.
Danach ging's zu einem 'Railway market', einem Markt wie jeder andere in Thailand auch, mit einem Unterschied: die Stände sind an oder auf einer Schiene, auf der auch noch alle paar Stunden mal ein Zug lang fährt. Wenn das passiert, packen die Ladenbesitzer immer ihr Zeug ganz schnell zusammen, warten bis der Zug vorbei ist und bauen dann ihren Stand wieder auf. Gesehen haben wir dieses Schauspiel leider nicht, aber wen's interessiert, für den gibt es hier ein youtube-Video dazu: www.youtube.com/watch?v=6IhOsPNGrdE.
Danach haben wir noch ein Haus in dem siamesische Katzen gezüchtet werden besucht und einen Tempel aus Teakholz besichtigt. Dieser Tempel hatte dann immerhin was zu bieten, nämlich einen Boden der aus gerade mal 7 Teakholz-'Brettern' bestand und Wände und Decke die mit sehr aufwändigen und schönen Schnitzereien versehen waren.
Anschließend haben wir noch einen Sommerpalast eines Thai-Königs besucht (fragt mich nicht welcher), der allerdings nicht so schön und eindrucksvoll war wie der in Hua Hin.
Zum Schluss sind wir noch auf einen 'floating market', ein Markt direkt an einem Fluss, auf dem die Händler teilweise direkt aus ihren Booten heraus verkaufen. Soooo super spannend war aber auch der nicht und da wir allesamt nicht so viel geschlafen hatten waren wir dann auch recht froh als es heimging.
Alles in allem war der Ausflug nicht soooo berauschend, aber besser als daheim rumhocken alle mal ;).

Die nächste Woche kann ich kurz zusammenfassen, da ist nichts großartiges passiert, bis Donnerstag abend, denn:

Inselwochenende: Koh Samui und Koh Phangan

Donnerstag abend bin ich (ja, ich und nur ich ganz allein in der großen weiten Welt ;)) mit dem Bus nach Koh Samui gefahren. Koh Samui ist eine Insel im Süden Thailands, die ein beliebtes Ziel für Massentourismus ist. Die Fahrt ging um 20 Uhr in Bangkok los, dauerte ca. 10 (schlaflose -.-) Stunden dann kam der Bus in Donsak (ist auf der Karte etwa dort, wo auch Surat Thani ist) an, von wo es mit der Fähre nach Koh Samui weiter ging. Dort angekommen gab es erst einmal einen 'Guten-Morgen-Schock' in Form der Taxipreise, die in etwa 5 mal so hoch sind wie in Bangkok sind. Nach dem ich beim ersten Taxifahrer dann auch gleich mal 33% Rabatt ausgehandelt hatte, bin ich dann aber dennoch mit dem Taxi in den Südwesten gefahren - nach der langen Fahrt wollte ich nur noch schnell in Lamai ankommen. Denn in Lamai war ich mit Jörg verabredet (den WoWlern unter euch besser bekannt als Ahmed von den Strandstürmern ;)). Jörg fährt seid über 20 Jahren regelmäßig nach Thailand in den Urlaub und war auch schon so freundlich gewesen, mir einen kleinen Bungalow und, noch wichtiger, einen Platz am Frühstücksbuffet eines großen Hotels in Lamai zu reservieren. Nachdem ich zum ersten Mal seit Pattaya wieder anständiges Brot gegessen hatte, haben wir uns dann an den Strand gelegt, relaxt und gequatscht - was direkt am Meer unter dem Schatten einer Palme schon sehr angenehm ist. Tjo, nach einigen Stunden bin ich dann aber mit der Absicht noch etwas Schlaf nachzuholen in meinen kleinen schmucken Bungalow gegangen. Viel schlafen konnte ich da dann aber auch nicht, denn nach ca. einer Stunde bekam ich einen Anruf von Jutta und ihrer Tochter Jessica, die mich auch noch auf Koh Samui treffen wollten. Jutta wohnt in der Wohnung über uns in Deutschland und ihre Tochter Jessica lebt seit 2 Jahren auf Koh Phangan (Nachbarinsel zu Koh Samui), wo sie als Tauch-Lehrerin arbeitet.
Zu dritt sind wir dann eine kleine Runde durch das Touri-Örtchen Lamai gelaufen, bevor wir uns abends dann mit Jörg wieder getroffen in einer Bar wieder getroffen haben. Jörg war dort zum allwöchentlichen Billiard-Turnier angemeldet und hatte mit uns dann einen äh... fleißigen Fanclub ;), was ihm sicherlich dabei half, bis ins Finale zu kommen (auch wenn's mich schon vorher ins Bett gezogen hat).
Trotz meiner Müdigkeit war das aber dennoch ein toller Abend gewesen - danke nochmal für alles Jörg, hoffe wir sehen uns in Bangkok nochmal, ansonsten halt in WoW oder beim Gildentreffen :).

