Akt 2: Anreise
Akt 3: Vangvieng und Vientiane
Schlusswort
Ein Drama in 3 Akten.
Akt 1: Ayutthaya
Es war einmal, vor ca. 2 Wochen, dass sich 3 junge Austauschstudenten (welche auf die Namen Wego, Matthias und Thomas hörten) in Thailand auf die Reise in die legendäre Stadt Ayutthaya aufmachten.
Viel hatten sie schon von der Geschichte der ehemaligen Hauptstadt gehört: Sie war einst die Hauptstadt eines stolzen Königreiches gewesen. Es hieß, im 14. Jahrhundert sei dieses Königreich zu großer Macht über die anderen Thai-Königreiche aufgestiegen, und auch die benachbarten, auf ewig mit den Thai verfeindeten Khmer konnten dem Königreich Ayutthaya nicht standhalten - die Thai eroberten und brandschatzten vor 600 Jahren die Angkor, die Hauptstadt der Khmer. Der Überlieferung nach bestand das Königreich Ayutthaya knapp 300 Jahre lang, bis die Stadt schließlich von den benachbarten Burmesen im Jahr 1767 erobert und weitestgehend zerstört wurde.
Ein gewisser General Taksin hatte danach die überlebenden Thais und seine restlichen Truppen nach Süden geführt, gründete dort die neue Hauptstadt Bangkok und führte sein Volk erneut zu bedeutender Macht in der Region. Schließlich ernannte er sich noch zum gottgleichen König Rama I. und seine Dynastie blieb bis zum heutigen Tag an der Spitze der Thai.
All dies wussten unsere Studenten schon bevor, doch wollten sie die alten Ruinen der Tempelanlagen und Paläste selber sehen, und so begaben sie sich auf die lange Reise in das 25km entfernte Ayutthaya. Mit dem Taxi kamen sie mitten in der Stadt an, ohne so recht zu wissen, wo sie waren oder wohin sie gehen sollten. Sie standen neben einem großen Kreisverkehr. 4 Straßen gingen von diesem Kreisverkehr ab, davon 2 in Wohngebiete, eine weitere führte aus der Stadt heraus, doch parallel zur letzten war ein großer Park an dessen anderem Ende auch so etwas wie eine alte Ruine zu stehen schien. Also entschlossen sich die Studenten, dieser Straße zu folgen und kamen auch kurz darauf in 2 verschiedene Institute die Informationen für Touristen bereithielten - unter anderem eine Stadtkarte und eine Wegbeschreibung zum alten Palast und der größten Tempelruine. Einige hundert Meter später standen die Studenten dann auch an einer Wiese, auf der ein Pfad ca. 100m lang zu einem relativ großen Tempel führte. Parallel zu diesem Pfad, hinter einer Mauer an der sich viele kleine Marktstände dicht an dicht drängten war eine großes Gelände voller Gebäuderuinen und einzelnen aufragenden Chedis zu sehen. Auf dem Pfad waren viele Thais und ein paar Touristen unterwegs, alles in allem war es aber nicht so voll wie an manch anderen Tourismushochburgen. Die 3 angehenden Akademiker besichtigten zuerst den Tempel, ein ca. 10-15m hohes Gebäude, dessen Inneres zu einem großen Teil von einer liegenden Buddha-Statue eingenommen wurde, ähnlich der Statue im Grand Palace von Bangkok, wenn auch nicht ganz so groß. Um diese Statue herum waren teilweise buddhistische Statuen und Wandbilder, und in einer Ecke auch ein seltsames Gebilde bestehend aus einer Plastik-Kugel in der Mitte, um welche herum jede Menge Geldscheine festgetackert waren - die Thai-Art, einem Tempel Geld zu spenden. Sonst gab es in diesem Tempel für die 3 nicht viel zu sehen, also gingen sie weiter, vorbei an den kleinen Ständen zu einem Eingang in der Mauer und auf das Ruinengelände. Schon von außen hatten sie die 3 großen Stupas gesehen, die sie nun in der Mitte des etwa 80m langen und 40m breiten Geländes sahen. Die Studenten erfuhren, dass in diesen 3 Stupas die Gebeine dreier alter Könige des Ayutthaya Königreichs aufbewahrt worden waren. Abgesehen von den 3 Stupas in der Mitte waren auf dem Gelände die Grundrisse und Mauerrisse zahlreicher kleinerer Gebäude zu erkennen, dazu viele mehr oder minder zerfallene Chedis.
Nach einem Rundgang beschlossen die Studenten, sich noch eine weitere der zahlreichen, über das gesamte Stadtgebiet verteilten Tempelruine anzusehen.
Von dieser Ruine hieß es, dass dies der einzige Tempel gewesen sei, den die Burmesen bei ihrem Einmarsch nicht völlig zerstört hatten. Und tatsächlich stand am Eingangsbereich erst einmal ein kleiner, aber völlig intakter Tempel. Hier waren auch keine Touristen unterwegs, nur ein paar wenige Thais und Mönche. Im Inneren Tempel hingen Bilder mit der Lebensgeschichte von Buddha an der Wand, während auf der Terasse Dufkerzen brannten. Und über dieser Szenerie lag eine herrliche Stille, die den Studenten eine ungefähre Ahnung von der Atmosphäre davon gab, wie es in einem 'richtigen' Buddha Tempel der nicht von Touristen überlaufen wird ist.
Hinter dem kleinen Tempelgebäude befand sich eine weitere Ruine. Diese war in etwa quadratisch und von allen Seiten von Mauern umgeben, an deren Innenseite sich etwa 1,5m hohe Buddha-Statuen aneinanderreihten. In der Mitte dieses Hofes stand eine weitere Stupa stand - begehbar, und in ihrem Inneren, in dem man das Alter dieser Stupa an der schweren und stickigen Luft zu spüren bekam, stand in völliger Finsternis eine weitere kleine Stupa, in der eine winzige, vergoldete Buddhastatue stand. Ein Durchgang in der dem noch intakten Tempel gegenüberliegenden Mauer führte die Studenten in einen weiteren Hinterhof, auf dem wieder einige Gebäuderuinen standen, sowie eine weitere liegende Buddha-Statue. Für diese Studenten war dieser Hinterhof dennoch der Höhepunkt ihres Ausflugs, denn die Stille und ruhige Atmosphäre des Ortes verzauberten einfach. Es war für sie ein angenehmer Gegensatz zum sonst so hektischen und lauten Leben in Bangkok...bzw. zum hektischen Leben außerhalb des Tempels, als es mit einem lauten Tuktuk über unebene Straßen zur Bus-Station und von da zurück nach Hause ging.
Akt 2: Anreise
4 relativ ereignislose Tage später machten sich Matthias und Thomas auf den Weg zu einer weiteren Reise: Laos, das nördliche Nachbarland war ihnen schon von allen anderen Austauschstudenten empfohlen wurden. Dieses Land ist seit 1975 kommunistisch, nachdem es davor Jahre lang Bürgerkrieg zwischen Royalisten und Kommunisten gab. Parallel zum Vietnamkrieg kämpften in Vietnam US-amerikanische Lufteinheiten auf Seiten der Royalisten und Vietcongs auf Seiten der Kommunisten. Die Amerikaner führten massiver Luftschläge gegen die kommunistischen Truppen durch, berichteten aber nie öffentlich über ihre Operationen in diesem Land, erst nach Ende des Krieges gaben sie einige Daten und Berichte darüber Preis. Nach dem Ende ihrer Luftschläge auf Vietnam nutzten die Amerikaner einen Teil ihrer nun freigewordenen Luftmacht für noch heftigere Luftangriffe, was Laos mit einer halben Tonne Sprengstoff pro Einwohner zum heftigst bombardierten Land pro Kopf machte.
Da am Donnerstag ein Feiertag in Thailand war, machten sich die beiden kurzerhand am Mittwoch abend auf den Weg nach Laos. Mit dem Bus reisten sie über die Nacht ca. 11 Stunden lang nach Norden zur Grenze, von wo es mit einem anderen Bus über die Thailändisch-Laotische Freundschaftsbrücke ging, dem ersten Grenzübergang der 1989, als sich Laos für Touristen öffnete zwischen Thailand und Laos etabliert wurde. Nachdem die beiden aufgrund eines Stromausfalls über eine Stunde auf ihr Visum gewartet hatten, konnten sie sich dann auch endlich ins Innere des Landes aufmachen. Von der Grenze aus fuhren sie zunächst in die nur 15km von der Grenze entfernte Hauptstadt Vientiane, von wo es mit einem Minibus ins 150km Vangvieng weiterging. Und auch wenn es nur 150km Strecke waren, so dauerte die Reise doch etwas mehr als 4 Stunden in dem kleinen, engen Minibus, der randvoll besetzt war. Der Grund dafür lag in den recht schlecht ausgebauten Straßen und der Landschaft Laos' - das Land in der Nähe von Vientiane war sehr hügelig, für die Insassen des Minibus ging es eigentlich permanent auf und ab. Doch auch die längste Reise ist irgendwann vorbei, und so kamen die beiden nach insgesamt gut 18 Stunden Reise im Backpacker-Paradies Vangvieng an.