Am Samstag habe ich dann mehr oder minder spontan beschlossen mit Jutta und Jessica nach Koh Phangan zu fahren, nachdem sie mir am Freitag die ganze Zeit davon vorgeschwärmt hatten. Und ja, sie hatten nicht zu viel versprochen: Koh Phangan ist die klassische einsame Tropeninsel. Die Hauptstadt ist das einzige auf der Insel, was auch nur ansatzweise was mit moderner Zivilisation zu tun hat, der Rest der Insel besteht aus kleinen Dörfern die größtenteils aus kleinen Holzhütten bestehen. Die Leute dort können noch wirklich einfach leben, alle scheinen entspannt zu sein und lächeln den ganzen Tag. Mit dem Roller sind wir von der Hauptstadt einmal quer über die Insel (was etwa 15 min dauert) zum Haus der beiden Damen, über wirklich abenteuerliche Straßen, die mit Schlaglöcher überwuchert sind und teils Steigungen haben die einer Achterbahn alle Ehre machen würden. Das Häuschen erreicht man, nachdem man eben eine solche Steigung hochfährt, fast am Gipfel eines kleinen Berges. Von dort hat man dann aber einen wahnsinnig schönen Ausblick über einen großen Teil der Insel und auf das Meer. Besser wird das dann nur noch beim Swimming-Pool der Ferienanlage, zu dem das Haus gehört - von dem kann man direkt in's Meer hinunterschauen. Absolut genial.
Für viel mehr war aber dummerweise keine Zeit mehr, wir sind dann nur noch essen gewesen und danach abends in die 'Woodstock Bar', die von einem sehr netten Thai geführt wird. Diese Bar ist zwar relativ groß, wird aber selten voll. Solange wir da waren waren vielleicht max. 10 Leute in der Bar - so kommt man dann auch leicht ins Gespräch mit den anderen Gästen. Nach dem 2. schönen Bar-Abend an diesem Wochenende ging's am Sonntag dann heimwärts. Mit der Fähre erst nach Koh Samui und dann nach Surat Thani, von dort mit dem Bus nach Bangkok. Koh Phangan will ich aber auf jeden Fall nochmal besuchen. Die Insel ist einfach herrlich schön, um es mit den Worten eines bayrischen Freundes von mir zu sagen: A Draum is des. Und für jeden, der mal der 'Zivilisation' in Europa entkommen will ist diese Insel genau das Richtige. Danke an dieser Stelle auch nochmal an Jutta und Jessica für die Unterkunft, war echt schön bei euch :).
Auf der Heimreise war ich insgesamt von 12:30 morgens bis 5 Uhr unterwegs - inkl. einer 2-Stündigen Wartezeit auf den Bus nach Bangkok (schlafen konnte ich im Bus wieder nur sehr wenig, das geht bei mir einfach nicht) mitten im Nirgendwo.
Tja, und da die Heimfahrt von der Endhaltestelle mit dem Taxi zum Wohnheim nochmal eine gute Stunde gedauert hat (und fast soviel gekostet hat wie die ganze Fahrt nach Bangkok) bin ich dann um 6 daheim angekommen. Um 7 hätte ich wieder raus gemusst, also bin ich gar nicht erst ins Bett, sondern habe ordentlich Kaffee getrunken, mich gerichtet und dann mit dem Bus um 8 zur Vorlesung... um dann eben festzustellen, dass diese ausfällt - und da sind wir wieder beim Anfang der Geschichte ;).

Bilder zu den 2 Inseln gibt's wie so oft später, dann aber in einer neuen Galerie. Zum Cultural Trip werde ich die Bilder nachher noch in die Hua Hin Galerie hochladen.

Bis zum nächsten Mal.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Kambodscha: Phnom Penh

Tag 1: Ankunft

Tag 2: Grand Palace und National Museum

Tag 3: Killing Fields und Station 21

Tag 4: Russian Market, Abreise und Schlusswort


Das Tolle an so einem 1-Jahres Visa für Thailand ist, dass man immer nur eine Aufenthaltserlaubnis für 3 Monate bekommt, danach muss man aus dem Land raus und kann wieder einreisen.