Vangvieng liegt auf einem ebenen Plateau, auf dem überall um Vangvieng herum Berge und Hügel fast senkrecht in die Höhe schießen. Am Rand der Stadt verläuft zudem ein zwar breiter, aber sehr flacher Fluss.
Der moderne Massentourismus hat Laos bislang noch ziemlich links liegen lassen, doch für Backpacker die in Südostasien herumreisen, ist dieses Land ein beliebter Tipp. Die kleine Stadt Vangvieng lebt deshalb fast vollständig vom Tourismus. Das merkten die beiden Studenten schon direkt nach dem Aussteigen an all den 'Falang' (=Ausländer) die sie auf den Straßen sahen, und an all den Restaurants, Internetcafés, Gasthäusern und Reisebüros, die nach einem ersten kleinen Rundgang durch das Stadtzentrum entdeckt worden waren. Außer diesem Rundgang und dem Einchecken in einem der Gasthäuser unternahmen die 2 an diesem ersten Abend nicht mehr viel, sie beließen es dabei, sich einen Pullover für die sehr kalten Nächte in Laos zu kaufen und danach noch ein gutes, westliches Abendessen in einer der zahlreichen TV-Bars zu sich zu nehmen. Die lange Reise verlangte ihren Tribut.
Akt 3: Vangvieng und Vientiane
Nach einer geruhsamen Nacht in einem zwar bescheiden eingerichteten, aber für umgerechnet 2€ pro Nase und Nacht sehr günstigen Zimmer machten sich Thomas und Matthias am nächsten Morgen mit einem gemieteten Fahrrad auf, die Gegend zu erkunden.
Dazu überquerten sie einfach eine der Brücken, fuhren aus der Stadt heraus und dann einfach nach Lust und Laune den wenigen Straßen folgend. Es war ein wahnsinnig schönes Landschaftsbild, dass sich den 2 in der warmen Vormittagssonne bot, links und rechts von ihnen ragten die Berge in die Höhe, die meisten von ihnen dicht bewaldet. Auf den Ebenen abseits der Straßen wechselten sich Felder und Wiesen mit Büschen ab. Und all dies wirkte noch sehr natürlich und relativ unberührt von 'moderner' Zivilisation. Als die beiden durch ein Dorf fuhren, das zu einem großen aus einfachen Häusern, teilweise auch Holzhütten bestand, lächelten die Dorfbewohner sie an und grüßten sie mit dem in Laos gebräuchlichen 'Sabaidee' (sehr ähnlich zur in Thailand üblichen Begrüßung 'Sawadee', die Sprachen beider Länger sind eng miteinander verwandt).
Auf dem Rückweg beschlossen Matthias und Thomas, noch eine der in dieser Gegend zahlreichen Höhlen zu besichtigen. Allerdings hatten sie bei der Auswahl kein großes Glück. Denn die Höhle die sie besichtigten war im wesentlichen ein enges, langgezogenes Loch im Fels.
Als nächster Punkt auf der Tagesplanung stand das absolute Highlight eines Vangvieng-Trips: Tubing.
Dabei treibt man in voll aufgepumpten Reifen liegend den Fluss der an Vangvieng vorbeifließt entlang, genießt die Nachmittagssonne und kann sich an einer der zahlreichen Bars am Flussufer ein Bierchen oder 2 gönnen.
Das Ganze fand in der immer noch atemberaubenden Kulisse der laotischen Natur statt. Doch war die Reise nicht gefahrlos. Das flache Flussbett war eine große Herausforderung besonders für Thomas, der erst einmal eine ganze Weile im Fluss laufen musste, bis dieser tief genug war, ohne dass Thomas mit dem Hintern am meist steinigen Grund entlangschrammte. Bei einem Zwischenstop, auf der eine große Menge anderer Reisender(hauptsächlich Weiße) in Badeshorts und Bikinis gerade eine große Party feierten, genossen die beiden Studenten die ausgelassene Atmosphäre ;). Einige hundert Meter und ein Gespräch mit einem Norwegen und einem Amerikaner später kamen die beiden an die letzte Bar vor einem langen Stück Fluss welches sie schließlich wieder nach Vangvieng treiben würde. Da der Sonnenuntergang allerdings nicht mehr all zu weit entfernt war und die 2 Studenten keine großen Freunde von 'im Wasser in der Kälte im Dunkeln treiben' waren, sind sie mit einer Gruppe anderer Backpacker auf einem Pickup zurück nach Vangvieng gefahren.