Für mich und Matthias war es deshalb letztes Wochenende an der Zeit, eben einen solchen Ausflug aus Thailand heraus zu machen. Pasi hatte auch nichts besseres zu tun, deshalb kam er kurzerhand mit. Und nachdem wir einen Abend lang Flugpreise und Alternativen verglichen haben, fiel auf unsere Wahl auf Phnom Penh, die Hauptstadt von Kambodscha.


Kambodscha wird dem ein oder anderen hier vielleicht etwas sagen - Angkor Wat, die weltberühmte Tempelstadt steht dort, und von 1975-79 war das Land unter dem Regime der Roten Khmer stand. Dieses Regime hat in seiner doch recht kurzen Herrschaft wahrlich beispielloses Leid geschaffen, rund 1,5 Millionen der damals 8 Millionen Einwohner Kambodschas sind damals angeblich gestorben, an Hunger, Folter oder Krieg.

Kambodscha war bis 1953 auch eine französische Kolonie gewesen.


Tag 1: Ankunft


All diese Einflüsse bekommt man schnell zu sehen, wenn man den recht kleinen und nicht gerade sonderlich geschäftigen Flughafen von Phnom Penh verlässt und sich von einem Taxi in Richtung des Ufers des Mekong-Flusses, der mitten durch die Stadt verläuft fahren lässt.

Dass dieses Land noch recht arm ist und sich erst noch entwickeln muss, erkennt man schnell an den zahlenlosen Müllhaufen die überall an den Straßen herumliegen. Eine funktionierende Müllabfuhr gibt es wohl noch nicht. Andererseits bietet die Stadt gerade im Vergleich zu Bangkok sehr viele Grünflächen, die auch gut gepflegt sind und zusammen mit den Villen im französischen Stil die Stadt wirklich schön erscheinen lassen.

Pasi war schonmal für eine Nacht in Phnom Penh gewesen und kannte daher noch ein Guest House, welches recht gut sein sollte - das Okay Guest House. Und was soll ich dazu sagen, der Name ist Programm - ein sauberes Zimmer mit 3 bequemen Betten, Fernseher, Klima-Anlage und Badezimmer für zusammen 15$ pro Nacht, da kann man echt nicht meckern.

Nachdem wir uns einquartiert hatten, haben wir uns ein Abendessen im Speisesaal des Guest Houses gegönnt - dort gab es zu unserer Freude viel westliches Essen zur Auswahl und auf dem Fernseher lief ein guter Film auf DVD nach dem anderen. Abends sind wir dann noch ein wenig an der Straße am Flussufer entlang gelaufen, auf der Suche nach einer Bar oder irgendwas ähnlichem wo noch etwas los ist. Doch in dieser Stadt werden scheinbar schon gegen 23 Uhr die Bordsteine hochgeklappt. Die wenigen Bars die um diese Zeit noch offen hatten waren recht verlassen. Auf den Straßen sieht man um diese Zeit dann auch nicht mehr viele Leute - außer den Obdachlosen und den TukTuk-Fahrern die in ihren TukTuks übernachten.


Tag 2: Royal Palace und National Museum


Am 2. Tag wollten wir die großen kulturellen Highlights von Phnom Penh besichtigen, deshalb sind wir zum National Museum und anschließend zum Royal Palace. Das National Museum stellt eine Vielzahl alter Khmer-Schätze aus, in einem sehr schönen, alten Gebäude mit 4 Flügeln und einem echt paradiesischem Garten in der Mitte. Die Khmer hatten vor 600-700 Jahren ein recht großes Imperium aufgebaut, und aus dieser Zeit sind viele der dort ausgestellten Statuen, teilweise noch älter - und in einem entsprechenden Zustand sind viele dieser Stücke eben auch. Und so kann man dort wirklich zig, gleich aussehende und ähnlich verfallene Buddhastatuen ansehen... nebst einigen wesentlich interessanteren Vasen, alten Messern, Schmuckstücken etc.


Danach sind wir dann zum Royal Palace gegangen, der direkt neben dem Museum liegt. Zu dem gibt's jetzt aber nicht so viel zu sagen, der Palast sieht nämlich insgesamt dem in Bangkok sehr ähnlich. Das Einzige was wirklich herausstach war die Silver Pagoda, das ist ein großer Raum, dessen Boden ursprünglich mal komplett mit Silberplatten ausgelegt war - sehen kann man von diesen Platten allerdings nur noch ein paar wenige, über dem restlichen Boden liegen Teppiche. In diesem Raum steht außerdem ein Jade-Buddha, ähnlich dem in Bangkok auch auf einer Pyramide aus Gold und Edelsteinen thronend. Vor dieser Pyramide steht eine mannshohe Statue eines Heiligen, wie ein Wächter für den Buddha hinter ihr.

Nachdem wir mit dem Palast durch waren, sind wir noch eine Weile durch die Stadt gelaufen, haben im Guest house was gegessen und sind dann zum Foreign Correspondence Club, eine Bar/Restaurant/Hotel in einem und ein Treffpunkt für Ausländer in Kambodscha noch dazu. Wir hatten noch nicht einmal das erste Bier leergetrunken als wir dort auch schon von einem Schweden und einer Rumänin eingeladen uns an deren Tisch zu setzen. Die beiden arbeiten für Ericsson und halfen dabei mit, ein Mobilfunknetz in Kambodscha aufzubauen. Gerade der Schwede scheint mit diesem Job schon viel rumgekommen zu sein, klang sehr interessant, was er zu erzählen hatte. Mit den beiden hatten wir viel Spaß an diesem Abend ;).


Tag 3: Killing Fields und Station 21


Am 3. Tag stand ein sehr ernstes Programm an. Denn es gibt in Phnom Penh noch genug Orte, die an das Regime der Roten Khmer erinnern. 2 davon haben wir uns am Montag angeschaut. Zuerst sind wir zu den Killing Fields, dem Ort, an dem die Roten Khmer tagtäglich Gefangene exekutiert haben. Die Killing Fields sind ca. 15km außerhalb von Phnom Penh, deshalb sind wir mit dem TukTuk dahin gefahren.
Die Fahrt dahin war sehr interessant, da wir einen großen Teil Phnom Penhs dabei sehen konnten. Ganz besonders ins Auge stach eine mehrere Kilometer lange Straße am Stadtrand. Links dieser Straße lag ein kleiner aber steiler Hang und kurz dahinter fingen die ersten Reisfelder an. An diesem Hang nun reihten sich, auf Holz- oder Betonpfeilern stehend, jede Menge Häuser aneinander, von den ärmsten Holz- und Wellblechhütten bis hin zu modernen, in sanften Gelb- oder Orangetönen gehaltenen großen Wohnhäusern. In vielen der Holzhäuser waren Handwerker an der Arbeit, viele schweißten oder hämmerten Stahl, manche arbeiteten mit Holz. So ein Bild kann man sich in einer deutschen Stadt kaum vorstellen, eine kleine offene Werkstatt neben der anderen, dazwischen immer wieder schöne Wohnhäuser und dann wieder eine halb zerfallene Blechhütte. Das liegt hier alles direkt nebeneinander.

Schließlich kamen wir dann aber zu den Killing Fields. Direkt hinter dem Eingang bekamen wir auch direkt einen kleinen Teil des Leids zu Gesicht, den die Roten Khmer verursacht haben zu sehen: In einer ca. 10m hohen Stupa sind gut 8000 Totenschädel aufgebahrt, die aus den Massengräbern auf den Killing Fields geborgen wurden. Von den Massengräbern sind übrigens längst nicht alle ausgehoben. Die Killing Fields an sich könnten dann eigentlich ein recht schöner Ort sein, man wandert durch ein weites, grasbewachsenes Feld, auf dem vereinzelte Bäume wohltuenden Schatten spenden, im Hintergrund hört man lachende Kinder von einer Schule, die nur wenige Meter entfernt steht. Doch dieses Feld ist uneben, überall sind halb überwachsene Gruben und wenn man sich vorstellt, dass in diesen Gruben früher bis zu 450 Leichen verscharrt wurden, verliert der Ort jede Schönheit. An bestimmten Stellen stehen Holzschilder und erklären den Zweck eines bestimmten Baumes oder was in einer Grube gefunden wurde. So gab es z.B. einen Baum, der 'Magic Tree' genannt wurde - an ihm hingen die Roten Khmer Lautsprecher auf um mit lauter Musik die Schreie der Sterbenden zu übertönen, damit keine der Bauern auf den Feldern in der Nähe etwas von den Verbrechen die dort begangen wurden mitbekamen.

Die Killing Fields sind aber nunmal auch ein Ort zu dem viele Touristen kommen, und so trafen wir auf einem Pfad der am Rand der Felder verläuft auf ein paar Kinder, die ein paar Doller von uns haben wollten, allerdings auf eine sehr aggressive Art. Die forderten von uns direkt 5$ und wurden ziemlich aggressiv, wenn man ihnen weniger gab.