In Vangvieng stand an diesem Abend dann etwas mehr auf dem Programm: Nachdem man sich auf dem Pickup schon ein wenig angefreundet hatte, trafen Matthias und Thomas die anderen Reisenden in einem Restaurant wieder, und nach einem gemeinsamen Abendessen mit vielen netten Gesprächen machte sich die Gruppe auf in die Smile-Bar, einer kleinen 'Bar' auf einer Insel im Fluss. Diese Bar bestand letztendlich nur aus einer kleinen Hütte in der es die Drinks gab, einigen Bänken unter freiem Himmel und 2 großen Lagerfeuern inmitten dieser Bänke - und natürlich aus einigen guten Lautsprechern für Musik. Auch hier war die Stimmung sehr ausgelassen und es wurde viel gelacht, getanzt und mit Reisenden aus aller Welt geredet. In Vangvieng war es wirklich sehr einfach, andere Leute kennenzulernen. Leider war die Party allerdings schon gegen Mitternacht vorbei, da es nach laotischem Gesetz nicht erlaubt ist, nach Mitternacht noch Musik laut zu spielen oder Alkohol auszuschenken. Unterhaltungen waren jedoch nicht verboten und so redete man noch zuerst mit einem isländischen Pärchen udn danach einem Holländer, seiner schwedischen Freundin und einem Israeli auf dem Balkon des Gasthauses.
Am nächsten Tag mussten die beiden sich aber wieder auf den Weg nach Vientiane machen, um von der Hauptstadt Laos' noch etwas sehen zu können. Nach einer weiteren langen Fahrt in einer engen Rostlaube von Minibus und einem italienischen Mittagessen in der Hauptstadt begaben sich die Studenten dann auf einen Spaziergang durch das Zentrum vo Vientiane. Und im Gegensatz zur sonst sehr arm wirkenden ländlichen Gegend hat das Stadtzentrum einen recht wohlhabenden Eindruck gemacht. Manche Straßen erinnerten dann auch schon fast an eine Stadt in Deutschland, und im Gegensatz zum lauten und völlig überfüllten Bangkok umfing die beiden im wesentlich kleineren Vientiane eine angenehme Ruhe. Da die meisten Sightseeing-Highlights in Vientiane gegen 16 Uhr ihre Pforten schließen, blieb keine Zeit mehr um diese noch am selben Tag anzusehen, dafür trafen sie aber auf ein Pärchen aus der Schweiz, mit dem sie bis in den späten Abend hinein quatschten. Dummerweise verschliefen die beiden am nächsten Morgen direkt und verpassten somit ihre einzige Gelegenheit, doch noch ein bisschen Sightseeing zu betreiben, sodass sie schweren Herzens nach dem Frühstück sich direkt auf den Heimweg machen mussten (der Minibus der sie über die Grenze zum nächsten Flughafen brachte kam um 11:30, der Flug nach Bangkok war bereits gebucht).
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Schlusswort:
So, damit ist mein Blog wieder up-to-date. Diese Woche war die letzte Vorlesungswoche, mir stehen jetzt noch 2 Wochen Klausurzeit bevor (6 Klausuren in der ersten Woche, 1 in der 2. Woche, yay *rolleyes*), danach bleiben noch 10 Tage und dann fliege ich auch schon wieder zurück nach Deutschland. Die Zeit hier ist im Nachhinein fast schon wie im Flug vergangen, andererseits hat sich mittlerweile auch wieder eine gute Portion Vorfreude auf good ol'Germany breitgemacht. In den nächsten 2 Wochen wird es aber wegen den Klausuren keine Updates geben, außer den Bildern von Laos und Ayutthaya, die ich wie immer in ein paar Tagen hochladen werde. In den 10 Tagen am Ende werden wir noch so viel wie möglich herumreisen, davon wird es dann sicher auch noch einen Bericht geben, aber es könnte sein, dass ich den dann erst in Deutschland schreibe. Langer Rede kurzer Sinn: Erstmal keine weiteren Posts mehr, und ein Ende meiner Berichte ist mittlerweile auch abzusehen.
Bis bald!
Freitag, 29. Februar 2008
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2 Kommentare:
Sehr schöner Reisebericht! Bin gespannt auf die Bilder und wünsche Dir bei Deinen letzten Klausuren in Thailand viel Erfolg!
Gruß
Jürgen
Bilder sind allesamt online ^^.
Und danke, die Klausuren waren bisher eigentlich ok, bis auf eine, wo abzusehen war dass sie Mist wird (ich bin halt einfach kein Freund von sturem Auswendiglerne:D).
Bis bald!
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