Nun ja, die Killing Fields sind kein Ort, an dem man sich gerne länger aufhält, wenn man mal alles gesehen hat, also ging's mit dem TukTuk direkt weiter zum nächsten Ort an dem die Roten Khmer gewütet haben: Station 21 (kurz S:21, in Khmer Tuol Sleng), einem Gefängnis mitten inPhnom Penh und das zum Symbol wurde für die unglaublichen Qualen die die Roten Khmer ihren Gefangenen zuteil kommen ließen. Diesmal heuerten wir uns auch eine Führerin an die uns etwas mehr Details zu diesem Gefängnis erzählen konnte. Tuol Sleng war früher einmal eine Schule gewesen und bestand im Wesentlichen aus 3 zentralen Gefängnishäusern, A,B, und C. Im A-Gebäude waren die 'ranghöheren' Gefangenen untergebracht: Ehemalige einflussreiche Politiker, Geschäftsleute und ehemalige Funktionäre der Roten Khmer (dieses Regime war so paranoid, dass viele der eigenen Leute auch früher oder später in Gefängnissen und letzendlich auf den Killing Fields landeten). Die Gefangenen im A-Gebäude hatten ein Bett mit einem Rost aus Stahl und ein Kissen, und immerhin eine recht geräumige Zelle für sich selbst. Im unteren Teil des B-Gebäudes waren die weniger wichtigen Gefangenen untergebracht, immer noch in Einzelzellen, allerdings waren diese nicht größer als 2m², es gab keine Türen (und alle Fenster im Gebäude waren permanent geschlossen) und keine Möbel. Im oberen Teil des B-Gebäudes waren die Massenzellen für Kinder und sonstige unwichtige Gefangene. Alle Gefangenen, egal ob in A oder B-Gebäude waren permanent an ihren Füßen angekettet. In den Massenzellen wurden sie an lange Stahlstangen gegekettet und dann einfach in Reihen auf den Boden gelegt.
Im C-Gebäude fanden dann die meisten Folterungen statt, wenn ich das richtig verstanden hatte. Ich werde jetzt hier nicht näher auf die Foltermethoden dort eingehen, ich denke es reicht zu sagen, dass sie barbarisch und brutal waren. Die Folterungen hatten angeblich das Ziel, Informationen zu erlangen und so saß immer ein Schreiber diesen bei und verfasste ein Protokoll des 'Verhörs'.
Wer nach Tuol Sleng ging, der verließ dieses eigentlich nur lebend, wenn er auf einem Laster auf dem Weg zu den Killing Fields war um dort umgebracht zu werden. Von 20.000 Insassen in 4 Jahren haben die Gefangenschaft dort nur 7 Leute überlebt und die hatten das geschafft weil sie sich nützlich machen konnten. So waren 2 der Überlebenden, die die Vietnamesische Armee dann schließlich befreite Maler gewesen, die das Gefängnis verschönern sollten.
Dieses Gefängnis legt ein wirklich bedrückendes Zeugnis davon ab, wie grausam die Menschheit zu sich selbst sein kann.

Manch einer fragt sich jetzt vielleicht, wie man so ein Gefängnis mitten in der Hauptstadt bauen kann, ohne dass die Bevölkerung viel davon mitbekommt. Nun, das war in diesem Fall recht einfach: Die Roten Khmer haben Phnom Penh nahezu völlig entvölkert. Nur wenige Stunden nach ihrem Einmarsch in die Stadt haben sie die Bevölkerung aufgeteilt und in verschiedene Teile des Landes gebracht. Während der Herrschaft der Roten Khmer lebten nie mehr als 50.000 Menschen in der Hauptstadt.

Nach unserer Rückkehr von den Killing Fields waren wir dann noch in einem Irish Pub essen (bestes Essen seit langem ;)) und haben im Guest House ein Gute-Nacht-Bier getrunken.



Tag 4: Russian Market, Abreise und Schlusswort


Alles neigt sich mal dem Ende zu, so auch unser Trip nach Kambodscha. Am Dienstag mussten wir zurückfliegen, doch davor sind wir noch auf den Russian Market, um ein paar Souvenirs zu kaufen. Der Russian Market hat seinen Namen aus Sowjet-Zeiten, als viele Russen oft nach Phnom Penh kamen um dort billig einzukaufen. Heute findet man dort allerlei Markenklamotten, die andernorts in Kambodscha billig produziert werden, außerdem kambodschanische Seide, Kleidung im ostasiatischen Stil (z.B. Kimonos), allerlei Handwerkswaren, DVDs und nahezu alle Einzelteile eines Mopeds.
Nachdem ich dort gut eingekauft hatte, sind wir dann zum Flughafen und ab in den Flieger nach Bangkok.
Und bei der Rückkehr hat man auch direkt gemerkt, wie entwickelt Thailand im Vergleich zu einigen seiner Nachbarländer eigentlich ist - der Flughafen ist hier doch einige Dimensionen größer als der in Phnom Penh, hier gibt es eine Müllabfuhr und öffentliche Verkehrsmittel und Straßen in einem annehmbaren Zustand ;). Dennoch ist Phnom Penh mMn für Jeden, der mal in die Gegend kommt eine Reise wert. Es ist trotz der Armut auf jeden Fall eine schöne Stadt, auch dank der vielen Grünflächen und den vielen noch erhaltenen Gebäuden aus der Kolonialzeit. Viele Kambodschaner können auch recht gut Englisch, gerade im Vergleich zu den Thais, wo außer Studenten nicht viele Leute groß Englisch können.


Bilder des Trips gibt's in den nächsten Tagen, wenn ich die mal alle durchgegangen bin und sortiert habe ;).

So long :).

Mittwoch, 16. Januar 2008

Das Leben in Thailand, Teil 3: Politik

So, meine Klausuren habe ich überstanden - bis auf eine, die am Tag an dem sie stattfinden sollte mal eben verlegt wurde und zwar auf diesen Samstag. Das Schöne daran ist, dass wir den Professor der diese Klausur stellt am selben Tag noch auf dem Campus trafen, der war also nicht krank oder sonstwie verhindert -.-.
Sonst gibt es noch nicht viel zu berichten, ich habe die letzten 2 Wochen eben hauptsächlich mit Klausuren schreiben, lernen und gammeln verbracht.

Und deshalb schreibe ich euch heute mal ein wenig was über die Politik hier in Thailand - soll ja niemand sagen können, dass ich hier nur wilde Partyberichte poste :D.

Ach ja, Bilder von Hua Hin gibt's nun auch, ich hoffe sie gefallen euch :).



Sooooo, dann mal zum Thema:

Der ein oder andere hat's vielleicht mitbekommen - am 23. Dezember fanden in Thailand Wahlen statt. Thailand hat aber gleichzeitig einen König als Staatsoberhaupt, das Land ist also ähnlich wie Groß-Britannien eine konstitutionelle Monarchie. Allerdings spielte in der Geschichte des Landes das Militär besonders im vergangenen Jahrhundert eine sehr starke Rolle und hat auch jetzt noch Einfluss auf die Politik. Angefangen hat diese Macht des Militärs in den 1930er Jahren. 1932 kam es zu einer unblutigen Revolution, die Thailands erste Verfassung hervorbrachte (bis dahin hatten die Könige allein geherrscht). Der König dankte kurz danach ab. Das Militär wollte eine Rückkehr der Royalisten verhindern und stellte sich deshalb auf die Seite Revolutionäre, und wurde deshalb im Laufe der kommenden Jahre immer stärker. Im Jahr 1938 riss das Militär dann die Kontrolle im Land an sich und führte das Land an der Seite Japans in den 2. Weltkrieg. Bis 1973 war Thailand dann mehr oder minder eine Militärdiktatur gewesen. Allerdings wurden die Forderungen nach mehr Demokratie immer lauter, bis sich 1973 eine Massenprotestbewegung in Bangkok und Umgebung bildete, angeführt von Studenten. Als Folge dieser Proteste gab das Militär die Macht wieder ans Volk zurück. Allerdings konnte die neue Regierung keine Probleme anpacken und versank in Streitereien, während gleichzeitig die Kommunisten im Land immer stärker wurden. Deshalb übernahm das Militär schon 1976 wieder die Kontrolle, arbeitete diesmal allerdings mit dem Parlament zusammen und ließ mehr oder minder freie Wahlen zu. Bis in die 1990er Jahre hinein war es dann relativ ruhig, doch dann kam es wieder zu Unruhen, da die damalige Regierung als korrupt galt - das Militär setzte sie deshalb ab. 1992 gab es dann neue Wahlen und dann mW keien weiteren Militärputsche mehr, bis...

2006 - Das Ende von Thaksins Regentschaft.

Thaksin war bis 2006 Ministerpräsident gewesen, und auch sehr beliebt bei den armen Leuten auf dem Land, da er für sie kostenlose Arztbesuche einmal im Jahr und andere Vorteile schaffte. Gleichzeitig stopfte er sich aber die eigenen Taschen voll, hinterzog Steuern etc. Deshalb setzte das Militär ihn postwendend ab, als er sich im September 2006 auf einer UN-Versammlung in New York befand. Seit dem hat er das Land nicht mehr betreten, da ihm hier ein Gerichtsverfahren droht.
Das Militär setzte eine Übergangsregierung ein, die bis zu den Wahlen im vergangenen Dezember regierte.

Bei den Wahlen am 23.12. gab es 2 große Volksparteien die um die Macht rangen: Die PPP (=People's Power Party) und die Demokraten. Die PPP besteht zu einem großen Teil aus Leuten, die in Thaksins alter, mittlerweile verbotenen Partei waren und die Thaksins Kurs fortführen will, ihn sogar begnadigen will, wenn sie kann. Die Demokraten sind gegen Thaksins alten Kurs und wollen Veränderung.


Gewonnen hat die Wahl jedoch die PPP die gut 45% der Sitze im Parlament holte. Der Grund dafür: Auf dem Land ist Thaksin immer noch sehr beliebt, da dort die meisten Menschen arm sind und diese von Thaksins Steuerhinterziehungen nichs mitbekommen haben. In Bangkok haben die Demokraten einen deutlichen Vorsprung eingefahren. Allerdings gilt sowohl auf dem Land als auch in Bangkok, dass sich die Parteien gegenseitig Stimmenkauf vorwerfen... so ganz sauber wird die Wahl denke ich auch nicht gewesen sein.
Es gibt hier ein Sprichwort, das lautet:"Das Volk auf dem Land wählt die Regierung, das Volk in Bangkok setzt sie wieder ab"... genau dies ist jetzt wohl wieder passiert.

Die Thais die wir hier in Bangkok kennengelernt haben scheinen zu einem großen Teil aber eh kein Vertrauen und kein Interesse an ihren Politikern zu haben... Toon hat z.b. auf ihrem Wahlzettel keinen Kandidaten gewählt.

So, das soll dann erstmal reichen.

Am Wochenende fliegen wir wahrscheinlich nach Singapur, da kann ich euch dann hoffentlich nächste Woche etwas mehr berichten ;).

Mittwoch, 2. Januar 2008

Sylvester am Meer

So, erst einmal ein gutes Neues euch allen!

Nun habe ich mein erstes Sylvester am Strand verbracht und es war mal eine angenehme Abwechslung zum klassischen Schneematsch-Sylvester in Deutschland.

Los ging der kleine Sylvester-Strand Trip letzten Samstag, mit dem Auto sind Toon, Max und dessen Freundin, Shining, Macky (ein Freund von Toon), Jane und Cherry (2 Thai-Freundinnen von Max und Toon), Maria (eine Dänin) und Costa (Australier, Freund von Jane) nach Hua Hin gefahren.
Hua Hin ist ein kleiner Badeort im Süden Thailands, der dafür bekannt ist, Urlaubsort der Reichen und Schönen zu sein. In einem der Hotels waren z.B. die Beckhams mal zu Besuch. Das merkt man auch am Stadtbild, denn Hua Hin ist die mit Abstand sauberste Stadt die ich bisher hier in Thailand gesehen habe. Und außerdem sieht man dort überall Anzeigen für Grundstücke und Villen ab 30.000€ aufwärts.
Viel gesehen habe ich sonst von der Stadt jedoch nicht, da es am ersten Abend gleich wieder aus der Stadt raus in eine Bungalow-Siedlung außerhalb am Strand ging. Dort verbrachten wir einen echt gemütlichen Abend am Strand mit Musik, Gelächter und Jack Daniel's unter einem echt schönen Sternenhimmel (sowas sieht man in Bangkok so gut wie nie ;)).

Am nächsten Morgen ging's dann zu Mackys Eltern, wo wir die nächsten 2 Nächte übernachten konnten. Mackys Eltern wohnen ca. eine Autostunde außerhalb von Hua Hin an einer Straße die mitten durch eine Mischung aus Wald und Steppe verläuft - und außer einigen anderen Häusern an der Straße hat man dort weit und breit nur Natur um sich herum. Das Haus sah von außen auch nicht sehr einladend aus, war von innen dann aber doch sehr gemütlich und modern eingerichtet; lediglich das Bad war für mich alles andere als angenehm eingerichtet.
Nunja, nachdem wir uns bei Macky eingerichtet hatten wurden wir von den Eltern bekocht. Es gab wie so oft Reis mit verschiedenen Beilagen - z.B. Fisch, Fleisch, Vogel. Einige der Beilagen waren selbst den anderen Thais in unserer Gruppe zu scharf, davon habe ich dann lieber die Finger gelassen. Danach sind wir dann zu einem Tempel in der Gegend gefahren, der auf einem kleinen Berg direkt an einer halbkreisförmigen Bucht steht. An diesem Tempel treiben sich auch viele Affen herum, die absolut keine Scheu vor Menschen haben, ganz im Gegenteil, diese Affen fordern einen teilweise schon dazu auf ihnen was zu Essen zu geben. Nachdem wir unseren Wegezoll an die Affen in Form von Erdnüssen und Bananen gezahlt hatten sind wir die Treppen zum Tempel hoch und haben dort dann die Aussicht über die Bucht genossen. Es war zwar etwas bewölkt und ziemlich zugig, aber die Aussicht auf das offene Meer war dennoch herrlich.
Danach sind wir dann zu einer anderen Bucht in der Nähe gefahren, an der es einen langen Badestrand gibt. Dort ging's dann auch sehr gemütlich zu und nach einem ausführlichen Abendessen mit viel Seafood ging's für Jane, Cherry, Costa und Maria wieder nach Bangkok. Die übrigen (Max, Max' Freundin, Shining, Toon, Macky und ich) sind zu Mackys Eltern, haben sich umgezogen und dann sind wir nach Hua Hin rein um dort das Nachtleben zu besichtigen. Neben dem ersten Besuch einer richtigen Disco seit ich hier in Thailand ankam gab es an diesem Abend viel zu lachen, viel zu reden und viel zu trinken ;).

Dementsprechend spät sind wir dann an Silvester aus dem Bett gekommen. Was aber auch halb so wild war, denn außer der Besichtigung einer berühmten Höhle in der Nähe stand tagsüber nichts mehr auf dem Programm. Zu der Höhle lasse ich dann die Fotos sprechen, sobald ich sie online habe ;).
Als wir von der Höhle zurückkamen sind wir dann wieder nach Hua Hin auf den Straßenmarkt, wo es mal wieder Seafood als Abendessen gab - und danach sind wir Richtung Strand marschiert, wo wir zusammen mit vielen anderen am Meer saßen und das Jahr ausklingen ließen.
Das Hilton Hotel in unserem Rücken hat es sich dann auch nicht nehmen lassen, ein zwar kurzes aber eindrucksvolles Feuerwerk über dem Meer abzufeuern.

Am nächsten Tag stand die Rückreise nach BKK an, aber zuerst wollten wir noch den alten Sommerpalast von König Rama VI. anschauen, den dieser Anfang des 20. Jahrhunderts direkt am Meer bauen ließ. Das Gebäude liegt auch wirklich schön nur ein paar Meter hinter dem Strand und steht komplett auf ca. 2,5 m hohen Stelzen. Interessant daran fand ich dann besonders, dass es zwar in thailändischem Stil gebaut worden war, die Einrichtung dafür aber fast ausschließlich aus westlichen Möbeln bestand, besonders Esszimmer und Badezimmer waren genau so eingerichtet wie man sie sich in einem der Adelshäuser der damaligen Zeit vorstellen würde.

Nach der Besichtigung des Palasts sind wir dann auch weiter nach Bangkok gefahren, dank einem Stau hat das auch lange genug gedauert. Gut 7 Stunden dauerte die Rückfahrt insgesamt, die Hinfahrt hat nur knapp 3 gedauert. Dafür sah ich dann auch eine mir etwas unsinnige Einrichtung der Thais bei Stau: Alle paar 100 meter standen nämlich Verkehrspolizisten die mit roten Leuchtstäben die Autos zum Weiterfahren aufforderten... was man solange es der Verkehr zuließ auch von selbst tat. Ich habe keine Ahnung, zu was diese Polizisten eigentlich gut waren, aber sie haben echt motiviert gewirkt mit ihren Leuchtstäben.

Sooo, das war's dann erst einmal wieder von mir, diese Woche muss ich lernen da wir in der nächsten Woche unsere Zwischenprüfungen schreiben dürfen. Dementsprechend werdet ihr außer den Bildern, die ich die nächsten Tage hochladen werde und evtl. einem kleinen Kommentar über Politik und Regierungsbildung die nächsten 2-3 Wochen hier nichts mehr von mir hören.
Bis dahin hoffe ich dass ihr auch alle gut in's neue Jahr gekommen seid!